Opel Zafira HydroGen1: Elektro-Van

HydroGen1: Erste Fahreindrücke von einem Opel Zafira, der mit Brennstoffzelle und Elektromotor die automobile Zukunft deutet.

Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine ganz entspannte Testfahrt mit einer Erwähnung durch die FIA in der Liste internationaler Klassenrekorde belohnt wird. Aber diese wird unter der Rubrik "Automobile mit Brennstoffzelle“ einen Opel HydroGen1 aufführen. Dieses Automobil wurde von 14 Fahrern auf der Teststrecke von General Motors in Mesa im US-Bundesstaat Arizona gelenkt und legte dabei in 24 Stunden 1386,9 Kilometer mit einem Durchschnitt von 57,78 km/h zurück.

Die Leistung von 75 PS (55 kW) und das maximale Drehmoment von 351 Nm holt der Zafira aus einer Brennstoffzelle, in der durch die elektrochemische Reaktion von Wasserstoff und Luftsauerstoff elektrischer Strom erzeugt wird. Dieser Gleichstrom wird in einen Drehstrom umgewandelt und je nach Leistungsanspruch wohldosiert einem Dreiphasen-Synchronmotor zugeführt. Der HydroGen1 braucht somit kein Wechselgetriebe - zum Rückwärtsfahren wird der Motor umgepolt.

Beschleunigung vollzieht sich betont gleichmäßig

Die Leistungscharakteristik des Elektromotors erlaubt ein zügiges Anfahren - ohne Kupplung versteht sich. Jede weitere Beschleunigung vollzieht sich betont gleichmäßig. Ein kräftiger Druck aufs Gaspedal, das die Zufuhr des gasförmig zur Brennstoffzelle gelangenden Wasserstoffs und der Luft regelt, lässt ein heulendes Nebengeräusch entstehen, das von dem in dieser Entwicklungsstufe noch zu lauten Luftverdichter erzeugt wird. Das Temperament ist der gebotenen Fahrleistung angemessen. Nach US-Messungen wird der Sprint von null auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h) in 16 Sekunden erreicht (Höchstgeschwindigkeit 140 km/h).

Bei gleichmäßigem und moderatem Reisetempo ist der Elektro-Zafira die Ruhe selbst. Er verwöhnt seine Passagiere mit der dezenten Akustik einer automobilen Oberklasse. Und er unterscheidet sich von anderen Elektroautos durch eine wirksame Heizung, die über die Wasserkühlung der Brennstoffzelle betrieben werden kann. Auch sonst ist der Opel-Stromer ein kultivierter Weggefährte, der - 150 Kilogramm schwerer als das Original - mit einer elektrischen Servolenkung gut zu zügeln ist.

Aktionsradius größer als bei Elektroautos, aber...

Nur für die freie Wildbahn ist der Zellengenosse noch ungeeignet. Der Elektro-Opel hat zwar mit 400 Kilometern einen größeren Aktionsradius als Elektroautos, betankt wird der Hydrogen 1 aber mit Wasserstoff. Der sollte in flüssiger Form mit einer Temperatur von minus 253 Grad Celsius verabreicht werden - und das gelingt bisher nur in industriellen Abfüllanlagen.

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