Mini Clubman: The Doors

Es ist eröffnet: Der neue Mini Clubman rockt mit kultigen Türen und einer Menge Laderaum jetzt auch bei den Fans, die den Mini bisher für hübsch, aber unpraktisch hielten. Eine erste Fahrt in der Cooper S-Version.

Süß, schnuckelig und knuffig – verbale Streicheleinheiten holte sich der Mini bei seinen Fans schon zuhauf, und selbst BMW hätte nicht gedacht, dass dem Benjamin die Herzen der Massen derart zufliegen würden. Ob Ur- oder New Mini – beide brauchten nur sechs Jahre, um sich über eine Million Mal zu verkaufen. Dabei ist das knuddelige Wägelchen aus Oxford auch in seiner Neuauflage alles andere als ein Pragmatiker. Der Zwergen-Kofferraum, das Liliputaner- Platzangebot und der verquere Fond- Einstieg wurden ihm von Testern wie Besitzern gleichermaßen um die Ohren gehauen. Und so mancher potenzielle Mini-Kunde antwortete auf die Frage, ob er sich einen kaufen würde, seufzend in Radio-Eriwan-Manier: im Prin zip ja, wenn mehr reinpassen würde. An diese Zauderer will BMW jetzt ran. Dafür kramte man wieder in der Produkthistorie und holte gleich zwei Sechziger- Jahre-Vorbilder heraus: Morris Mini Traveller und Austin Mini Countryman, beide mit längerem Radstand und mehr Kofferraum. Ende der Sechziger gab es den Kombi dann auch als Langschnauzer namens Clubman. Genau so nennt sich jetzt die neue Variante mit acht Zentimeter mehr Radstand, 24 Zentimeter mehr Karosserielänge und 75 Kilogramm höherem Gewicht als die Basis. Immerhin größer als ein VW Polo, aber kleiner als ein Renault Clio. Die neuen Dimensionen versetzen ihn endgültig in die normale Kleinwagenklasse und kratzen damit am Nimbus des Unvergleichlichen. Optisch weicht der ultraknappe Abschluss des Standard-Mini beim Clubman einem kleinen Bicolor-Bürzelchen. Die Münder der Fans sind ob des auffälligen Anblicks sicherlich schon prophylaktisch gerundet für ein langgezogenes coool und süüß. Doch das automobile Schoßhündchen ist erwachsener geworden und vollführt blickfangende Klapp-Kunststücke. Am steilen Ende öffnet sich die so genannte Splitdoor mit zwei nach außen schwingenden Türen wie ein Kirchenportal. Sieht gut aus, schadet nicht und gibt den Blick frei auf ein ordentliches 260-Liter-Gepäckabteil. Mit einem kurzen Zug an zwei Klappgriffen in den Rückteilen der nach Wunsch zwei- oder dreisitzigen Fondbank (Lehnenneigung verstellbar) liegen die Sitze auch schon flach und ebnen den Boden ladefreundlich ein. Vorausgesetzt, es wurden vorher noch 180 Euro in den faltbaren Zwischenboden investiert, unter dem sich dann eine Art 50-Liter- Geheimfach bildet. Während die Hecktüren mit sattem Geräusch wieder zufallen, wartet seitlich, aber nur rechts, bereits das nächste Highlight: die – Rolls-Royce lässt grüßen – gegenläufig öffnende Clubtür. Schön für Kontinental-Europäer, denn die einseitige Pforte gewährt im Rechtsverkehr vom Bürgersteig her Einlass, wogegen Briten die hintere Tür zur Straße hin schwingen müssen.

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