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Fahrbericht Artega GT

Der Artega GT erobert die Sportwagenwelt

Foto: Frank Herzog 31 Bilder

Gewinnwarnung, Einsparungen, Absatzeinbußen – manch großer Automobilhersteller ist auf Schleuderkurs. Und dann kommt da einer, um eine neue deutsche Sportwagenmarke zu etablieren. Das Konzept des Artega GT zeugt nicht nur von Mut und Know-how, sondern überzeugt auch in der Praxis.

10.09.2008 Jochen Übler Powered by

Es scheint alles so einfach zu sein, wenn man die richtigen Stellhebel kennt und sie zu bedienen weiß. Auch das 21. Jahrhundert lässt noch Raum für Aufbruchstimmung. Vorausgesetzt, der gefasste Entschluss wird mit aller Entschlossenheit verfolgt und von einem goldenen Händchen sowie einer entsprechenden finanziellen Grundlage gestützt. Artega GT – der neue deutsche Sportwagen – lautet die passend selbstbewusste Parole.

Ein Credo für die unumstößliche Überzeugung am Erfolg der Sache, nicht nur am Objekt an sich. Da Klaus Dieter Frers, Initiator, Erdenker und Finanzier des Artega GT, trotz seiner Liebe zum Automobil im Allgemeinen und zum Sportwagen im Speziellen bei aller Euphorie zum ersten Serienprodukt vor allem eines ist: ein rational denkender Geschäftsmann. „Ich will mich doch nicht ruinieren. Hinter dem Artega GT steckt ein nüchtern kalkulierter Businessplan“, hebt Frers jegliche Zweifel an dem ehrgeizigen Projekt bereits im Ansatz aus den Angeln.Dass er das Business versteht, hat er schon mit seiner Automobilzulieferfirma, der Paragon AG, bewiesen. Hier weiß einer nicht nur, was, sondern auch warum er es tut.

Artega GT – Sportwagen des 21. Jahrhunderts

Der Artega GT ist nicht die kostspielige Umsetzung des verrückten Jugendtraums vom eigenen Auto, sondern eine glasklare Bekundung, wie ein Sportwagen des 21. Jahrhunderts aussehen soll. „Wie GTs in den Sechzigern: angemessen motorisiert und vor allem leicht“, fasst Frers die Grundzüge seines Zweisitzers zusammen. Der vieles sein soll, nur nicht Retro. Ein reiner Sportwagen zwar, aber mit Langstrecken- und Alltagsqualitäten. Keine puristische Fahrmaschine, sondern „automobiler Genuss ohne Reue“. Wodurch der Artega GT sozusagen als Zweitverwertung den Puls der Zeit trifft. Schließlich dient der streng praktizierte Leichtbau nicht nur der Fahrdynamik, sondern auch dem Verbrauch.

Ein moderner Sportler also, wie aus dem Lehrbuch. Flach und kräftig, nicht zu muskulös, um behäbig zu wirken. Ein bisschen Ferrari, ein Schuss Aston Martin, eine Prise Porsche und doch eigenständig. Mit Eindruck schindenden Rundungen am rechten Fleck. Ein gestrafftes, markantes Gesicht. Ein flaches, breites Heck und ein rückwärtiger Überhang, der eigentlich gar keiner ist. „Von vornherein war klar: vier Meter Länge und nicht mehr“, blickt Klaus Dieter Frers auf die Anfänge zurück. Auf das Ende des Jahres 2005 beispielsweise, wo das Technikpaket festgezurrt wurde. Oder auf März 2006, wo Designer Henrik Fisker erstmals den Griffel spitzte. Und nun soll das Ding also fix und fertig sein? „Fertig“, so Frers, „ist man bei so einem Projekt nie. Wir werden, wie in der Automobilindustrie üblich, peu à peu weiterentwickeln.“

Produktionsziel: 500 Artega GT pro Jahr

Die grundsätzlichen Erprobungen sind jedoch zur vollsten Zufriedenheit abgeschlossen. Die Produktion der ersten Serie beginnt. In einem imposanten, frisch aus dem Boden gestampften Gebäudekomplex mit einer Fläche von 4.000 Quadratmetern. Hier werden die aufwendig konstruierten Aluminiumrahmen ebenso von Hand geschweißt wie die doppelten Dreieckslenker des Fahrwerks und die Dachkonstruktion oder der hintere Aggregateträger aus Stahl. Die Karosserieteile – erstmals bei einem Automobil komplett aus Polyurethan gefertigt – werden zugeliefert.

Die Endmontage des auf Industrieniveau komplettierten Neueinsteigers erfolgt in sechs Takten an zwei Fertigungslinien in der Artegastraße 1 in Delbrück. Zwei Exemplare sollen pro Tag die neuen Hallen verlassen. 500 Einheiten pro Jahr sind das Endziel, 75.000 Euro der verlockende Grundpreis. 35 Händler werden den Artega GT künftig weltweit an den Mann oder die Frau bringen, rund ein Dutzend Vertriebsstellen stehen für Europa bereits unter Vertrag. Denen werden die Verkaufsargumente auch so leicht nicht ausgehen. Da der Reisesportler nahezu keine Kompromisse fordert. Auch nicht bezüglich der Sicherheit.

Bestandene Crashtests gehören dazu

„Obwohl für einen Kleinserienhersteller nicht vorgeschrieben, haben wir dennoch Real-Crashtests durchführen lassen. Überdies bieten wir vier Airbags“, rühmt Klaus Dieter Frers das Sicherheitspaket. Ab dem nächsten Frühjahr verfügt der Mittelmotorsportler dann auch über ein dreistufig anwählbares, wahlweise deaktivierbares ESP. Eine ABS-Entwicklung für die mit Brembo-Komponenten ausstaffierte Bremsanlage ist schon länger abgehakt. Frers lädt stolz zum Selbstversuch, in ein Umfeld überzeugender Solidität und Qualität. Hinein in Recaro-Sitze, die beste Ergonomie und Seitenhalt bieten. Umgeben von einem Innenraum mit klaren Strukturen, hochwertiger Verarbeitung, luftiger Gestaltung und mit genügend Platz für zwei Personen bis zu einer Körpergröße von gut und gerne 1,85 Meter.

Bereit für die Zündung. Der Drehzahlmesser und der Tacho blitzen als zentrale Informationseinheit auf. Flankiert werden die illuminierten Zeiger von einem TFT-Bildschirm, dessen Anzeigenformate frei wählbar sind. Wenig Verspieltheit, viel Klarheit und eine fulminante Stimmgewalt des vor der Hinterachse platzierten 3,6-Liter-V6-Motors, dessen Herkunft in diesem Umfeld nur durch die perfekt vollführte Schaltarbeit des Doppelkupplungs-Getriebes zurückzuverfolgen ist. Für gewöhnlich verrichtet der Direkteinspritzer im VW Passat R36 eher bieder seinen Dienst.

Leistungsgewicht von 3,7 kg/PS

Im lediglich 1.100 Kilogramm leichten Umfeld wird er zum heißen Brandstifter: druckvoll ab 2.000 Touren und unaufhaltsam feurig bis 6.600/min. Was Verzicht auf Gewicht nicht so alles bewirken kann. Wie auch jene Leichtfüßigkeit, mit der sich der westfälische GT zackig und ehrlich um die Ecken saugt. Oder den Federungskomfort, den der Hecktriebler trotz seiner marginalen Wankneigung noch bietet. Es ist kein Zufall, dass die Traktion auch ohne Sperrdifferenzial bemerkenswert ausfällt.

Der hohe konstruktive Aufwand, beispielsweise zur Erreichung der Gewichtsverteilung von 42,5 zu 57,5 Prozent, ist auf jedem Meter erfahrbar. Ganz zu schweigen von der Bremsleistung, die abgesehen von ihrer maximal möglichen Vehemenz auch perfekt zu dosieren ist. Einzig die direkte, sehr leichtgängige elektrische Lenkung erfordert zunächst ein gewisses Maß an Eingewöhnung. Dass der Artega GT ein großer Wurf wird, hat sich schon in seiner Kinderstube abgezeichnet. „Wenn du vorgibst, wie sich das Auto theoretisch anfühlen soll, und du fährst zum ersten Mal, und zu 85 Prozent ist es so, wie du es wolltest – das ist Wahnsinn“, blickt Frers zurück. So einfach kann es sein ...

Technische Daten
Artega GT
Grundpreis79.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4015 x 1882 x 1180 mm
KofferraumvolumenVDA300 L
Hubraum / Motor3597 cm³ / 6-Zylinder
Leistung220 kW / 300 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit273 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,8 s
Verbrauch8,9 L/100 km
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