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Peugeot 308, Mercedes A-Klasse, VW Golf

Kompakte mit Selbstzünder

Mercedes A 180 CDI, Peugeot 308 e-HDi 115, VW Golf 1.6 Blue TDI, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 40 Bilder

In keinem Segment kamen im letzten Jahr so viele Neuheiten auf den Markt wie in der Golf-Klasse. Jüngster Zugang ist der Peugeot 308, der als e-HDi 115 gegen den Namensgeber von VW mit Euro 6- konformem Blue TDI und den A 180 CDI von Mercedes antritt.

21.12.2013 Peter Wolkenstein Powered by

Es hat schon seinen Grund, warum in Deutschland die Kunden am liebsten zu einem Modell der Kompaktklasse greifen: In keinem anderen Segment stehen Anschaffungspreis, Unterhaltskosten und Verbrauch in einem derart günstigen Verhältnis zu Fahreigenschaften, Raumangebot und Komfort. Bestes Beispiel: der VW Golf als unangefochtene Nummer eins bei den Neuzulassungen, der sich in der aktuellen Modellgeneration nun auch bei Infotainment und Assistenzsystemen an weitaus größeren und teureren Fahrzeugen orientiert.

Peugeot 308 e-HDi 115 auf brandneuer Plattform

Allerdings ist der Wolfsburger Bestseller bei Weitem nicht das einzige Beispiel. Peugeot stellt die zweite 308-Generation ebenfalls auf eine brandneue Plattform und packt mit dem e-HDi 115 einen ebenso sparsamen (3,8 L/100 km im Normzyklus) wie mit 115 PS und 270 Nm angemessen kräftigen 1,6-Liter-Diesel hinter das nun dezenter modulierte Kühlermaul.

Selbstbewusst und stämmig, wie er auf den 17-Zoll-Rädern der gefahrenen Allure-Ausstattung (ab 24.600 Euro) steht, fordert er nicht nur den VW Golf heraus, der zum Vergleich als 1,6 in der 110 PS starken Version Blue TDI (viertürig als Comfortline ab 24.675 Euro) antritt, sondern auch die Mercedes A-Klasse, die als 180 CDI (ab 26.835 Euro) sogar französische Gene mitbringt, denn der 109 PS starke 1,5-Liter basiert auf einer Renault-Konstruktion.

Während der Mercedes mit seinem modisch angehauchten Design bereits im Stand Dynamik vermitteln möchte, orientiert sich der neue Peugeot 308 an der evolutionären Linie des VW Golf. Die vanartigen Proportionen des Vorgängers sind ebenso verschwunden wie die übergroßen Dimensionen von Scheinwerfer und Kühleröffnung. Im aufgeräumten, von Tasten weitgehend befreiten Cockpit betont der  Peugeot 308 e-HDi 115 ebenfalls den reduziert-wertigen Auftritt.

 Peugeot 308 e-HDi 115 mit polarisierender Kombination

Umso mehr verwundert die unübliche und polarisierende Kombination aus kleinem Lenkrad und – im Head-up-Stil – darüber positionierten Instrumenten. In der Praxis bietet diese Anordnung kaum einen Vorteil, stattdessen beklagen nicht wenige Fahrer, dass der Lenkradkranz die Sicht auf den Tacho des Peugeot 308 e-HDi 115 und den gegenläufig anzeigenden und somit verwirrenden Drehzahlmesser einschränkt.

Ebenfalls nicht jedermanns Geschmack: Das Integrieren von Funktionen wie etwa der Klimabedienung in den großen, mittig platzierten Touchscreen reduziert die Zahl der Knöpfe, erleichtert aber nicht gerade die Bedienung. Mercedes und VW packen auch viele Bedienfunktionen auf das Lenkrad, doch ansonsten präsentieren sich deren Arbeitsplätze mit konventionell arrangierten, problemlos ablesbaren Instrumenten, einer weitgehend intuitiven Bedienung und wertig anmutenden Oberflächen.

Die im Cockpit bei allen Kontrahenten saubere Verarbeitung zieht sich jedoch nur im VW Golf 1.6 Blue TDI bis in den Gepäckraum durch. Gleiches gilt für praktische Detaillösungen. So lässt sich der zum bequemeren Beladen in zwei Stufen verstellbare Ladeboden beim Hochklappen an den Seitenwänden arretieren, und darunter findet bei Nichtgebrauch die Gepäckraumabdeckung Platz.

VW Golf mit kleinerem Kofferraum als Peugeot 308

Mit 380 Liter Ladevolumen muss sich der VW Golf jedoch dem Peugeot 308 geschlagen geben, der mit 420 Liter für diese Klasse überdurchschnittlich groß ausfällt. Die Mercedes A-Klasse bietet hingegen den kleinsten Ausschnitt zwischen den Rückleuchten und nur 341 Liter Inhalt, der wie bei den anderen per geteilt umlegbarer Rücksitzlehne oder darin integrierter Durchlade erweitert werden kann.

Eine besonders gute Raumökonomie zählt ohnehin nicht zu ihren Stärken, obwohl sie das längste Auto im Vergleich ist. Die Logenplätze in der Mercedes A-Klasse befinden sich eindeutig vorn, während sich große Fondpassagiere regelrecht eingemauert vorkommen – drehen sie den Kopf, blicken sie eher von innen auf die C-Säule statt aus dem Fenster.

Im Peugeot 308 e-HDi 115 erzeugen allein die voluminösen Kopfstützen der bequemen Vordersitze ein ähnliches Gefühl bei den Insassen auf der etwas konturlosen Rückbank. Eng geht es nicht zu, aber für die Beine steht weniger Bewegungsfreiheit als im VW Golf zur Verfügung. Der VW Golf 1.6 Blue TDI wirkt im Fond subjektiv noch luftiger, als es die Messwerte zeigen – obwohl sich der Golf in Länge und Radstand kaum vom Peugeot 308 unterscheidet.

Peugeot 308 e-HDi 115 mit gelungener Start-Stopp-Automatik

Einig sind sich die beiden auch beim Hubraum der jeweils 1,6 Liter großen Turbodieseltriebwerke. Das e vor dem HDi weist beim Peugeot 308 auf die spezielle Start-Stopp-Automatik hin. Sie startet den Motor nahezu ohne Schütteln und Verzögerung und schaltet ihn bereits ab, wenn der Peugeot 308 noch langsam rollt und nicht erst im Stillstand. Im Berufsverkehr beim Stop-and-go bleibt der Motor deshalb deutlich häufiger und länger stumm, was nicht nur Kraftstoff spart, sondern auch die Nerven des Fahrers schont.

VW Golf und der Mercedes A 180 CDI müssen dagegen zum Motorstopp komplett stehen. Der im Leerlauf unverkennbar als Diesel identifizierbare 1,5-Liter im A 180 CDI springt im Start-Stopp-Modus bei Treten der Kupplung etwas verzögert an, was beim flotten Ampelstart aus der ersten Reihe öfters zum Abwürgen führt und zusätzlich verwirrt, weil der Motor durch erneutes Treten der Kupplung wieder anspringt.

Also lieber langsamer angehen lassen, zumal das Temperament des Mercedes A 180 CDI im Vergleich zu seinen Konkurrenten etwas zahmer ausfällt. Wer dies mit höheren Drehzahlen ausgleichen will, muss öfters den Hebel des exakt schaltbaren Sechsganggetriebes bewegen und mit erhöhtem Verbrauch rechnen – im Fahrbericht lag die Mercedes A-Klasse mit 6,4 L/100 km einen halben Liter über den Konkurrenten. Einmal in Fahrt, dringen die Äußerungen des Vierzylinders nur noch gedämpft nach innen. Dennoch: Den höchsten Geräuschpegel bei Tempo 100 und 130 registriert das Messgerät im Mercedes.

Mercedes A-Klasse bietet guten Federungskomfort

Dafür reicht der Federungskomfort des im Mercedes A 180 CDI verbauten, nicht zu straff abgestimmten Normalfahrwerks an das bekannt hohe Niveau des VW Golf heran. Allerdings kommt beim Golf im 1.6 TDI nicht die aufwendige Mehrlenker-Hinterachse, sondern eine einfachere Verbundlenker-Konstruktion zum Einsatz. Über lange Wellen gleitet er damit sanft wogend hinweg, während kurze Stöße den Insassen nicht verborgen bleiben.

Gleiches gilt für den Selbstzünder, der – wenn auch nicht lästig – im Hintergrund knurrend präsent bleibt. Als Blue TDI mit 110 PS erfüllt er bereits die ab 2014 vorgeschriebenen Euro 6- Abgasgrenzwerte und kostet 800 Euro Aufpreis gegenüber der weiter angebotenen 105- PS-Version.

Zudem muss er mit nur fünf Gängen auskommen, wobei der lange Fünfte neben dem Verbrauch auch die Beschleunigungselastizität des sonst kräftig antretenden Motors dämpft. Die etwas weite Spreizung zwischen Stufe drei und vier führt hingegen dazu, dass im Stadtverkehr der vierte Gang bei der geringsten Steigung nicht mehr passt, wobei die Gangwechsel jedoch keine Mühe bereiten.

Peugeot 308 mit Sechsgangbox

Und der Peugeot 308? Bei ihm überzeugt neben dem reaktionsschnellen Start-Stopp-System auch die Laufkultur des Selbstzünders, der speziell unter Last bessere Manieren an den Tag legt als seine Konkurrenten. Ähnlich spritzig und genügsam wie der VW Golf gönnt er seinem Fahrer eine Sechsgangbox, die zwar keine flotten Schaltvorgänge mag, aber trotz langer Übersetzung gut zur Motorcharakteristik des Peugeot 308 e-HDi 115 passt.

Nicht ganz so glücklich ist die Abstimmung des Fahrwerks gelungen. An der Fahrsicherheit gibt es bei keinem der drei etwas zu bemängeln, ebenso wenig am Handling, wenngleich das kleine Lenkrad den Peugeot agiler wirken lässt, als er tatsächlich ist. Seine Federung gefällt aber nur auf gut asphaltierten Straßen. Auf holprigem Belag und bei erhöhter Zuladung gelingt es den Dämpfern nur schwer, die vertikalen Bewegungen der Karosserie zu beruhigen.

Ein weiteres Kapitel, bei dem der Peugeot 308 Federn lassen muss, sind die Assistenzsysteme. Zwar gibt es für den Peugeot 308 einen Spurwechselassistenten und sogar einen adaptiven Tempomaten mit Frontkollisionswarner und automatischer Gefahrenbremsung. Doch bei der Fülle der seitenstarken Sonderausstattungslisten seiner Konkurrenten muss der Peugeot passen.

Peugeot 308 schnappt sich die A-Klasse

Mercedes A-Klasse und VW Golf liefern jedoch nicht nur Fondairbags, Fernlichtassistent oder Tempolimitanzeige gegen Aufpreis, sondern auch viele Komfortextras, die beim Peugeot 308 bereits zum Basisumfang zählen. So sind in der gefahrenen Ausstattung Allure unter anderem selbst ein Navigationssystem, eine Zweizonen-Klimaautomatik und Voll-LED-Scheinwerfer aufpreisfrei an Bord. Der Golf Blue TDI, als Comfortline ohne Extras nicht teurer als der Peugeot 308, kostet vergleichbar ausgestattet über 3500 Euro mehr. Soll der teure A 180 CDI die gleichen Annehmlichkeiten bieten, ist noch mal die gleiche Summe fällig.

Kosten spielen schließlich in der Kompaktklasse eine wichtige Rolle, und da der Peugeot 308 beim Unterhalt auf einem Niveau mit dem Mercedes rangiert, kann sich der 308 an der A-Klasse vorbeischieben. Nicht jedoch am Golf: Der VW überzeugt zum Schluss mit den niedrigsten Unterhaltskosten, den längsten Inspektionsintervallen, dem günstigsten Verbrauch und sichert sich mit somit den Sieg. Trotzdem zeigt nicht nur der Golf, warum die Kompaktklasse so beliebt ist – mehr Auto braucht eigentlich kein Mensch.

Fazit

Es ist keine Überraschung, dass der VW Golf nach wie vor das Maß der Dinge ist. Er bietet die besten Allroundeigenschaften und leistet sich keinen Ausrutscher. Dennoch gibt es auch bei ihm noch Steigerungspotenzial, etwa bei der Laufkultur des Motors und dem etwas unglücklich abgestuften Fünfganggetriebe. Der Peugeot 308 kann mit seinem laufruhigen Diesel ebenso wie dem großem Gepäckraum auf sich aufmerksam machen, während die hochgesetzten Instrumente und die Abstimmung der Federung weniger überzeugen. Die teure MercedesA-Klasse samt sportlichem Grundcharakter kommt mit dem wenig temperamentvollen Motor kaum zur Geltung.

Technische Daten
Peugeot 308 e-HDI 115Mercedes A 180 CDIVW Golf 1.6 TDI
Grundpreis25.350 €28.334 €25.475 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4253 x 1804 x 1457 mm4292 x 1780 x 1433 mm4255 x 1799 x 1452 mm
KofferraumvolumenVDA420 bis 1228 L341 bis 1157 L380 bis 1270 L
Hubraum / Motor1560 cm³ / 4-Zylinder1461 cm³ / 4-Zylinder1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung85 kW / 115 PS (270 Nm)80 kW / 109 PS (260 Nm)81 kW / 110 PS (250 Nm)
Höchstgeschwindigkeit196 km/h190 km/h200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,2 s11,3 s10,5 s
Verbrauch3,8 L/100 km3,9 L/100 km3,2 L/100 km
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