Peugeot Ion: E-Auto im Fahrbericht: Serienmäßiges Alltags-E-Auto ab Herbst 2010

Tanken an der heimischen Steckdose: Das auf dem Mitsubishi i-MiEV basierende E-Auto Peugeot Ion kommt schon im Oktober in den Handel.

Warum Peugeot ausgerechnet in Berlin sein neues Elektroauto vorstellt? Sicher nicht, weil es in der Bundeshauptstadt so viele Steckdosen gibt. Rund um die Präsentation schlichen neben Journalisten zahlreiche Politiker und Lobbyisten von Stromkonzernen um den Peugeot Ion.

Der Peugeot Ion wird serienmäßig mit ESP ausgerüstet

Dabei ist der wiederaufladbare Franzose keineswegs ein Wunderwerk der Technik. Das Auto entspricht technisch und optisch weitgehend dem Mitsubishi i-MIEV (der Mitsubishi i-MIEV im Praxistest) und läuft zusammen mit seinem in Japan bereits erhältlichen Zwilling vom Band. Die wichtigsten Änderungen: Der Peugeot Ion wird serienmäßig mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP ausgerüstet. Zudem waren die Franzosen mit der Materialanmutung im Cockpit nicht einverstanden, so dass der Peugeot Ion im Innenraum anders daherkommt. Doch soweit ist es noch nicht. Für die erste Ausfahrt steht lediglich ein rechtsgelenkter Prototyp zur Verfügung, was der Faszination Elektroauto allerdings keinen Abbruch tut.

Den leisen Peugeot Ion nehmen Fußgänger nicht wahr

Mit vollgeladenem Lithium-Ionen-Akku geht es mit dem 47 kW starken E-Zwerg auf die Straßen Berlins. Flink wuselt der Ion rund um den Potsdamer Platz, sprintet an der Ampel hubraumstarken Staatskarossen davon. Sein bauartbedingter Vorteil: Die 180 Nm Drehmoment des E-Motors liegen bereits beim ersten Druck auf das Pedal komplett an, und Schaltpausen kennt das E-Auto nicht. Aufpassen muss der Ion-Fahrer allerdings beim Abbiegen, denn die dick in Winterjacken und Mützen eingepackten Fußgänger nehmen das nur leise surrende Elektroauto nicht wahr.

Für den Peugeot Ion zahlt man gut 30.000 Euro

Außerhalb der Stadtgrenzen geht dem Peugeot aber rasch der Saft aus. Erstens tut sich der wassergekühlte E-Motor im Heck mit den 1.100 kg des Kleinwagens auf der Landstraße schwer, und zweitens sorgt nicht zuletzt die Kälte dafür, dass der gespeicherte Strom schnell verbraucht wird. Heizung und Licht fordern ihren Tribut. Also zurück in die Stadt. Hier soll nach den Vorstellungen von Peugeot sowieso das Einsatzgebiet des gut 30.000 Euro teuren Peugeot Ion sein, für den die Franzosen bereits 2.000 Vorbestellungen haben, davon 550 aus Deutschland. 100 sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Insgesamt will Peugeot bis 2015 rund 50.000 Peugeot Ion (der Peugeot Ion auf der IAA) absetzen und bietet neben dem Kauf auch ein Leasing-Modell an, bei dem Kunden inklusive Wartung über drei Jahre voraussichtlich rund 500 Euro im Monat zahlen. Später soll der Peugeot Ion auch als Gebrauchtwagen geleast werden können.

Die Hoffnung auf staatliche Unterstützung für den Peugeot Ion ist groß

Eine weitere Geschäftsidee, um das Auto bekannt zu machen, ist das Carsharing-Programm Mu, das Peugeot bereits in fünf französischen Städten eingeführt hat. Berlin soll noch im ersten Halbjahr 2010 folgen. Mit einer Art Prepaid-Karte kann man vom Fahrrad über den Roller bis zum Auto jedes Peugeot-Modell beim Händler mieten. Fehlt nur noch eine staatliche Unterstützung für E-Autos. Die Hoffnungen sind groß, denn den Politikern hat der Peugeot Ion gut gefallen.

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Jens Katemann

Autor:

auto motor und sport, Heft 05 / 2010

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