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Fahrbericht Opel Astra K (2015)

Wie der neue Golf-Gegner fährt

Opel Astra 2015 Bratislava Fahrbericht Foto: Jonas Greiner 20 Bilder

Opel nimmt erneut Anlauf, um die Spitze des Kompaktsegments zu erobern. Wir durften ans Steuer des neuen Astra und sogar das neue Wunderlicht bei Nacht probieren. Wie nah kommt der Astra Jahrgang 2015 ran, an den Klassenprimus VW Golf?

22.09.2015 Patrick Lang 1 Kommentar

Alles wird größer. Smartphone-Displays, Anforderungen an Berufseinsteiger und eben oft auch Autos. Nicht so der neuste Opel Astra. Das Kompaktmodell schrumpft in der Länge um fünf und in der Höhe um zwei Zentimeter. Den Bauchspeck hat sich der Rüsselsheimer zudem abtrainiert und ist je nach Modell mindestens 140 Kilo leichter geworden. Komplett neue Motoren gibt´s oben drauf. Also ran an den (abtrainierten) Speck und auf zur Testfahrt.

Schon beim Einsteigen gefällt der Neue mit luftigem Raumgefühl. Trotz des Minus bei Länge und Höhe haben alle Passagiere bequem Platz, sowohl vorne als auch hinten. Bei der Innenraumgestaltung haben die Rüsselsheimer nachgelegt: Das Cockpit sieht gut aus und fühlt sich gut an - die Wertigkeit der Materialien ist spürbar gestiegen.

Opel Astra 2015 Bratislava Fahrbericht
Fahrtermin Opel Astra 1:50 Min.

Opel Astra bringt weniger Leistung als erwartet

Unser Testwagen war mit dem neuen 1,4 Liter Vierzylinder-Turbo ausgestattet. Dieser Benziner leistet 150 PS - fühlt sich aber nicht so an. Die Erwartungen, ordentlich Turbopower könnte zusammen mit Gewichtseinsparungen für ein rasantes Fahrgefühl sorgen, wird enttäuscht. Aus dem Drehzahlkeller klettert der Astra etwas bemüht. Erst auf Landstraßen lässt er sich durchaus spritzig durch Kurven und über Kuppen scheuchen. Das erfordert aber ordentlich Schaltarbeit mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe. Wer sportlich unterwegs sein will, muss bis 120 km/h die Gänge 5 und 6 auslassen.

Super: die Vordersitze. Der Fahrer kann von der Neigung der Sitzfläche bis hin zu der Enge der Seitenwangen stufenlos durchregulieren, sich massieren, lüften oder aufheizen lassen. So bleibt man auch auf unebenen Straßen fest im Sattel und kann sich den potentiellen Angstschweiß wegkühlen lassen. Weniger entspannt sitzt es sich im Fond. Nicht weil es dort an Platz mangelte, sondern weil es einiges holpriger zugeht - zur Verbesserung des cW-Wertes wanderte die Hinterachse näher an den Fahrzeugboden. Jetzt scheint es ein wenig an Federweg zu fehlen.

Das Fahrwerk macht Meldung

Ansonsten macht das Fahrwerk einen sehr guten Job. Einfache Unebenheiten werden weggebügelt, das Gefühl für die Straße bleibt dabei nicht auf der Strecke. Der Asphalt darf immer noch ein bisschen Rückmeldung bis zum Fahrer durchschicken. Die Bedienung des Infotainment-Systems ist ein klarer Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Trotzdem bleibt Luft nach oben. Dass sich im Navi gespeicherte Routen beispielsweise hinter dem Icon "Kontakte" verbergen, macht auf Anhieb nicht wirklich Sinn. Zudem fehlt ein Button, um direkt auf Navi zu schalten, unterhalb des Displays. Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, dass sich dieser auf dem Touchscreen von oben ausklappt, sobald man den Bildschirm berührt.

Sonst lässt sich der Astra aber gut bedienen. Die Schalteranordnung ist sinnvoll und gut platziert, auch Neulinge dürften sich im Cockpit des neuen Opel Astra schnell zurechtfinden. Das Service-System Onstar, das mit dem neuen Astra seine Premiere in Deutschland feiert, bringt drei neue Tasten mit sich. Sie sitzen vor dem Innenspiegel am Dach und stören die Strukturierung des Cockpits nicht. Der Dienst könnte bei den Kunden ein echtes Bedürfnis erfüllen. So kann man sich durch einen Knopfdruck mit einen Onstar-Mitarbeiter verbinden lassen, der einem dann bei Bedarf eine Route ins Navi laden oder den Zustand des Fahrzeugs rapportieren kann. Das funktioniert auf Anhieb sehr gut und unkompliziert.

Opel Astra reguliert den Leuchtkegel

Das hoch gepriesene Intellilux LED-Licht ist in dieser Klasse ein echtes Alleinstellungsmerkmal und bei Opel ein wichtiger Teil der Kommunikationsstrategie. Auf ebenen Pisten weiß die Technik zu beeindrucken. Man fährt quasi mit Dauer-Fernlicht, das System blendet vorausfahrende und entgegenkommende Fahrzeuge aus dem Lichtkegel aus. Das Ergebnis ist eine deutlich verbesserte Sicht. Zaubern kann auch auch Intellilux nicht. Bei unseren ersten Fahrten ließ die Reaktionszeit des Systems noch etwas zu wünschen übrig. Und in Kurven und an Kuppen kommt die Technik an ihre physikalischen Grenzen und erkennt andere Verkehrsteilnehmer eben erst, wenn deren Lichtkegel auf den Intellilux-Sensor trifft. Gefühlt ist das aber zu spät. Immerhin: Die kontinuierliche Regulierung der Ausleuchtung lässt sich bei Bedarf ausschalten.

Apropos Sichtverhältnisse: In Sachen Rundumsicht lässt der Astra einige Konkurrenten hinter sich. In alle Richtungen ist ein ausreichend großes Sichtfeld vorhanden.

Fazit:

Der Opel Astra der fünften Generation ist ein gutes Auto. Optisch und technisch ist der Kompakte aus Rüsselsheim am Puls der Zeit. Verarbeitung und Gestaltung machen einen sehr guten Eindruck. Das Raumgefühl ist wohl einer der größten Pluspunkte des Astra, der 1,4-Turbo-Benziner weniger. Fürden Alltagsgebrauch reicht er natürlich völlig aus. Ambitionierte Fahrer sollten aber wahlweise zum 1,6-Liter mit 200 PS oder zu einem vermutlich durchzugskräftigeren Dieselaggregat greifen - zusammen mit den sonstigen Qualitäten eine vielversprechende Kombination in der Kompaktklasse.

Fazit

Der Opel Astra der fünften Generation ist ein gutes Auto. Optisch und technisch ist der Kompakte aus Rüsselsheim am Puls der Zeit. Verarbeitung und Gestaltung machen einen sehr guten Eindruck. Das Raumgefühl ist wohl einer der größten Pluspunkte des Astra, der 1,4-Turbo-Benziner weniger. Fürden Alltagsgebrauch reicht er natürlich völlig aus. Ambitionierte Fahrer sollten aber wahlweise zum 1,6-Liter mit 200 PS oder zu einem vermutlich durchzugskräftigeren Dieselaggregat greifen - zusammen mit den sonstigen Qualitäten eine vielversprechende Kombination in der Kompaktklasse.

Technische Daten
Opel Astra 1.4 DI Turbo ecoflex
Grundpreis24.040 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4370 x 1809 x 1485 mm
KofferraumvolumenVDA370 bis 1210 L
Hubraum / Motor1399 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (230 Nm)
Höchstgeschwindigkeit215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,5 s
Verbrauch5,1 L/100 km
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    Vielleicht sollte die AMS mal den Unerfahrenen Redakteur austauschen ..Denn andere Testredakteure un dich selbst kommen hier auf ganze andere Eindrücke .

    Motor: Ein kraftvolles Argument

    Einen der beliebtesten Motoren beim Opel Astra stellt der 150 PS starke Turbobenziner dar. Die Eckdaten: Der Opel Astra 1.4 Ecotec Direct Injection Turbo besitzt einen 1,4 Liter großen Turbobenziner mit 150 PS zwischen 5.000 und 5.600 Touren. Das maximale Drehmoment von 230 Nm liegt von 2.000 bis 4.000 U/min an. In Kombination mit der 6-Gang-Handschaltung und dem unauffällig arbeitenden Start-Stopp-System spurtet der Opel Astra in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erzielt eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h.

    So nüchtern die Zahlen klingen - der Opel Astra erstaunt mit einer ungewohnten Spritzigkeit. Opel setzt auf Performance durch Leichtbauweise: Je nach Modell und Ausstattung ist der neue Astra bis zu 200 Kilogramm, in jedem Fall aber mindestens 120 Kilogramm, leichter als sein Vorgänger. Das lässt sich im Vergleich zum alten Astra J deutlich spüren. Jeder braucht sich nur an seine Kindheit zu erinnern, wenn man losrennen wollte und jemand den Pullover festhielt - das war der alte Astra J. Der Neue darf richtig rennen.

    Der 150 PS-Benziner des neuen Astras legt sich ordentlich ins Zeug, hängt fein am Gas und dreht fröhlich hoch, bietet dazu viel Durchzug und besticht durch einen angenehmen, nicht zu aufdringlichen Sound. Leicht und präzise lässt sich derweil das manuelle 6-Gang-Getriebe schalten. Insbesondere im 4. Gang zeigt sich der Opel Astra kraftvoll im mittleren Drehzahlbereich, was ideal zum Überholen ist. Die Zahlen belegen es: Der Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h dauert nur 10,8 Sekunden - in dieser Klasse ein überzeugender Wert.

    Keine Spaßbremse! Deutlich agiler als erwartet

    Die aus dem Vorgänger bekannte, bestens arbeitende adaptive Dämpfer-Verstellung FlexRide entfällt leider, da zu wenige Kunden die Option „FlexRide“ bestellten. Aber seien wir ehrlich: Das neue Fahrwerk stimmte Opel so gut ab, dass FlexRide nicht erforderlich ist. Trotz des eher straff ausgelegten Fahrwerks absorbiert der neue Astra Straßenunebenheiten auch ohne adaptive Dämpfer bestens.

    Der neue Opel Astra lenkt dynamisch sowie genau ein und vermittelt ein deutlich direkteres Fahrerlebnis als der Vorgänger. Den Fahrspaß steigern die Agilität und die gelungene Fahrzeugkontrolle, wenn der Fahrer in schnellen Kurven Gas gibt. Ebenso überzeugend: Der Astra folgt sauber dem Lenkeinschlag und ermöglicht mit den 17-Zoll-Felgen höhere Kurvengeschwindigkeiten als erwartet - er fühlt sich regelrecht leichtfüßig an und zaubert schnell ein Lachen in das Gesicht. Sogar die Seitenneigung fällt erstaunlich gering aus.

    Bei sehr flotter Herangehensweise in Kurven kündigt sich der Grenzbereich durch ein sanftes Schieben über die Vorderräder an und das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) greift ein, aber ohne den Astra zu stark einzubremsen und den Fahrspaß dadurch zu reduzieren. Auffallend ist, wie leicht beherrschbar der Astra dabei bleibt. Dafür - und ebenso für mehr Grip - sorgt serienmäßig eine Traktionskontrolle, die ein Durchdrehen des kurveninneren Vorderrads verhindert und die für Fronttriebler typische Untersteuerneigung beim Beschleunigen in Kurven signifikant reduziert.

    Eine Giermomentkontrolle bremst außerdem situationsabhängig das kurveninnere Hinter- und/oder Vorderrad ab, während der Fahrer beschleunigt. Dadurch lenkt der Wagen präziser und beherrschbarer ein - er zieht sich förmlich in die Kurve und bleibt sogar in schnell angegangenen Biegungen länger neutral. Zweifellos verpassten die Macher dem neuen Opel Astra serienmäßig ein ausgefeiltes Gesamtpaket, um stets die Kontrolle zu behalten.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Der Opel Astra bietet den idealen Kompromiss aus Fahrspaß und Komfort. Der Kompakte von Opel liegt zwischen dem Komfort des VW Golf und der sportlichen Stabilität des Ford Focus.

    Tin 5. Juni 2016, 18:17 Uhr
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