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Opel GT Concept – Probefahrt im Concept Car

So fährt sich die Studie - mit 360-Grad-Video

Opel GT Foto: Opel 74 Bilder

Seit der Präsentation des GT in Genf lautet die Frage an Opel: Wann baut ihr den neuen Opel GT? Wir träumen schon mal von der Serienversion und haben das Concept Car gefahren und dabei mit Designer Friedhelm Engler gesprochen, wie er sich den neuen GT vorstellt. Außerdem dabei: Ein 360-Grad-Video von unserer Probefahrt mit dem Opel Concept GT.

28.04.2016 Gerd Stegmaier

Schön isser schon, der Opel GT, auch der moderne. Er ist klein (nur 3,85 Meter lang), aber nicht niedlich. Seine gelungenen Proportionen lassen ihn erwachsen und sportlich wirken, schmale Heckleuchten und Scheinwerfer betonen die Breite, die horizontalen Flächen in Schwarze pressen den Sport-Opel förmlich auf die Straße, die silbernen Flanken mit den scheinbar durchlackierten Scheiben betonen die eingezogenen Schweller; dieser Coke-Bottle-Schwung erinnert an den UR-GT von 1965. Erstaunlich: Das Original ist mit 4,11 Meter 26 Zentimeter länger. Die rote Linie und das dazu passende rote Vorderrad geben dem Concept Car schon im Stand Schwung und verhindern, dass der kleine Opel gedrungen wirkt.

Opel GT Concept
Weltpremiere in Genf 1:15 Min.

Opel GT Concept mit kluger Raumökonomie

Ok, die Form macht an. Aber das Einsteigen wird bei der Kompaktheit sicher anstrengend. Denkste! "Den GT haben wir von Anfang an so gebaut, dass Karl-Thomas Neumann (Opel-Chef) und Mark Adams (Chefdesigner) gut Platz finden. Beide sind etwa 1,90 Meter groß", erklärt der Designer Friedhelm Engler sein Projekt. Und vor allem: "Auch solche Staturen sollen beim Aussteigen aus dem GT eine gute Figur machen; schließlich könnte es ja gut sein, dass der Chef den Wagen auf die Messebühne fahren soll", so Engler.

  • Tatsächlich gelingt auch mir (1,84 Meter) der Einstieg mindestens so bequem wie beim in dieser Hinsicht vorbildlichen Vorgänger. Folgende Tricks helfen dabei:
  • Die Drehachse der Tür liegt noch vor der A-Säule. Das Türblatt geht bis zum Vorderrad. Der fehlende Radkasten und der als Antrieb vorgesehene, schmale, 3-Zylinder bringen den Platz für die Drehbewegung, der Türausschnitt reicht fast bis zur Spritzwand - da kommen auch Füße an langen Beinen bequem vorbei.
  • Der Schweller ist niedrig und stark eingezogen. Die Füße finden den Boden nahezu unmittelbar neben der Sitzfläche. Da muss niemand zuerst die Hüfte seitlich aus dem Auto schieben, um den Schwerpunkt nahe über den Standpunkt zu bekommen. "Bei einem Coupé kann man sich die Stabilität auch über einen kräftigen Mitteltunnel holen", erklärt Friedhelm Engler.
  • Pedale und Lenkrad fahren im Stillstand ein, so dass sie nicht im Weg stehen.

Platz ist im kleinsten Opel

Im Inneren geht es ähnlich ausgeklügelt zu.

  • Den Bauraum für eine aufwendige Sitzverstellung haben sich die Opelaner gespart. Stattdessen sind Pedale und Lenkrad elektrisch verstellbar.
  • Instrumente und andere Bedienelemente geraten so natürlich außer Reichweite, weil die Sitze zugunsten einer möglichst traktionsfördernden Position des Gewichts der Insassen so weit wie möglich nach hinten gerückt sind. Aber Friedhelm Engler meint: "Der GT soll seinen Fahrer erkennen, am Smartphone, oder am Schlüssel, dann stellt er sich automatisch auf ihn ein. Alle anderen Bedienelemente erreichen wir via Sprachsteuerung." Und die Schaltwippen sind glücklicherweise am Lenkrad.
  • Die Instrumente fallen wie beim Ur-GT und vielen historischen Opels am unteren Ende nach vorne ab. Das schafft zusätzlich Beinraum.
  • Der GT ist außen sogar schmaler als ein Adam, aber zur Innenraumbreite eines Insignia fehlen nur zwei Fingerbreit – das spürt man und es liegt an den schmalen Türen mit ihren weit heruntergezogenen Armlehnen. Beides wird möglich, weil die schmalen Scheiben nicht versenkbar sind und so auch die Türen viel schmaler sein können. Damit ein wenig Intimsphäre bleibt und einem die Passanten durch die tiefliegende Fensterlinie auf den Bauchnabel gucken, sind die Seitenscheiben mit einer so genannten Dot-Matrix bemalt, die von innen erstaunlich durchsichtig und von außen überraschend schwer zu durchblicken ist. Zusammen mit der Übergangslos in das transparente Dach übergehenden Frontscheibe ergibt sich ein sensationelles Raumgefühl. Gegen übermäßige Wärme würde man in der Serie auf eine "anständige Klimaanlage sowie eine elektrochromatische Tönung des Daches" setzen so Friedhelm Engler.

360-Grad-Video: Fahren Sie mit im Opel GT Concept! Einfach das Video starten und mit der Maus die Perspektive ändern!

Der Opel GT in Fahrt

Solche Ausblicke machen Lust zum Fahren. Das Concept Car kann das – allerdings ist der 1,0-Liter-3-Zylinder-Turbo mit 144 PS nur die vorgestellte Motorisierung einer möglichen Serienversion. Das Concept Car treibt ein zukunftsweisenderer Elektromotor an. Allerdings dürfte er in etwa die Größe eines Bohrmaschinen Antriebs haben und gut 100 kW weniger Leistung als der avisierte Verbrenner. Das reicht gerade mal für 25 km/h. Macht nix. Wir können uns ohnehin nur in der Halle bewegen.

Den Wählhebel für die Fahrstufen ersetzt ein Kippschalter an der Unterseite der Lenksäule. Mit etwas Geduld geht’s von P über R und N auf D. Dabei immer schön auf der Bremse stehen, sonst verweigert die Elektronik, damit der E-Motor keine Eisenspäne aus der Kraftübertragung macht. Fahrt-Richtungswechsel dauern also ein wenig. Wir fahren lieber Kreise und Achten zwischen den Ziegelwänden der alten Rüsselsheimer Werkhalle und freuen uns über das schicke Lenkrad und wie gut es erreichbar ist, nachdem wir es elektrisch zu uns herangefahren haben. Außerdem ist die Übersichtlichkeit großartig. Die A-Säulen stören selbst bei engen Kurven nicht im Blickfeld, durch das transparente Dach könnten wir die Wolken am Himmel ziehen sehen; hier in der Halle machen wir uns stattdessen Gedanken über die Linienführung der Heizungsrohre.

Gute Übersicht, tolle Peilkanten im Opel GT Concept

Die Querfugen im Betonboden erinnern uns zusätzlich daran, dass wir leider nicht über feingeschwungene Landstraßen im Taunus kurven, denn das Fahrwerk der Studie reagiert etwa so elastisch darauf, wie das eines Einkaufswagens. Trotzdem können wir uns schon so prima vorstellen, wie spaßig es wäre, mit einem Serien-GT durch Serpentinen zu wedeln und dabei über die gut konturierten Kotflügelkanten die Ideallinie anzupeilen.

Innen unter der A-Säule, wo man normalerweise Lüftungsdüsen erwarten würde spielen runde Displays bunte Bilder – das soll der Ersatz für die Rückspiegel sein, das Bild würde von Kameras stammen, die dem Wind viel weniger Widerstand entgegensetzen, "viel leichter und flexibler sind, in dem was sie zeigen", freut sich Engler auf die Zukunft. "Der tote Winkel ist dann genauso passé wie Kabel und Elektromotoren zur Spiegelverstellung." Auch in den Instrumenten spielt im Concept Car nur eine Demoversion. In der Mitte beispielsweise laufen die Termine aus dem persönlichen Kalender durch. Friedhelm Engler erzählt vom Beifahrersitz, wie schlau er sich den echten GT vorstellt. Er könnte zu Dir zu sagen: "Dein nächster Termin ist in einer Stunde, aber Du bist nur eine halbe Stunde davon entfernt. Ich kenne einen reizvollen Umweg. Soll ich Dir die Route zeigen?" Das klingt doch endlich mal nach einer sinnvollen Anwendung für Connectivity.

Wie könnte der Opel GT Concept in Serie gehen?

Im echten Leben ist jetzt die Fahrt mit dem Concept Car zu Ende. Bremsen, stehen bleiben; auf P schalten braucht’s gar nicht, ohne Gas fährt der GT nicht. Am Hebelchen über den virtuellen Rückspiegeln ziehen und die Tür öffnet sich elektrisch. Noch so was, das es nur im Concept Car gibt. Womit wir wieder am Anfang wären. Wir könnten uns den einen realen GT gut vorstellen. Aber Opel braucht dafür erstmal eine Heckantriebsplattform, am besten von einem Kooperationspartner, denn bei Opel gibt es sowas nicht mehr und im Mutterkonzern GM es nur viel zu groß und schwer. Fiat nutzt ja für den 124 Spider den Unterbau des nur gut 1000 kg schweren Mazda MX-5. 1.000 kg? Das steht auch in der Pressemappe des Opel GT Concept.

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