Mini One Minimalist im Fahrbericht: Mini One mit Spritspar-Qualitäten

Mini One Minimalist

Wer den Mini One mit Start-Stopp-Automatik haben möchte, muss zur Version Minimalist greifen - das ist nicht nur 400 Euro teuer, sondern auch gar nicht so einfach. Denn die Spritspar-Variante des Mini One findet sich in keiner Preisliste. Der Spar-Mini im Fahrbericht.

Quizfrage: Was haben der erste straßenzugelassene M-BMW - der 218 PS starke M 535i auf E12-Basis - und der Mini One Minimalist mit 98 PS gemeinsam?

Minimalist findet sich in keiner Preisliste

Wie der damals sportlichste BMW 5er wird der sparsame Mini Minimalist nur unter dem Ladentisch verkauft. Er findet sich in keiner Preisliste, auch auf der offiziellen Homepage taucht er nicht auf. Doch warum macht die BMW-Konzernmarke so ein Geheimnis um diese Modellvariante ihres beliebten Kleinwagens? "Weil der Mini One ohnehin schon sehr sparsam ist, sehen wir kein großes Marktpotenzial für den Minimalist", heißt es aus München.

Und warum gibt es ihn dann überhaupt? "Weil manche Kunden Wert auf jeden gesparten Zehntelliter legen." Aha. Der Hersteller behauptet, dass der 98 PS starke Mini One Minimalist durchschnittlich mit 5,1 L/100 km auskommt - 0,3 Liter weniger als die Version ohne Sparpaket. Dazu zählen Start-Stopp-Automatik, Bremsenergierückgewinnung, Schaltpunktanzeige und Leichtlaufreifen mit vollflächigen Radabdeckungen. Alles schon mal gehört?

Spar-Mini kostet mindestens 17.000 Euro

Stimmt, denn Mini Cooper, Mini Cooper S und Mini Cooper D verfügen serienmäßig über diese Features, von der Bereifung einmal abgesehen. Der Preis des Mini One - die 75-PS-Version ist ebenfalls als Minimalist erhältlich - erhöht sich dadurch um 400 auf glatte 17.000 Euro. Der Verbrauch reduziert sich indes nicht merklich: Im Fahrbericht konsumierte der Zweitürer 6,7 L/100 km.

Doch daran ist der Mini selbst schuld. Auch als vermeintliche Sparversion bleibt er seinem quirligen Wesen treu. Das Vierzylinder-Triebwerk mit 1,6 Liter Hubraum hängt gierig am Gas und scheint geradezu nach dem roten Bereich des Drehzahlmessers zu lechzen. Gleichmäßig lässt es den Zeiger die Skala emporschwingen, bis der Begrenzer dem Treiben ein Ende bereitet. Dabei kann der Fahrer gar nicht genug von der Schaltarbeit bekommen, so kurz und präzise, wie sich die sechs Gänge durch die Gassen führen lassen - und das ist gut so, denn mit der Elastizität hat es der Mini Minimalist nicht gerade.

Öko-Reifen fördern Untersteuern

Der Fahrspaß im Mini One Minimalist macht auch vor engen Kurven nicht Halt, ganz im Gegenteil. Wie alle Motorvarianten schnupft er im Fahrbericht mit seiner Stupsnase Biegungen aller Art auf und überlässt sie dem aufwendigen, einigen BMW-Modellen sehr ähnlichen Fahrwerk, das sich unmittelbar am Kurveninnenrand festbeißt. Na ja, nicht ganz, denn da wären noch die Reifen mit reduziertem Rollwiderstand. Es ist weniger die vergleichsweise bescheidene Dimension 175/65 R 15, die den Mini One Minimalist spürbar früher untersteuern lässt als von anderen Mini gewohnt - selbst der stärkere Mini Cooper greift standardmäßig auf solches Schuhwerk zurück. Es ist tatsächlich die spezielle Gummimischung, die bei Auto und Fahrer für einen kleinen Überraschungsmoment nach dem Einlenken sorgt, da für kurze Zeit Gleit- statt Haftreibung überwiegt. Im Konkurrenzumfeld bleibt der Anglo-Bayer dennoch der ungekrönte Kurven-König - aber auch wie gehabt die teure Alternative.

Wer die zahlreichen Extras ignoriert, bekommt vor allem innen die Kargheit eines britischen Internats geboten. Außen fehlt es dem Mini One Mimimalist zudem an Chrom und am putzigen Endrohr im Getränkedosen-Look. Darauf verzichtet auch das Modell im Fahrbericht, im Interieur schmückt er sich jedoch zumindest mit farbigen Zierleisten und verwöhnt mit dem 740 Euro teuren Soundsystem von Harman-Kardon. Der BMW M 535i hatte so etwas nicht nötig - für den Klang war der Reihensechszylinder zuständig.  

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Jens Dralle

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