Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Opel Trixx

Trick-Kiste

Foto: Axel Wierdemann 11 Bilder

Opel hat einen Trumpf der besonders vielseitigen und knackigen Art aus dem Hut gezogen: den Trixx – ein Kleinwagen-Showcar mit erstaunlicher Nähe zur Serie. Der Smart könnte Konurrenz bekommen.

28.04.2004

Schon der Einstieg ist ein Erlebnis. Ein leichtes Zupfen am gebürsteten Aluminium-Türgriff genügt, und das Portal auf der rechten Seite des nur 3,04 Meter langen Opel Trixx schwingt an einem soliden Leichtmetallarm nach außen und gleichzeitig nach vorn.

Damit die ganze Chose keinen Schaden am eigenen oder an Nachbars Blech anrichtet, klappt beim Türschwenk zudem der Rückspiegel nach oben und nicht nach hinten.

Das Platzangebot für den Fahrer ist dem eines Smart Fortwo ähnlich, sehr gut. Man sitzt allerdings verhältnismäßig hoch, was zwar der Rundumsicht zu gute kommt, den Scheitel großer Personen aber nahe ans Glasdach bringt.

Tacho und Drehzahlmesser sind etwas Besonderes

Aus der Armaturentafel wächst dem Fahrer eine Skulptur entgegen, die in ähnlicher Form auch an einem Motorrad montiert sein könnte, und alle wichtigen Bedienelemente enthält. Die Krönung ist ein fast quadratisches, unten offenes Lenkrad.

Ein Monitor übernimmt die Funktionen der Kilometerzähler, zeigt das Radio-Display, den Tankfüllstand und eine Menge anderer Funktionen, das ist nett, aber nicht revolutionär.

Tacho und Drehzahlmesser aber sind etwas Besonderes. Sie wurden um eine Achse zentriert und passen so in ein gemeinsames Gehäuse. Die Ablesbarkeit ist dennoch gut, und das Ganze sieht auch noch scharf aus. Mit eingeschalteter Beleuchtung erglüht das Rundinstrument orangerot, wie eine Bremsscheibe beim Formel 1-Rennen.

Der Beifahrer hat vor sich vor allem Platz und kann deshalb weiter an die Windschutzscheibe heranrücken. Er sitzt leicht versetzt zum Fahrer, wodurch Raum im Fond für einen Erwachsenen entsteht, während links hinten nur ein Kind Platz hat. Das kann dann aber auf einem integrierten, ausklappbaren Kindersitz mitfahren. Der Beifahrerplatz lässt sich so umlegen, dass eine 1,53 Meter lange Ladefläche entsteht, die Platz für ein Mountainbike oder maximale Beinfreiheit für den Fondpassagier bietet.

Aufblasbarer Sitz hinten

Für den Komfort auf dem Platz in der zweiten Reihe muss aber zunächst die Sitz- und Rückenlehnenpolsterung mit dem integrierten Kompressor aufgeblasen werden. Ohne Luft ist der Sitz nur eine nicht konturierte Abstellfläche – nach oben praktisch unbeschränkt, wenn das hintere Dachteil elektrisch nach vorn bugsiert wird.

Wer dann noch die Heckscheibe absenkt, macht aus dem Trixx das wohl kürzeste Landaulet aller Zeiten und dürfte feststellen, dass eine konventionelle Heckklappe zum Beladen gar nicht unbedingt nötig ist. Vor allem dann nicht, wenn sich praktisch die komplette Beifahrerseite elektrisch unterstützt öffnet. Dazu muss man nur leicht am Griff der rechten Tür ziehen.

Der 70 PS starke 1,3-Liter-Common-Rail-Diesel legt sich vernehmlich brummend ins Zeug, hat mit dem kleinen Auto jedoch keine Mühe. Der Fahrer dafür aber mit der Lenkung, die ohne Servo-Unterstützung auskommen muss. Es darf also beherzt ins Lenkrad gegriffen werden. Denn Raum ist im Bug Mangelware. Selbst der Kühler muss seinen angestammten Platz aufgeben und liegt jetzt über dem Motor. Auch eine Möglichkeit, Baulänge einzusparen.

Damit es dem Diesel in seinem vollgestopften Abteil nicht zu warm wird, ziehen bei Bedarf zwei Ventilatoren kühle Außenluft durch den Wärmetauscher und blasen die Abwärme durch zwei Kiemen hinter den Scheinwerfern nach außen.

Während diese Lösung für den Trixx maßgeschneidert wurde, stammen Motor, Antrieb, die Stirnwand und ein Teil der Längsträger vom Opel Meriva. Der Rest entstand im General Motors Design-Zentrum Pixpo in Schweden.

Trotz Abstrichen bei Federungs- und Geräuschkomfort lässt er sich erstaunlich normal bewegen. Die Easytronic-Automatik reagiert brav auf die Befehle, die ihr per Tastendruck am Lenkrad gegeben werden, die Blinker blinken, und die LED-Scheinwerfer und -Rücklichter funkeln hell. Alles wirkt stabil und ordentlich verarbeitet.

Den Opel Trixx gibt es vorerst nicht zu kaufen

Kein Wunder also, dass Passanten, die den Kleinen bei seiner ersten Ausfahrt im Hunsrück beobachten, die K-Frage stellen: „Kann man den jetzt kaufen?“ Nein, kann man nicht. In einigen Jahren, versprechen die Opel-Mannen, könnten viele Ideen aus dem Trixx in der Modell-Palette wieder auftauchen. Nicht alle in einem Auto, sondern schön breit über die ganze Familie verteilt.

Sein Äußeres wird wohl beim nächsten Agila wiederkehren, obwohl der länger ausfallen und über konventionelle Türen verfügen wird. Möglich ist, dass Opels kleinster Serienwagen in Zukunft nicht vier Plätze im herkömmlichen Sinn haben wird.

Der abflachbare Beifahrersitz dürfte den kommenden Zafira bereichern ebenso wie die versenkbare Heckscheibe. Auch ein Dach, das sich im hinteren Bereich wegfahren lässt, hat gute Chancen, in die Serienproduktion Eingang zu finden. Die aufwendig schwenkenden Türen sind dagegen eher eine Lösung für das gehobene Auto-Segment. Für den Insignia haben die General Motors-Bosse gerade grünes Licht gegeben. Opel hat den Trixx also zur rechten Zeit aus dem Hut gezaubert.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden