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Porsche 911 Targa F-Modell

Die Diva unter den Targa-Modellen

Porsche 911 Targa, F-Modell, Seitenansicht Foto: Archiv 10 Bilder

Motoren mit sehr hoher Literleistung und Karosserien, die keinen Korrosionsschutz kannten, machen die Beziehung zum frühen Porsche 911 Targa nicht leicht – aber sehr intensiv.

06.01.2015 Alf Cremers Powered by

Vor drei Jahren fuhr ich mal einen Targa übers Wochenende: einen neuwertigen, signalgrünen 911 T Baujahr 1972, für die Motor Klassik-Titelgeschichte "Diese Klassiker sind besser als Aktien". Der Investment-Tenor lässt sich heute hochverdichtet fortschreiben, meine Begeisterung auch. Nie werde ich die 260 sonnigen Kilometer mit dem "seltenen Ölklappenmodell" vergessen.

Mehr denn je sprechen mich die frühen F-Modelle vor August 1973 an, vor allem als Targa. Dieses magische Wort beschreibt mehr als nur eine Dachluke, die man öffnen kann. Es steht für einen Sommertag zu zweit, für die bunte Popkultur der 60er-Jahre und für entspanntes Porschefahren weit diesseits des Grenzbereichs.

Die frühen Elfer, bezaubernde Skulpturen mit fein gesetzten Chromakzenten, naturschön mit schlanker Taille auf schmalen Rädern, fast ein wenig feminin, liegen gerade voll im Trend. Aber die Urmodelle sind auch die Sensibelsten, die Teuersten und die Geheimnisvollsten.

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Klassiker im Porträt Porsche 911 Targa, F-Modell
Motor Klassik 08/2014
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Porsche 911 Targa - F-Modell oft mit Rostproblemen

Denn in ihre zierlichen, innerlich verschachtelten Karosserien verbeißt sich gerne der Rost. Ihre feingeistig konstruierten Sechszylinder-Boxermotoren mit Literleistungen bis zu 80 PS legen besonderen Wert auf korrektes Ventilspiel und auf gut vorgewärmtes Öl aus dem Neunlitertank der Trockensumpfschmierung.

Auch die mit langen Schaltwegen operierenden Getriebe wollen behutsam behandelt werden, durchreißen verbietet sich. Mit wachsendem Hubraum steigt die Robustheit der Motoren. Am Ende sind sie sogar niedrig verdichtet und mit Normalbenzin zufrieden. Je später der Ur-Elfer, desto besser sind die Krankheiten kuriert.

Die Verarbeitungsqualität nimmt genauso zu wie die charmanten 356er-Teile abnehmen. Vor allem die Fahreigenschaften profitieren vom Reifeschub des Elfers. Ab August 1968 kommen hinten längere Schräglenker zum Einsatz, was den Radstand wachsen lässt. Selbst die mit Blei beschwerten Stoßstangenhörner sind dank besserer Balance nicht mehr nötig.

Die populäre Modell-Staffelung T für Touring, L für Komfort und S für Sport setzt sich durch, aber bald wird aus dem 911 L ein 911 E mit 140 PS und Bosch- Stempelpumpe. Auch der Zweiliter 911 S lässt jetzt einspritzen und leistet 170 statt 160 PS. Alles nur für kurze Zeit, denn schon im August 1969 werden die Porsche- Karten neu gemischt, da erscheint die 2,2-Liter-Serie mit dem dezenten Hinweis einer stilisierten Motorsilhouette im Heckfenster.

Je später, desto reifer

Ab August 1968 bestehen die Motor- und Getriebegehäuse aus einer leichteren Magnesiumlegierung, was Gewicht im Heck spart und das Gleichgewicht verbessert. Am Ende spricht alles für den Kauf eines 2,2-Liter- oder besser 2,4-Liter-Modells. Erst recht, wenn der Elfer regelmäßig gefahren werden soll. Für den 911 Targa ist die untere Baujahrgrenze 1968 sowieso die einzig realistische, weil echte Soft-Windows inzwischen über 100.000 Euro kosten. Für den signalgrünen 911 T genügt die Hälfte.

Das müssen Sie über den Porsche 911 Targa F-Modell (1967 bis 1973) wissen

Ein Auto, drei Radstände: Ein längerer Radstand dient der Stabilität, weniger Übersteuern, besserer Geradeauslauf. Der frühe Elfer maß zwischen den Achsen zunächst 2.211 mm, ab 8/1968 2.268 mm und ab 8/1971 finale 2.271 mm.

Was Targa im Detail bedeutet: Bei der Targa Florio war Porsche-Rekordsieger. Das inspirierte die Namensgeber. Der italienische Begriff bedeutet "Schild". Die Konstruktion ist Tribut an die US-Behörden, die Vollcabrios 1967 verbieten wollten.

Mythos seltenes Ölklappenmodell: Wird oft preissteigernd in Verkaufsanzeigen propagiert. Die rechts unter dem Targa-Bügel platzierte Klappe sollte Ölkontrolle und Öleinfüllen bequemer machen. Nur ein Jahr, von 8/1971 bis 8/1972.

Der kurze Sommer des Soft-Windows: Der Porsche 911 Targa wurde bereits auf der IAA 1965 vorgestellt, Auslieferung erst im Januar 1967. Ab 8/1967 kam parallel die Panorama-Glasscheibe. Ein Jahr später verschwand das Soft- Window endgültig.

Umstellung von Solex auf Weber: Ab 8/1966 wurden alle 911-Motorversionen (Zweiliter, 110, 130 und 160 PS) von zwei Solex-Dreifachvergasern auf Weber-Dreifachvergaser umgestellt. Später kamen Zenith-Vergaser nur noch für den T.

Stärken: Auch im Detail formvollendetes Design. Je älter, desto filigraner und naturschöner mit 356er-Instrumenten, Lenkrad mit Holzkranz, Soft-Window mit Persenning. Großes Fahrvergnügen, direkte Umsetzung, toller Sound, alle Sinne werden angesprochen. So ein früher Targa weckt hohe Emotionen.

Schwächen: Ausgeprägte Übersteuerneigung im Grenzbereich, Soft-Window-Targa weniger verwindungssteif. Hohe Reparaturkosten und Ersatzteilpreise. Motoren selten öldicht. 911 S Targa inzwischen sehr teuer. Frühe Zweiliter-Modelle weniger alltagstauglich.

MOTOR KLASSIK-TIPP

Ein später 2,4-Liter 911 T Targa der Baujahre 1971 bis 1973. Hoher Reifegrad, entspannte 130 PS bei 5.600/min und ein durchzugskräftiger Motor. Achtung: USA-T-Modelle der Jahrgänge 1972/73 haben keine Vergaser, sondern erst Stempelpumpe wie der S und dann K-Jetronic.

Das F-Modell des Porsche 911 Targa ist das richtige auto für Liebhaber hoher Automobil-Ästhetik. Der frühe Elfer müsste als zeitgeistiger Targa sofort ins Museum of Modern Art. Fahrspaß und Wertzuwachs liegen auf gleich hohem Niveau.

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