Porsche 911 GT2: Hot Rot

Für alle, denen der 911 GT3 noch zu wenig Dampf hat und der Turbo zu weichgespült ist, lässt Porsche jetzt den neuen GT2 von der Leine. Mit Rennkäfig, Hinterradantrieb und 530 PS als Basis für Rundstreckenrekorde.

Liebe Hardcore-Freaks, ihr müsst jetzt ganz stark sein: Dieser 911 GT2 nimmt euch als erster seiner Gattung an die Leine. Der elektronische Zensor namens ESP – bei Porsche PSM genannt – bremst den größten Dampfhammer unter allen Elfern im Grenzbereich ein. Spät, sehr spät, jedoch spürbar.

Aber er lässt sich auch zweistufig ausschalten, vollständig ohne irgendwelche Traktions- oder Notfallversicherung. Es klickt nur ganz leise, wenn der SC (Stability Control)-Knopf gedrückt wird. Die wenigen wahren Könner am Volant, blitzschnelle Lenkradwirbler, werden es auf der Rennstrecke klicken lassen, werden sich von 265 PS pro Hinterrad mit besonderer Leichtigkeit in die quietschende Welt des großen Driftwinkels treiben lassen.

Wer nicht aufpasst, wird von dieser roten Auto-Faust schneller entmachtet als von jedem anderen Elfer, der derzeit zu erwerben ist. Zu explosiv ist die GT2-Mischung: GT3 plus die Kraft eines Turbos plus 50 PS minus Allradantrieb. Die Elektronik hilft, den unbändigen Dampf zu zügeln.

Den ersten Gang eingelegt, Kupplung und Gaspedal voll durchgedrückt, zuckt die Drehzahlnadel nach oben, regelt sich automatisch auf passenden Antrittsschlupf ein. Die schwäbische Armbrust vorgespannt, feuert ein nach oben zuckender Kupplungsfuß den roten Pfeil wenige Zentimeter über dem Asphalt ab.

Launch Assistant nennt Porsche, was sich anfühlt, als sei man mit der Jacke an einem Voll-Tempo-ICE hängen geblieben. Und doch ist sein braver Turbo- Bruder mit Automatikgetriebe immer noch eine Zehntelsekunde schneller auf 100 km/h. Die Mehr-PS des GT2 holen Traktions- und Schaltverluste gegenüber der Allradversion nicht ein.

Da hilft auch die abschaltbare elektronische Schlupfkontrolle nicht. Aus Kurven heraus feuert der Supersportler dagegen mit dem Traktionsplus eines in Zug- und Schubrichtung unterschiedlich wirkenden Sperrdifferenzials.

Normalerweise passt sich das weniger belastete kurveninnere Rad mit seinem höheren Schlupf über das offene Differenzial auch an die andere Radseite mit seiner geringeren Kraftübertragung an. Durch die Sperrung des Differenzials verhindert das Porsche- System im Zugbetrieb zu 28 Prozent und im Schubbetrieb zu 40 Prozent diesen Kraftverlust.

Kommentare
Bild vergrößern
Welches ist der schärfste 911er?
Anzeige
Top Artikel
Edo Porsche 997 GT2 R: Wenn das Auge mitfährt

Für den Porsche 996 hatte Tuner Edo schon ein komplettes Tuningprogramm aufgelegt, nun folgt mit dem GT2 R das optische Update der 996-Modelle auf den aktuellen 997-Look.


Porsche 911 GT2: Scharf gemacht

Der stärkste Elfer, noch auf Basis des 996, hat noch einmal zugelegt: Er katapultiert sich mit 483 PS auf weit über 300 km/h.


Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 5/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 05/2012
Sportauto
Aston Martin DBS im Supertest: James Bond-Auto auf der Rennstrecke

Es ist nicht die vornehme Art, einem Aston Martin DBS alles abzuverlangen, doch der Aufenthalt im Grenzbereich ist unterhaltsam.

James Bond-Auto auf der Rennstrecke
Motor Klassik
Opel Diplomat B V8: Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz

Ein schleudernder Mercedes verwandelt Steffen Exners Opel Diplomat in einen Totalschaden. Doch Exner baut ihn wieder auf.

Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz
4WheelFun
Winter-SUV Kaufberatung: Diese Allradler trotzen dem Winter

Wer sich jetzt einen günstigen gebrauchten Geländewagen für Schnee und Eis zulegen will, hat gute Karten - Kaufberatung.

Diese Allradler trotzen dem Winter
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...