Die Mini-Familie hat Zuwachs erhalten. BMW wertet die Motorenpalette mit einem Einstiegsdiesel auf und lässt den Kultflitzer zum Briten in Schottenrock werden. Die Mini-Familie hat Zuwachs erhalten. Ein Blick auf die Werte macht das deutlich, denn Knausern steht bei dem 1,6 Liter großen Common-Rail-Selbstzünder ganz oben auf der Liste.
Der Mini Diesel ist die abgespeckte 110 PS-Version
Im Test konsumierte der Kleinwagen im Schnitt moderate 5,8 Liter auf 100 Kilometer, wozu die serienmäßige Start-Stopp-Automatik, Bremsenergie-Rückgewinnung und die Schaltanzeige mit beitragen. Eine Neuentwicklung ist der 90-PS-Selbstzünder allerdings nicht. Es handelt sich lediglich um eine leistungsreduzierte Variante der 110-PS-Version, die bisher als einziger Diesel bei Mini im Programm ist. Das heißt: Am Hubraum von 1.560 Kubikzentimetern änderte sich nichts. Die Ingenieure reduzierten die Leistung, indem sie einzig und allein das elektronische Motormanagement umprogrammierten. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick jedoch spärlich: 20 PS weniger als die stärkere Version und dazu noch fast 1,5 Sekunden langsamer im Spurt auf Tempo 100.
Mit dem Mini One D wird jede Kurve zum Genuss
Kommt dadurch nicht der Fahrspaß im Mini zu kurz? Diese Angst stellt sich als unbegründet heraus. Der Mini One D ist alles andere als eine Luftpumpe, was vor allem an der gleichmäßigen Drehmoment-Entfaltung liegt. Obwohl das Einstiegsagreggat 25 Nm weniger als die 110-PS-Variante entwickelt, reichen die 215 Nm vollkommen aus. Schon unter 2.000 U/min liegt die Kraft an. Resultat: Das Auto fährt munter von der Ampel weg und macht innerstädtische Überholmanöver zu einem Kinderspiel. Mehr Leistung ist nun wirklich nicht nötig in der City. Auch auf den Landstraßen zeigt der Mini One D seine Agilität. In Verbindung mit dem gewohnt präzisen Fahrwerk und der direkten Lenkung wird jede Kurve zum Genuss.
Auf der Autobahn ist der Min One D ein Cruiser
Da lässt es sich verschmerzen, dass der Winzling zu den lauteren Gesellen in der Dieselwelt zählt und zudem auf Autobahnen eher zum gemütlichen Cruisen einlädt. Denn jenseits von 3.000 U/min legt der Motor nur noch zäh zu, weshalb der Fahrer für flottes Fortkommen häufiger zum Ganghebel des gut abgestuften Sechsganggetriebes greifen muss. Damit lässt sich leben. Denn ein Mini mit sparsamem Dieselantrieb war bislang ein teures Vergnügen. Der Mini One D ändert das jetzt, obwohl der Kleinwagen mit dem neuen Agreggat für 18.100 Euro immer noch recht teuer ist. Doch anders als die 110-PS-Variante, die es nur als Cooper gibt, ist der Einstiegsdiesel ausschließlich in der Basisausführung One erhältlich - das macht 2.700 Euro Unterschied in der Anschaffung. Zugegeben: Der Mini Cooper ist besser ausgestattet. Doch selbst wenn man die fehlende Klimaanlage oder die Leichtmetallfelgen mit einrechnet, bleibt immer noch ein Preisvorteil von rund 1.260 Euro.






