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Citroën E-Méhari, Nissan Navara, Evalia, VW Beetle

Die perfekten Autos für einen Tag am Strand

Strandautos, Strand, Impression Foto: Hans-Dieter Seufert 32 Bilder

In Dänemark gibt es viele Strände, die man mit dem Auto befahren darf. Und welches Auto passt am besten, um dort einen Tag am Meer zu verbringen? Eines steht schon mal fest: Mit unseren normalen Testkriterien lässt sich das nicht herausfinden. Da müssen wir anders ran. Wir testen Citroën E-Méhari, Nissan Navara und Evalia und VW Beetle Dune im Sand.

10.09.2016 Natalie Diedrichs 1 Kommentar

Freiheit. Klingt im Zusammenhang mit Sand und Dünen leicht pathetisch. Aber ehrlich gesagt gibt es kein passenderes Wort, mit dem man diese Geschichte beginnen könnte. Vier Autos. Ein gigantischer Sandstrand. Und der Himmel, der irgendwo in der Ferne das Meer berührt. Ein Ort für ausgelassene Luftsprünge – und einer, der dich Grenzen vergessen lässt. Okay, eine gibt es: Am dänischen Autostrand Lakolk soll man nicht mehr als 30 km/h fahren, steht auf dem Schild am Eingang. Angeberwerte von null auf hundert sind also zweitrangig. Denn hier geht es nicht um Technik, sondern um Spaß. Um Lebensgefühl. Darum, welches Auto der passende Gefährte für einen Tag am Meer ist. In den 60ern hat Bruce Meyers schon eine recht überzeugende Antwort geliefert: Der Strandbuggy auf VW-Käfer-Basis wäre natürlich eine naheliegende Möglichkeit, genauso wie Citroëns Ur-Méhari, der aus der gleichen Generation stammt. Aber Hippies, Flower-Power, Woodstock – das war damals. Was ist heute?

Vier Autos am Strand von Lakolk

Nun, zwei Nachfolger, die in die Fußstapfen von Legenden treten wollen, gibt es schon mal: Der VW Beetle Dune trägt die „Düne“ bereits im Namen und ist als Cabrio auf jeden Fall ein Strandkandidat. Dann wäre da noch Citroëns neuer E-Méhari, bei dem auf den ersten Blick klar ist, dass sein natürlicher Lebensraum in unmittelbarer Nähe größerer Gewässer liegen muss. Fürs „Baywatch“-Feeling sorgt Nissans wuchtiger Pickup Navara inklusive montierbaren Hochstands. Und den Job des T1 übernimmt heute mal der Nissan Evalia Fan Van, der normalerweise Fußball-Enthusiasten zu Champions-League-Spielen chauffiert. Fertig ist das Strandquartett.


Der Strandtag beginnt mit einer Fahrt durchs Wasser

Um halb sechs morgens sind in Dänemark nur die Möwen wach. Und ein paar Frühaufsteher, die sich den Sonnenaufgang nicht entgehen lassen wollen: Hundebesitzer, Jogger. Und verrückte Deutsche, die nachts losfahren, um einen Morgen am Strand zu verbringen, die unendliche Weite und Ruhe zu genießen. Beste Voraussetzungen, um durch die Wellen zu toben. Das geht am besten mit dem Navara, dem Einzigen mit Allradantrieb. Aber auch der Dune und der Méhari saufen nicht gleich ab, den Gezeiten sei Dank: Bei halber Ebbe reicht auch Vorderradantrieb, um sich mit ein bisschen Salzwasser wach zu machen. Zum Glück sind die Sitze im E-Méhari mit Neopren überzogen, das trocknet schon wieder. Die Meeresluft ist angenehm auf der Haut. Fahrtwind ist aber noch schöner.

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Strandautos E-Méhari, Evalia, Navara, Beetle Cabrio Dune
auto motor und sport 17/2016
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Zwischen Strandeingang und Meer liegen je nach Wasserstand ein bis drei Kilometer. Keine Straßen, keine Ampeln, keine Stoppschilder. So viel Freiraum überfordert, im ersten Moment jedenfalls. Dann endlich vergisst man die Grenzen des Alltags. Wo geht’s lang? Die Entscheidung liegt bei dir. An den häufig befahrenen Stellen ist der Sand so platt gedrückt, dass er schon fast als Feldweg durchgehen könnte. Kein Problem, alle vier fahren brav in der Kolonne hintereinander. Wenn es keine Ordnung gibt, dann schafft man sich eben eine.

Eine Million Quadratmeter Sand zum Toben

Wer früh genug da ist, hat auf der gefühlten Million Quadratmeter genügend Auswahl, um sich sein Plätzchen zum Verweilen auszusuchen. Zwischen 11 und 12 Uhr wird’s dann schon etwas voller, der Strand entwickelt sich zur Autostadt. Die Luft flimmert, Campingbusse stehen neben Kombis, alte Käfer reihen sich zwischen Limousinen, Kompakt-SUV, Kleinwagen ein. Dazwischen Klappstühle, Plastiktische, Handtücher und Strandmuscheln. Zum Wasser zieht es alle. Platzprobleme gibt es trotzdem nicht.

Der Drift kostet beim E-Méhari Reichweite

Zeit, zu driften. Oder es zumindest zu versuchen. Einen Kreis um die einsame, kunstvoll geformte Sandburg zu ziehen, die jemand fernab des Trubels gebaut hat. Gar nicht so leicht in Zeiten von Fahrassistenten, die sich nicht abschalten lassen. Sicherheit geht nun mal vor. Freiheit kommt erst danach. Aber nicht mal Ken Block würde das den vieren zum Vorwurf machen. Er hätte sich ohnehin ein noch wilderes Beach-Car ausgesucht. Übrigens: Der Akkustand des E-Méhari ist nach dem Kreiselfahren um sieben Prozentpunkte gesunken, dem Elektroauto tut die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 aber ganz gut: Voll aufgeladen hält er locker einen Strandtag durch.

Natürlich ist das angeknöpfte Dach an einem solchen Ort absolut überflüssig, also weg damit. Viel Geduld und seelischen Beistand jedoch dem, der das Ding dann abends, wenn’s frisch wird, Tetris-mäßig wieder zusammenbasteln darf. Bis das klappt, haben einen die nervigen Mücken am Wasser schon längst in einen Streuselkuchen verwandelt.

Der Beetle Dune öffnet auf Knopdruck

Da ist die Lösung beim Dune-Cabrio dann schon ein wenig komfortabler: ein Knopf, ein Druck, und das Dach ist knappe 30 Sekunden später auf oder zu. Navara-Fahrer müssen sich darüber keine Gedanken machen. Die Absicht zu experimentellen Spielereien in Form eines Cabrio-Pickups hat Nissan bislang noch nicht verlauten lassen.

Navara mit Hochstand wie bei „Baywatch“

Dafür darf man auch bei diesem besonderen Exemplar ein bisschen basteln: Für 4000 Euro gibt’s einen mobilen einklappbaren Alu-Hochstand für den Drei-Tonnen-Koloss. Macht 40 Kilo mehr, sorgt aber für absolutes „Baywatch-Feeling“. Da werden Fahrer und Beifahrerin zu David und Pamela, fehlt nur noch der Rettungsring. Ein Vorzug des 21. Jahrhunderts: Dank Smartphone-Kopplung ist schnell für den richtigen Soundtrack gesorgt. „I’ve been looking for Freedom“ – die Hymne für den Tag.

Testen wir mal das Sonnenbaden: Hier trumpft der Nissan Fan Van auf, der in seinem Dachkoffer eine aufblasbare Couch bereithält. Die integrierte Brennstoffzelle liefert auch die Energie für die elektrische Luftpumpe, Sportliche greifen zum Blasebalg. Die Liegeprobe offenbart: Luftmatratzen-Feeling ist besser als Strandmatte. Für kleinere Menschen ist die Kofferraumklappe des E-Méhari ebenfalls eine Alternative.

Mal kurz durchatmen. Leute beobachten. Väter lassen mit ihren Kindern Drachen steigen. Die typische V-Form, aber auch knallbunte Papageien, Frösche und anderes Getier zieren den Himmel. An den größeren Kites hängen Surfer oder Liegeradfahrer. Der Luftraum ist also bevölkert. Ganz abgesehen von den unzähligen echten Möwen, die über dem Pulk kreisen und auf ein liegen gelassenes Brötchen oder einen Keks, der heruntergefallen ist, spekulieren.


Die Sonne wandert, die Schlange an der Ausfahrt wird allmählich länger. Ein Tag am Strand macht hungrig. Im integrierten Kühlschrank des Evalia lagert dänische Bratwurst. Wie praktisch, dass die Sonderanfertigung des Vans, mit der Nissan im vergangenen Jahr Gewinnspielsieger zu Fußballspielen kutschiert hat, auch einen Gasgrill an Bord hat.

Nissan Fan Van mit Playstation 4

Wer sich an den Badegästen sattgesehen hat, kann die Zeit bis zum Barbecue mit Spielen auf einer Playstation 4 überbrücken: Bildschirme gibt’s sowohl in den Kopfstützen der Vordersitze als auch an der Heckklappe, die Konsole ist im Kofferraum untergebracht. Diese Jugend ... Sonnenuntergang am Strand bei einem kühlen Getränk und einer frischen Bratwurst – wenn man mit solchen Kriterien ein echtes Ranking erstellt hätte, wäre der Fan Van garantiert ein Siegerkandidat gewesen.

Fazit

Insgesamt haben sich aber alle vier gut geschlagen. Mit dem Beetle Dune hat man wegen seines Designs und des offenen Dachs überall ein bisschen Strandfeeling. Außerdem passt seine Farbe perfekt zur dänischen Senfflasche. Der E-Méhari ist wasserfest, sein Akku reicht für einen Tag am Meer, wenn das Hotel nicht zu weit weg ist. Und der Navara verleiht einem das Gefühl, mindestens so wichtig wie ein Bademeister zu sein.

Strandautos, das war schon immer so, verkörpern eine faszinierende Art von Lifestyle, sind immer Traumautos – selbst wenn sie nicht absurd viel kosten. Und sie schicken uns eine wichtige Botschaft: „Weißt du“, sagen sie, „es ist völlig okay, wenn Spaß das Wichtigste in deinem Leben ist.“

Technische Daten
Citroën E-MehariNissan Navara NP300 Double Cab 2.3 dCiNissan Evalia dCi 110VW Beetle Dune Cabriolet 1.4 TSI
Grundpreis24.790 €41.625 €24.510 €33.175 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3809 x 1728 x 1653 mm5330 x 1840 x 1805 mm4400 x 1695 x 1865 mm4286 x 1822 x 1490 mm
KofferraumvolumenVDA200 bis 800 L225 L
Hubraum / Motor2299 cm³ / 4-Zylinder1461 cm³ / 4-Zylinder1395 cm³ / 4-Zylinder
Leistung140 kW / 190 PS (450 Nm)81 kW / 110 PS (240 Nm)110 kW / 150 PS (250 Nm)
Höchstgeschwindigkeit110 km/h180 km/h169 km/h198 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,2 s
Verbrauch7,0 L/100 km4,9 L/100 km5,6 L/100 km
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    Neuester Kommentar

    Just for fun mal mit dem Auto durchs Salzwasser? Zumindest mit dem eigenen würde ich das lassen.

    Sven2 10. September 2016, 14:07 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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