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Opel Speedster gegen Toyota MR 2

Toyota MR2 und Opel Speedster: Sie kosten jeweils so viel wie eine Mittelklasse-Limousine. Sie reduzieren den praktischen Nutzen auf das Wesentliche. Was sonst eint den MR2 und den Speedster? Und: Was trennt sie?

12.08.2003

Der 34.610 Euro teure Opel Speedster offenbart sich bereits auf den ersten Blick als Spaßmobil: Geduckt steht er auf dem Asphalt, mit grimmig dreinschauenden Scheinwerfern und in polarisierendem Orange. Beim Toyota MR2 (26.500 Euro) bedarf es da schon einer genaueren Betrachtung, um die von profanen Nutzeigenschaften befreite Seele des Zweisitzers ausmachen zu können. Ein ganz normales Cabrio – könnte man meinen. Aber Heckantrieb und Mittelmotor machen die beiden zumindest von der Philosophie her zu direkten Gegnern.

Das Facelift zum Modelljahr 2003 bescherte dem Japaner vor allem ein manuelles Sechsgang-Getriebe oder, wie im Fall des Testwagens, das halb automatische SMT-Getriebe mit nun ebenfalls sechs Gängen. Zur Sicherheit gegen eventuelle Tücken des Antriebskonzepts gibt es eine elektronische Stabilitätskontrolle. Der Opel Speedster verzichtet auf so einen Wächter.
Um zur Praxis zu schreiten, gestaltet sich die Zeremonie des Einsteigens deutlich komplizierter als beim MR2: Es gilt ein bestimmtes Bewegungsmuster herauszufinden, mit dessen Hilfe sich das Entern des Cockpits recht erträglich gestaltet. Bei geöffnetem Stoffdach geht es deutlich einfacher. Beim Opel ist der Wetterschutz beidseitig zu entriegeln und dann zusammengerollt im Kofferraum zu verstauen. Beim MR2 gestaltet sich die Prozedur deutlich eleganter und vom Fahrersitz aus: entriegeln, Verdeck nach hinten werfen, einrasten – fertig.
Doch vor dem Fahrerlebnis steht das Startprozedere. Gibt es beim Speedster immerhin einen verheißungsvollen Starterknopf, startet der MR2 auf Zündschlüsseldreh. Akustisch wird das verlockende Leistungsgewicht aber nicht untermalt. Immerhin haben es die 140 PS des Toyota mit lediglich gut einer Tonne Leergewicht zu tun, die 147 PS des Speedster sogar nur mit knapp 900 Kilogramm.
Dementsprechend zügig setzen sich die beiden Spaßroadster in Bewegung. Wobei der Opel-Pilot mitten ins Geschehen eingebunden ist. Auf unebenem Geläuf rappeln und knarzen das Alu-Chassis und die Kunststoffkarosserie. Den Spaß am Fahren verdirbt das keineswegs. Darüber hinaus lässt er sich aber auch deutlich besser in die Ecken werfen.
Generell ist der Grenzbereich beider Mittelmotor-Roadster klar definiert. Überraschungen bleiben weitestgehend aus. Lediglich der Speedster zeigt dem ungeübten Piloten die Grenzen auf. Aber nur dann, wenn der Hecktriebler mit Gewalt zu Lastwechselprovokationen getrieben wird.

Sportlich gesehen hinkt der MR2 hinterher

Den Toyota-Piloten dagegen bremst das serienmäßige VSC ein, das gleichzeitig als Spaßbremse fungiert. Der Zugriff der Regelelektronik ist jedoch nicht der einzige Nachteil des MR2, wenn es um eine sportliche Gangart geht. Das SMT-Getriebe kommt manchmal überhaupt nicht aus dem Quark.

Beim Speedster ist in Sachen Schaltung Handarbeit angesagt. Die geht jedoch etwas knochig vonstatten. Zudem ist die Bedienung des Schaltstocks stets von einem deutlichen metallischen Klacken begleitet. Die Anschlüsse der fünf Fahrstufen wiederum passen perfekt. Aus sportlicher Sicht gesehen hinkt der Toyota also hinterher. Dazu gesellt sich letztlich die Fahrwerksabstimmung, die deutlich Bandscheiben schonender in Erscheinung tritt.

Doch auch der Opel trägt praktikable Züge, wie das besser zu nutzende Gepäckabteil unterstreicht. Zwar sollte die Bagage über eine gewisse Verformbarkeit verfügen. Doch fasst das Staufach hinter dem Motor zumindest das nötige Equipment für einen Wochenendausflug. Beim MR2 stehen lediglich zwei Fächer hinter den Sitzen zur Verfügung, die nur sehr umständlich zugänglich sind.

Fazit: Der Opel Speedster macht vor, wie puristischer Sportsgeist, Mittelmotorkonzept und praktischer Nutzen zu vereinen sind. Abgesehen von den ganz alltäglichen Dingen: Die sind mit dem MR2 zweifelsohne einfacher zu stemmen.

Technische Daten
Opel SpeedsterToyota MR2
Grundpreis32.500 €24.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3786 x 1708 x 1117 mm3895 x 1695 x 1240 mm
KofferraumvolumenVDA206 L90 L
Hubraum / Motor2198 cm³ / 4-Zylinder1794 cm³ / 4-Zylinder
Leistung108 kW / 147 PS (203 Nm)103 kW / 140 PS (170 Nm)
Höchstgeschwindigkeit217 km/h210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,9 s8,0 s
Verbrauch8,6 L/100 km7,4 L/100 km
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