Morgan Roadster Fourseater 3.0: For Four

Noch nie konnten vier Personen in einem einzigen Morgan so schnell ihr Ziel erreichen. Erster Ausritt mit dem neuen Morgan Roadster als Fourseater: 226 PS und jede Menge frische Luft versprechen ein Gruppenerlebnis der besonderen Art.

Was ist noch englischer als drei Mann in einem Boot? Ganz klar: vier Mann in einem Morgan. Und schneller obendrein. Den Angaben des Herstellers zufolge schafft ein solcher Vierer inklusive Steuermann nämlich 116 Knoten.

Da bekommt das Pläsier, vergnügt und in angenehmer Gesellschaft die Reize von Mutter Natur zu erkunden, doch gleich eine ganz andere Dimension, oder? Sicher, wenn man den neuen Morgan Fourseater dann so vor sich sieht, beschleichen einen erst mal gewisse Zweifel. 216 km/h also. Zu viert? Der Kahn ist gerade mal hüfthoch und offen wie ein Skateboard. Auf den Klippen von Dover sitzt man windgeschützter. Und damit in fünf Sekunden von null auf 100 km/h – bei Morgan hat man offenkundig Humor. Schwarzen.

Doch es ist keineswegs Seemannsgarn, das hier gestrickt wird. Unter der gerippten Flügelhaube nach alter Morgan- Sitte verbirgt sich die Dreiliter-V6-Maschine mit 226 PS, und die gab es bisher nur im Zweisitzer – aus gutem Grund, wie es werksseitig immer hieß. Der starke Motor und die (notgedrungen) extraharte Hinterachsfederung des Viersitzers wären der beste Weg, um bei schneller Fahrt das Auto in den Graben und die Fondpassagiere in die Umlaufbahn zu katapultieren.

Das war schon beim verblichenen Plus 8 so, den es ebenfalls nicht als Viersitzer zu kaufen gab. Doch die Zeiten ändern sich, auch bei der Morgan Motor Company in den idyllischen Malvern Hills. Nicht, dass dem Management das Wohlergehen der Käufer nun weniger am Herzen liegen würde. Aber Teile der Viersitzer-Kundschaft dann muss selbst mancher durchtrainierte Held des High- Tech-Zeitalters die Waffen strecken. Ein ähnliches Schicksal droht freilich auch etwaigen Fahrgästen, sofern sie im Fond Platz nehmen.

Vor allem empfiehlt es sich, die Anschnallpflicht zu beachten, denn nirgends ist der Rücksitzgurt so wertvoll wie in einem scharf gefahrenen Morgan Fourseater. Ohne die Rückhaltevorrichtung genügen nämlich schon mittlere Fahrbahnunebenheiten, um die Passagiere aus den Sitzen zu heben. Grobe Verwerfungen berechtigen zur Ausstellung eines Flugscheins.

Zumindest bei forcierter Gangart bleibt also alles beim Alten. Reißt sich der Fahrer indessen am Riemen, erwartet die Passagiere ein Offenfahrgenuss, der seinesgleichen sucht.

Kommentare
Bild vergrößern
Wolfgang König

Autor:

Anzeige
Top Artikel
Audi A1 Sportback Fahrbericht: Aufgeladene Basisversion ab 17.250 Euro

Nicht gerade günstig, aber dafür ausgefeilt: der Audi A1 Sportback mit dem aufgeladenen Benziner 1.2 TFSI mit 86 PS im Fahrbericht.

Audi A1 Sportback 1.2 TFSI, Seitenansicht
Opel Combo CNG im Fahrbericht: Erdgas-Variante mit spürbarem Schub

Wie viel Opel steckt in dem bei Fiat produzierten Hochdachkombi Opel Combo? Fahrbericht der aufgeladenen Erdgas-Version.

Opel Combo 1.4 Turbo CNG, Frontansicht
Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Motor Klassik
Raketenautos: Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75

Batman fuhr mehr als einen, Daniel Düsentrieb sowieso, Opel erlangte durch sie Weltruhm und Chrysler baute eine Kleinserie.

Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75
4WheelFun
Superkarpata Trophy 2012: Live-Report – Offroad am Limit

Brutaler Wettbewerb: Eine Woche lang schlagen sich die Teams auf eigene Faust durch die rumänischen Karpaten. Ein Live-Tagebuch.

Live-Report – Offroad am Limit
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...