Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense: Der Colt mit Start-Stopp im Fahrbericht

Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense

Das Cleartec-Paket mit Start-Stopp-Automatik soll den Mitsubishi Colt sparsamer machen. Fahreindrücke des 95-PS-Benziners.

Verzichten scheint in Zeiten von Wirtschaftskrise und Klimawandel en vogue. Arbeitnehmer müssen mit weniger Gehalt auskommen, Anleger mit weniger Rendite und Autos mit weniger Sprit. Auch Mitsubishi hat seinem Kleinsten ein Sparprogramm verordnet. Wichtigste Neuerung ist dabei die Start-Stopp-Automatik, die beim Auskuppeln an der Ampel den Motor ausschaltet.

95 PS bringen den Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense nicht auf Tour

Das System funktioniert im Alltag völlig problemlos, ist aber kein technisches Alleinstellungsmerkmal mehr. Zudem spendierten die Japaner dem Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense rollwiderstandsoptimierte Reifen und weitere technische Kniffe zur Verbrauchsreduzierung.

Sparen ohne Verzicht? 95 PS versprechen auf dem Papier eigentlich ausreichend Vortrieb. Auf der Landstraße erscheint es dem Fahrer jedoch, als hätten die Mitsubishi-Ingenieure mit der verordneten Enthaltsamkeit den Vierzylinder auch seiner Kraft und Drehfreudigkeit beraubt. Schon ab gut 3.000 Umdrehungen fühlt sich der Motor zäh an. Überholmanöver bleiben so meist in der Planungsphase stecken.

Der Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense ist ein praktisches Stadtauto

Der Vierzylinder des Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense ist zwar kultiviert, aber mit etwas mehr Spritzigkeit würde man sich auf Überlandfahrten sicherer fühlen. Hier lag der Fokus der Entwickler anscheinend zu konsequent auf Sparsamkeit. In der Stadt stört der gefühlte Leistungsmangel allerdings nicht. Hier rollt man gut im Verkehr mit. Besonders positiv fallen das niedrige Geräuschniveau und der angenehme Federungskomfort auf.

Zusammen mit dem variablen Innenraum, den vielen Ablagen und dem zusätzlichen 50-Liter-Unterflurfach im Kofferraum wird der Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense zum praktischen Stadtauto. Das aktuelle Modell basiert nach wie vor auf der mit Smart entwickelten Plattform. Optisch verändert wurde die Front, durch die der Mitsubishi Colt um sieben Zentimeter länger wird und die derzeitigen Crashnormen beim Fußgängerschutz erfüllt. Das neue Gesicht ähnelt dem des großen Bruders Mitsubishi Lancer und sorgt auch beim Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense für einen sportlicheren Auftritt. Hinten bleibt dagegen fast alles beim Alten. Nur die Rückleuchten wurden neu gestaltet.

Billige Materialwahl im Innenraum des Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense

Insgesamt wirkt die Verarbeitung gut, obwohl bei der Materialauswahl im Innenraum offenbar der Rotstift regierte. Billiges Hartplastik prägt das Cockpit. Daran ändern auch die wie Blindenschrift aussehenden Muster auf dem Armaturenbrett nichts. In der gefahrenen Ausstattungsvariante Intense hat der Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec das 600 Euro teure Sicherheitspaket mit ESP, Kopf-Airbags sowie Scheibenbremsen hinten bereits an Bord. Beliebte Extras wie ein CD-Radio mit MP3-Player-Anschluss sind ebenfalls inklusive.

Mitsubishi Colt 1.3 Cleartec Intense verbraucht im Testalltag mehr

Eine Metallic-Lackierung kostet zusätzlich 410 Euro Aufpreis. Auch wenn die Steuer dank Cleartec-Paket für Colt-Fahrer deutlich sinkt, besteht das Sparpotenzial zu einem großen Teil nur auf dem Papier. Im Testalltag - ohne ausgeprägten Gasfuß - genehmigte sich der Spar-Colt mit 6,8 Litern fast zwei Liter mehr als vom Hersteller versprochen. Zuviel, um an der Tankstelle in Jubel aus­zubrechen.

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Jens Katemann

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