Nissan Cube im Fahrbericht: Ein enorm selbstbewusster Auftritt

Der Trend zu kleinen Autos ermutigte Nissan, die auf dem Note basierende dritte Generation des seit 1998 gebauten Cube auch in Europa anzubieten. Wie sich der kantige Kleinwagen geschlagen hat, lesen Sie in unserem Fahrbericht.

Moderne Kleinwagen sehen meist rundlich-treuherzig wie Tierbabys (Citroën C3) oder seriös wie Banklehrlinge (VW Polo) aus. Eine Boxervisage ist dagegen neu. Der Nissan Cube wirkt so, als habe er beim Training eine richtig harte Linke auf die Nase bekommen. Zusammen mit der kantigen Grundform verschafft das dem 3,98 Meter langen Viertürer einen enorm selbstbewussten Auftritt. Die beiden jeweils 110 PS starken Motoren sprechen ebenfalls gegen den Status eines gewöhnlichen Kleinwagens.

Der Nissan Cube will komfortabel sein

Doch Nissan betont, dass der Viertürer seine Passagiere komfortabel durch europäische Metropolen befördern soll. Dafür wurden eigens Sitze mit Stahlfeder-Polsterung montiert, die zusammen mit dem samtigen Bezugsstoff an Omas Sofa erinnern - und genausoviel Seitenhalt bieten. Die hintere Bank lässt sich in der Länge um 24 Zentimeter verschieben, weshalb das Kofferraumvolumen zwischen 260 und 410 Litern variiert. Leider lässt sie sich nach dem Umlegen der Lehnen nicht weiter nach vorne klappen, und auch die Ladekante geriet unpraktisch hoch. Netterweise wurde daran gedacht, die Hecktür für den Rechtsverkehr auf der linken Seite anzuschlagen.

Der Innenraum bietet viel Licht und Platz

Vor allem das Platzangebot für Passagiere profitiert von der Kastenform und die Rundumsicht von den steil stehenden, großen Scheiben. Für viel Licht von oben sorgt überdies ein Glasdach. Überhaupt präsentiert sich das Interieur auf angenehme Art rationaler als das Exterieur, was sich beispielsweise in gut ablesbaren Rundinstrumenten ausdrückt.

Der Nissan Cube ist ausreichend motorisiert

Auch unter der Haube finden sich keine Extravaganzen. Der 1,6-Liter-Benziner sucht den Begriff Downsizing noch im Wörterbuch und verlangt derweil nach Drehzahlen, um richtig auf Touren zu kommen. Dabei hilft das leicht schaltbare Fünfganggetriebe, das durch eine stufenlose Automatik ersetzt werden kann (1.500 Euro Aufpreis). Dank der üppigen Leistung muss der Nissan Cube weder Landstraße noch Autobahn fürchten, zumal das straffe Fahrwerk und das serienmäßige ESP die Deckung in brenzligen Situationen verstärken.

Drei Ausstattungspaketen und allerlei Zubehör stehen bereit

Noch mehr Bums bietet der Diesel mit 1,5 Liter Hubraum und einem maximalen Drehmoment von 240 Newtonmetern (Benziner: 153 Nm), der jedoch nach 2.000 Euro Extra-Gage verlangt. Dafür kommt dann ein gut abgestuftes Sechsganggetriebe frei Haus. Beide Antriebsvarianten können mit drei Ausstattungspaketen und allerlei Zubehör aufgerüscht werden - was den Nissan Cube noch ungewöhnlicher erscheinen lässt.

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Jens Dralle

Autor:

auto motor und sport, Heft 04 / 2010

Passt der Nissan Cube mit seinem Japan-Design nach Europa?
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