Wirklich neu ist er nicht, der Tiida, dessen Name im Japanischen für Gezeiten-Wechsel steht. Im Heimatland gibt es ihn bereits vier Jahre lang, seit Anfang 2006 rollt er als Versa auf amerikanischen Straßen, und in Asien heißt er Latio. Gebaut wird das Nissan-Weltauto – wahlweise mit Schräg- oder Stufenheck – für den deutschen Markt im mexikanischen Werk Civac. In Westeuropa gab es den Viertürer bislang nicht. Das soll sich ab Ende Januar ändern, denn die Marketingstrategen von Nissan brauchen einen Nachfolger für Almera und Primera zugleich. Beide wurden vor rund zwei Jahren ersatzlos eingestellt, bieten aber mit über 400 000 Bestandskunden ein großes Potenzial für Neukäufe. Daran gemessen ist das jährliche Absatzziel von rund 6000 Autos in Deutschland sehr bescheiden. Mit 4,30 Meter Länge passt die Schrägheck-Limousine exakt in die Golf-Klasse. Den optischen Auftritt des schmal und hoch wirkenden Viertürers prägen das moderne, von Murano und Note inspirierte Nissan-Familiengesicht sowie breite, sehr spitz zulaufende Leuchteinheiten. Ebenfalls markant: die pfeilförmige Heckklappe, die eine schmale Luke freigibt. Sie führt zu einem ansehnlichen Kofferraum, der je nach Position der um 24 Zentimeter längs verstellbaren Fondbank zwischen 300 und 425 Liter fasst. Die Bank kann ebenso wie ihre geteilten, neigungsjustierbaren Lehnen in etwa zehn verschiedenen Stellungen einrasten. Für größere Transportaktivitäten lassen sich die Lehnen vorklappen – so entsteht eine zweiteilige, nach vorne leicht ansteigende und durch eine hohe Stufe getrennte Ladefläche.
Nissan Tiida: Jap der guten Hoffnung
Mit dem Tiida möchte Nissan in der vernachlässigten Kompaktklasse wieder ein Wörtchen mitreden. Der hoch bauende Golf-Konkurrent soll mit gutem Raumangebot und günstigen Preisen punkten.
Autor: Werner Schruf
Ist der Nissan Tiida eine Bereicherung der Kompaktklasse?



