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New York im Mercedes-AMG G 65

Im 220.000 Euro-SUV mit V12 durch New York

New York, Mercedes-AMG G 65, Impression Foto: Dirk Weyhenmeyer 16 Bilder

Mindestens 218.825 Dollar kostet ein Mercedes-AMG G 65 in den USA. Das reicht locker, um an den verkehrsreichsten Kreuzungen der aufregendsten Stadt der Welt aufzufallen – unterwegs im Zwölfzylinder-G zwischen Brooklyn und Manhattan.

17.10.2016 Heinrich Lingner 1 Kommentar Powered by

Es ist ja nicht immer ratsam, genau das zu unternehmen, wovor die Reiseführer eindringlich warnen: etwa mit locker geschultertem Rucksack durch São Paulo schlendern, in Bukarest Straßenhunde streicheln oder in San Antonio das Chili in Extrascharf bestellen. Autofahren in Manhattan gehört ebenfalls auf diese Liste.

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Impression New York im Mercedes-AMG G 65
auto motor und sport 16/2016
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New York, Mercedes-AMG G 65, ImpressionFoto: Dirk Weyhenmeyer
In New Yorks Innenstadt umspülen gelbe Taxis den mattgrauen G 65.

Parkplätze gibt es nicht oder sie sind teurer als Altbauwohnungen in Schwabing, die durchschnittliche Verkehrsdichte ist unwesentlich lichter als in Kairo zur Rushhour, und links abbiegen ist fast immer verboten, außer nachts oder in Brooklyn. Drüben, auf der anderen Seite des East River, der ja entgegen seinem Namen kein Fluss ist, sondern ein Meeresarm zwischen den Inseln Long Island und Manhattan, steht ein Mercedes für die Tour bereit. Ein Fahrer bringt den Wagen zum Brooklyn Bridge Park im Schatten der Brücke, der Treffpunkt hätte nicht passender sein können. Denn die Brücke, die seit über 130 Jahren die Südspitze der Insel Manhattan mit Brooklyn verbindet, ist das Herz von New York.

Bevor sie für eine dauerhafte Verbindung über den East River sorgte, bestand New York aus Manhattan, Brooklyn war eine Stadt auf der anderen Seite des Wassers. Erst die Brücke machte aus den beiden Millionenstädten links und rechts des launischen East River die größte Stadt der Welt, mit damals 2,5 Millionen Einwohnern, zehn Jahre später zur Jahrhundertwende waren es bereits eine Million mehr.

Hipster und Orthodoxe

Heute sollen es so 8,5 Millionen sein, die in den fünf Boroughs von New York – außer Manhattan und Brooklyn noch Queens, Bronx und Staten Island – leben. Nicht wenige haben sich offenbar am Park versammelt, sie wuseln über die Grünflächen, sitzen am Wasser, schlürfen Coffee to go. Eine bunte Mischung: Hipster, und viele Anhänger verschiedenster Religionen, die das Tragen wehender Gewänder erfordern, doch auch ganz normale Passanten sind darunter.

New York, Mercedes-AMG G 65, ImpressionFoto: Dirk Weyhenmeyer
Immerhin ist das Navi Serie, beim Grundpreis von fast 220.000 Dollar ist das nicht zu viel verlangt.

Der Fahrer gibt eine kurze Einweisung in den G 65, im Wesentlichen rät er, die Differenzialsperren nicht zu betätigen. Nein, machen wir nicht. Und weil er offenbar ein Witzbold ist, sagt er einem Passanten, der neugierig fragt, wer denn in dem auffälligen Auto sitze, das sei der Wagen von Paul McCartney.

Einbahnstraßen in Brooklyn

Daraufhin werden wir von mindestens zehn Smartphones fotografiert, bevor wir den Weg in Richtung der Brückenrampe suchen. Der ist nicht so ganz einfach zu finden, selbst wenn sich das Navi richtig Mühe gibt. Ein Teil von Brooklyn Heights, so heißt das Viertel links der Brückenrampe, besteht aus Einbahnstraßen, der andere aus Sackgassen.

Immerhin ist das Navi Serie, beim Grundpreis von fast 220.000 Dollar ist das nicht zu viel verlangt. Im Comand Online für den US-Markt ist ebenso das Satellitenradio Sirius XM enthalten. Es bietet Musik für jeden Geschmack, doch den für New York passenden Soundtrack zu finden, ist trotzdem unmöglich. Zu bunt, vielfältig und chaotisch ist diese Stadt.

Das ist gut, denn es ist für den New-York-Neuling nicht so einfach, im hektischen Verkehr auf der Brückenauffahrt die richtige Balance zwischen schwungvollem Lückenzufahren und bummeligem Warten zu finden. Die Öffnungen für die Fahrbahnen in den südlichen Pfeilern wölben sich über uns wie die Fenster einer gotischen Kathedrale. Das soll kein Zufall sein, der im thüringischen Mühlhausen geborene Brückenbauer John August Roebling hat angeblich die Öffnungen den Fenstern der gotischen Kirche in seiner Heimatstadt nachempfunden.

New York, Mercedes-AMG G 65, ImpressionFoto: Dirk Weyhenmeyer
Auch in den chaotischen und bunten Straßen New Yorks bleibt der G 65 ein Hingucker.

Überhaupt gibt es über die wichtigste Brücke der Stadt so viel zu erzählen, dass sich allein damit mehrere Artikel füllen ließen. Roebling starb noch vor Baubeginn an einer Blutvergiftung. Sein Sohn Washington Roebling übernahm die Bauleitung, erkrankte jedoch nach zu langem Aufenthalt in einer der Druckkammern am Meeresboden und saß danach gelähmt im Rollstuhl. Seine Frau Emily Warren Roebling überwachte den Brückenbau für ihren erkrankten Ehemann bis zum erfolgreichen Abschluss 1883.

Inzwischen haben wir uns über die Brücke gestaut. Der Sechsliter-Zwölfzylinder des G 65 quirlt mit seinen 621 PS etwas gelangweilt im Drehmomentwandler, die paar PS, die er für Schritttempo benötigt, die hat er bereits im Leerlauf. Gelbe Taxis umspülen den mattgrauen Mercedes wie 40 Meter tiefer der Atlantik die Brückenpfeiler. Wir biegen rechts auf den FDR Parkway ab, das Kürzel steht für Franklin Delano Roosevelt, den US-Präsidenten während des Zweiten Weltkriegs.

Baustelle am Times Square

Wir folgen dem Parkway nach Norden am East River, drüben liegt Williamsburg, der hipste Teil von Brooklyn. Die weitgehend ausgebeinte Domino-Zuckerfabrik und ein uralter roter Pepsi-Cola-Schriftzug schimmern übers Wasser. Rechts ab und unter dem Parkway durch tauchen wir in den trotz seiner Größe recht übersichtlichen Straßendschungel von Manhattan ein, weichen einem Ford-Edge-Streifenwagen aus und sind bald danach am Times Square.

Der Platz zwischen Broadway und 7th Avenue ist halb Baustelle, halb Touristenmagnet. Menschen überall, in Schlangen vor Theatern, Museen und ähnlichen Sehenswürdigkeiten. Kleiner Touri-Tipp am Rande: Kaufen Sie niemals einen dieser New-York-Pässe, die bevorzugten Eintritt in Sehenswürdigkeiten versprechen, alle anderen in den Schlangen haben den nämlich ebenfalls.

Wir umkurven den Times Square, der Mercedes zieht die Blicke auf sich, dabei wissen die hier gar nichts von Paul McCartney. Über die Fifth Avenue fahren wir Richtung Lower Manhattan, vorbei am Empire State Building und dem Madison Square Park. Hinter New Jersey geht die Sonne unter. Der Fahrer wartet am Hotel auf das Auto. Wo er denn jetzt hinmüsse, frage ich. Nach Atlantic City, zum Roulettespielen. Keine Ahnung, ob er das ernst meint, immerhin fällt mir dazu der richtige Soundtrack ein.

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Schöner Bericht, ich habe 20 Jahre genau dort gewohnt, in Dumbo an der Brooklyn Bridge. Ein G65 ist hier nichts besonderes, eher ein "typischer" Sleeper, also ein Auto das mehr ist, als es scheint.
Ich hatte dort zwar auch 2 Autos, aber bin eigentlich nie mit dem Auto in die Stadt gefahren, es dauert einfach so viel länger als mit der Subway.
Aber hier ein "Geheimtipp" von Kenner: Am frühen Sonntagmorgen kann man in Manhattan überall hinfahren - und ich meine überall! - und das in "notime", also in Nullkommanix. Denn da schläft sogar New York, und wohl auch die meisten Cops (Toi Toi Toi ;-)
Cheers!

jpnyc 19. Oktober 2016, 11:32 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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