Opel Insignia Ecoflex: Der sparsamste Insignia im Fahrbericht

Opel Insignia Ecoflex

Mit dem 160 PS starkem Opel Insignia Ecoflex kommt jetzt der sparsamste Insignia. Fahreindrücke vom Spritsparmodell aus dem Hause Opel.

Krise? Welche Krise? Mit einem Absatzplus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gehört Opel zu den stärksten Profiteuren der Abwrackprämie. Und obwohl der Verschrot­tungs-Zuschuss hauptsächlich den Verkauf günstiger Kleinwa­gen ankurbelt, überflügelt auch das Topmodell Insignia mit über 120.000 Bestellungen die Kalkulationen der Produktions­planer bei Weitem.

Eine verbesserte Aerodynamik und lange Übersetzung helfen dem Opel Insignia beim Spritsparen

Mit einer neuen, spritspa­renden Version des 160-PS-Diesels will Opel die Nachfrage nach ihrem Hoffnungsträger weiterhin hochhalten. Das in allen drei Karosserie-Varianten lieferbare Ecoflex-Modell soll nämlich nochmals 0,6 Liter weniger verbrauchen als die ohnehin nicht gerade als Säufer ver­schriene Ausgangsbasis.

Für den verminderten Durst sorgt unter anderem die opti­mierte Aerodynamik an Unter­boden und Kühlergrill. Zusam­men mit einer Tieferlegung um zehn Millimeter drücken die Maßnahmen den cW-Wert der Limousine auf nur 0,26. Eben­falls zum Diät-Programm ge­hören Leichtlaufreifen, Schalt­anzeige sowie eine längere Getriebeübersetzung, die auf der Autobahn das Drehzahlniveau spürbar senkt. So lie­gen selbst bei 180 km/h nur gut 2.500 U/min an. Weitere Kniffe wie Start-Stopp-System oder Bremsenergie-Rückgewinnung sucht man aller­dings vergebens.

Der Opel Insignia Ecoflex kommt mit rund 5 Liter Diesel aus

Doch auch die konventionellen Maßnamen zeigen Wirkung: So ließ sich der Opel Insignia (zum Opel Insignia-Testbericht) mühelos mit fünf bis sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer bewegen - angesichts der ge­botenen Transportkapazität vorbildlich genügsam. Beson­ders ökonomische Fahrer kommen sogar mit 4,5 Litern aus. Die Werte verblüffen umso mehr, da trotz langer Überset­zung von Lethargie keine Rede sein kann: Dank Turbo-Schub legt sich der 1,6-Tonner bereits unter 2.000/min kräftig ins Zeug und erreicht mühelos über 200 km/h. Zudem erlaubt das Motormanagement eine 15-sekündige Drehmoment-Anhebung auf stämmige 380 Nm, was vor allem beim Über­holen zu einem Sicherheits-Plus führt.

Da der Vierzylinder im oberen Drehzahlbereich recht brum­mig wird, profitiert auch der Geräuschkomfort von der lan­gen Getriebeübersetzung. Wind- und Fahrwerksgeräusche sind ohnehin wir­kungsvoll gedämmt. Vom kräftigen Antritt animiert, lässt sich der große Opel mit seiner direkten Lenkung leichtfüßig durch kurviges Geläuf bewegen, wo er wenig untersteuernd und mit gerin­ger Seitenneigung sicher den Kurs hält.

Das Basismodell des Opel Insignia liegt bei 27.500 Euro

Die serienmäßigen 17-Zoll-Räder samt Tieferlegung füh­ren allerdings zu einem etwas ruppigen Abrollen, und tiefe Asphalt-Verwerfungen schla­gen bis ins Lenkrad durch. Im Gegenzug bleiben die Brems­wege trotz der verwendeten Leichtlaufreifen stets im grü­nen Bereich. Mit viel Seitenhalt, auszieh­barer Sitzfläche und wirkungs­voller Wirbelsäulen-Unterstüt­zung rechtfertigen die Premium-Vordersitze ihren Aufpreis (390 Euro für Fahrer- plus 295 Euro für Beifahrersei­te). Hinterbänkler sitzen zwar ebenfalls bequem, wünschen sich ab 1,80 Meter Körpergrö­ße jedoch nach wie vor mehr Kopffreiheit. Hier hat die Kom­bi-Version Sports Tourer klar mehr zu bieten als die cou­péartig knapp geschnittene Li­mousine.

Obwohl schon das 27.500 Eu­ro teure Basismodell Selection mit Klimaanlage, CD-Radio, Mittelarmlehne oder umklapp­barer Rücksitzlehne die wich­tigsten Ausstattungsdetails be­inhaltet, hat sich die getestete Edition-Variante eine besonde­re Empfehlung verdient: Für gut 3.000 Euro Aufpreis fasst sie mit Alufelgen, DVD-Naviga­tion, Klimaautomatik und Tem­pomat die wichtigsten Luxus-Optionen zusammen, die sich viele andere Hersteller einzeln und damit meist deutlich teurer bezahlen lassen.

Die Sparversion des Opel Insignia kostet 350 Euro Aufpreis

Unterm Strich überzeugt der Insignia Ecoflex also, weil er mit seinem kräftigen Diesel viel Fahrspaß bietet und sich den­noch beachtlich genügsam gibt. Angesichts des modera­ten Aufpreises von 350 Euro dürfte sich die Sparversion schon allein über den zu er­wartenden höheren Wiederver­kaufserlös rechnen.

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Dirk Gulde

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