Peugeot 407 SW Sport HDi 165 Automatik im Fahrbericht

Wie schlägt sich der neue Euro 5-Diesel?

Ist der neue Euro 5-Diesel mit 163 PS und Sechsstufenautomatik im Peugeot 407 ein Geheimtipp? Fahrbericht der Kombivariante des Franzosen.

Nein, altbacken sieht er noch nicht aus, allenfalls etwas in die Jahre gekommen. Doch die Zeit für den Peugeot 407 und sein extrovertiertes Design läuft langsam ab. Auf dem Genfer Salon geben die Franzosen einen Ausblick auf den 2011 startenden Nachfolger 508 - ohne übergroßes Kühlermaul und riesige Scheinwerfer, die 2004 im 407 erstmals bei Peugeot auftauchten.

Mit ihrer kühn geschwungenen D-Säule setzt die Kombiversion SW noch einen drauf. In der Käufergunst rangiert sie klar vor der Limousine, was aber in der Mittelklasse keine Ausnahme darstellt. Ebenfalls typisch für dieses Segment: der hohe Dieselanteil und die steigende Nachfrage nach Automatikgetrieben.

In der Preisliste notiert der Peugeot 407 mit 30.950 Euro

Für diese Klientel ist der Ende letzten Jahres eingeführte 163-PS Selbstzünder besonders interessant. Er erfüllt bereits die ab 2011 vorgeschriebenen Euro 5-Abgasgrenzwerte und wird ausschließlich mit einer Sechsstufen- Wandlerautomatik angeboten. In der Preisliste notiert er mit 30.950 Euro - durchaus ein Schnäppchen, schließlich kostet der weiterhin angebotene 170 PS starke 2,2- Liter-Biturbodiesel nur 50 Euro weniger - mit Handschaltung und Euro 4-Einstufung. Bis zu 340 Nm Drehmoment entwickelt der Peugeot 407 bei 2.000 Touren; eine gute Voraussetzung für ein harmonisches Zusammenspiel mit der Wandlerautomatik. In der Praxis gefällt die Kombination mit flottem Antritt aus dem Stand und geschmeidigen Gangwechseln.

Auf Beschleunigungswünsche reagiert das Getriebe ohne Verzögerung

Nervöses Hin- und Herschalten ist dem Getriebe fremd, auf plötzliche Beschleunigungswünsche per Kickdown reagiert es ohne störende Verzögerung. Der Diesel antwortet darauf mit bulligem Schub, knurrt bei höheren Drehzahlen aber kaum überhörbar. Ist die Wunschgeschwindigkeit erreicht, könnte das Getriebe schneller hochschalten - subjektiv hält es die Gänge einen Tick zu lange. Zum generell guten Gesamteindruck der Antriebseinheit trägt auch der Verbrauch von lediglich 7,9 L/100 km bei - für einen 1,7-Tonnen-Kombi ein guter Wert. Weniger effizient zeigt sich der Peugeot 407 SW beim Raumangebot. Das verquaste Heckdesign beeinträchtigt sowohl die Übersichtlichkeit als auch das Ladevolumen (448 bis 1.365 Liter).

Detailschwächen gleicht der Peugeot 407 mit seiner Ausstattung aus

Die störrische Gepäckraumabdeckung macht ebenso wenig Freude wie die umklappbare Rücklehne, die ohne Aufstellen der Sitzfläche stark ansteigt. Speziell in der Winterzeit ärgern zudem noch andere Details. So fehlt für die Sitzheizung eine Kontrollleuchte, der Regensensor reagiert zu nervös, und in der Defrost-Stellung gelangt der Luftstrom über die flach stehende Frontscheibe unangenehm an die Fahrerstirn. Solche Detailschwächen gleicht der 407 mit einer umfangreichen Ausstattung (Panoramadach, Klimaautomatik) aus. Denn zum Preis des Peugeot gibt es zwar auch einen VW Passat Variant TDI mit 170 PS - aber nur in der Basisversion und ohne Automatikgetriebe.

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Peter Wolkenstein

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