Der erste in der Runde ist der Cadillac SRX Sport Luxury, dessen 258 PS starker 3,6-Liter-V6 eine Affinität zum verhaltenen Gleiten zeigt. Er brummelt entspannt dahin, schreit erst beim deftigen Tritt aufs Gas gequält auf und schraubt sich unter anschwellendem mechanischen Geheul auf 6.500 Touren. Gefühlsmäßig wird der SRX dabei allerdings deutlich lauter als schneller. Zumal ihm die träge schaltende Fünfstufenautomatik mit großen Sprüngen zwischen den Gängen und zögerlichem Ansprechverhalten die Arbeit zusätzlich erschwert.
Weniger klotzig, dafür japanisch-geschliffener tritt der Lexus RX 350 auf, als Executive Line 49.650 Euro teuer. Obwohl seine Automatik mit fünf Stufen auskommen muss, schaltet sie weich und passend, lässt den 276 PS starken V6 nach Bedarf verbrauchsgünstig und kaum hörbar im Drehzahlkeller grummeln - oder obenraus angriffslustig jubeln. Auch wenn der mit 1.891 Kilogramm Leergewicht vergleichsweise leichte RX 350 in nur 7,6 Sekunden auf 100 km/h sprintet, ist seine Höchstgeschwindigkeit ebenfalls elektronisch auf 200 km/h limitiert.
Trinkfreudig: Touraeg und Cayenne
Der 2.372 Kilogramm schwere Touareg verlangt nicht nur reichlich Super Plus - Testverbrauch 16,2 Liter -, sondern dem 280 PS starken FSI auch einiges ab. Da gerät selbst die bei beschaulicher Fahrt souverän agierende Sechsstufenautomatik in Stress. Gleiches gilt für das komfortabel abgestimmte Fahrwerk, das in schnellen Kurven deutliche Wankbewegungen zulässt. Wer dagegen etwas fahrerische Muße mitbringt, findet im VW einen wohlerzogenen, wenn auch teuren Partner, der mit bequemen Sitzen in herrschaftlichem Ambiente und dem kultivierten V6 auch größere Distanzen gelassen überwindet.
Spontan ansprechend und heiser grollend pusht der 3,2-Liter-V6 den 2.356 Kilogramm schweren Cayenne in 9,7 Sekunden auf Tempo 100, strammer Durchzug steht aber nicht auf dem Programm. Dabei führen das optionale, straff abgestimmte Luftfahrwerk mit adaptiven Dämpfern und die direkte, mitteilsame Lenkung den Fahrer ständig in Versuchung, das überraschend agile Handling auszukosten. Zumal das kalkulierbare Eigenlenkverhalten des Cayenne zum Spielen einlädt.
Geschliffen geht der Mercedes ML 350 zur Sache
Sein 272 PS starker 3,5-Liter langt bereits im mittleren Drehzahlbereich kräftig zu, verwaltet Leistung und Drehmoment per Siebenstufenautomatik situationsgerecht und flink. Kaum merklich wechselt der Automat die Stufen und lässt den V6 unter kernigem Trompeten ausdrehen - oder aber flüsterleise über den Boulevard schlendern.
Zumal er gegen Aufpreis mit sperrbarem Mitten- und Hinterachsdifferenzial, Geländereduktion sowie Unterbodenschutz auch mal talentiert durchs Unterholz bricht. Mittendifferenzial und Getriebeuntersetzung sind bei Cayenne und Touareg bereits serienmäßig, weitergehende Kraxelausrüstung, wie etwa entkoppelbare Stabilisatoren oder Hinterachssperre, gibt es gegen Aufpreis.




