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Porsche 911 Targa G-Modell

Alltagsklassiker mit dem Flair des Ur-Elfer

Porsche 911 G-Modell, Seitenansicht Foto: Archiv 10 Bilder

Wer einen zuverlässigen Porsche 911 Targa sucht, ist mit den späten G-Modellen am besten bedient. Doch ohne Chromschmuck wirken sie fast wie Youngtimer. Die Preise beginnen bei 30.000 Euro.

07.01.2015 Franz-Peter Hudek Powered by

Der Begriff „G-Modell“ nimmt Bezug auf eine bereits 1968 von Porsche eingeführte Modelljahrgangs-Nomenklatur die mit „A“ begann und von Jahr zu Jahr alphabetisch fortgeführt wurde. Für den G-Jahrgang 1974 gab es jedoch so tiefgreifende Änderungen, dass die Porsche-Szene dazu überging, mit diesem „G“ eine langjährige, bis 1989 dauernde Modellperiode zu benennen: die „G-Serie“ oder das „G-Modell“.

Porsche 911 G-Modell trägt immer weniger Chromteile

Das Auffälligste am Porsche 911 G-Modell sind die Sicherheitsstoßstangen mit schwarzer Gummiauflage und seitlichen Faltenbälgen. So kann der Elfer einen Parkrempler mit bis zu 8 km/h ohne Schaden an der Karosserie überstehen. Die US-Version besitzt ein selbstregulierendes Dämpfersystem, während die Europa-Versionen mit zwei Prallrohren versehen sind, die nach einem heftigen Feindkontakt ersetzt werden müssen.

Der Rest-Chromanteil des G-Modells musste von Jahr zu Jahr immer mehr dem sachlichen Techno-Look der 80er weichen: Scheinwerferringe in Wagenfarbe, schwarzer Scheibenrahmen und mehr. Einen schwarzen Targa-Bügel erhält zunächst nur das Carrera-Modell von 1975, ab Modelljahr 1979 schließlich alle 911-Versionen.

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Porträt Porsche 911 G-Modell
Motor Klassik 08/2014
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Ab 1987 auch als Turbo

Auch technisch geizt die 1973 neu eingeführte Porsche 911 G-Serie nicht mit tief greifenden Veränderungen. Die von 2,4 auf 2,7 Liter aufgebohrten Sechszylinder-Boxer haben jetzt Leichtmetallzylinder mit Nikasil-beschichteten Laufbahnen. Es gibt drei Motor-Varianten: 911 mit 150 PS, 911 S mit 175 PS und 911 Carrera mit 210 PS. Der Carrera erhielt die hinteren verbreiterten Kotflügel des Carrera RS, nicht jedoch den markanten Entenbürzel. Die Rolle des RS übernimmt im November 1974 der Porsche 911 Turbo mit 260 PS und 250 km/h Spitze.

Zum Modelljahr 1976 führt Porsche die vollverzinkte Rohkarosserie ein. Zwei Jahre später kürzen die Stuttgarter ihr 911-Programm auf zwei Modelle: 911 SC und Turbo. Während der Dreiliter-Sauger auf 180 PS kommt, erzielt der 3,3-Liter- Turbo jetzt 300 PS. Auch der Standard-Dreiliter besitzt ein robusteres Kurbelgehäuse aus Aluminium anstatt aus Magnesium. Ein Targa-Dach gibt es auf Wunsch nur für den 911 SC.

Im August 1982 präsentiert Porsche das lange erwartete 911-Vollcabrio auf SC-Basis mit inzwischen 204 PS. Der Targa wird unverändert weitergebaut, zumal das Cabrio recht teuer ist. Hier die 911-Preise von 1983: Coupé 55.690, Targa 58.910 und Cabrio 64.500 Mark.

Während der letzten Bauperiode des Porsche 911 G-Modells von 1983 bis 1989 entsteht eine besonders robuste und ausgewogene 911-Version, die wieder Carrera heißen darf. Der 3,2-Liter-Sechser leistet jetzt 231 PS (mit Kat 217 PS) und besitzt einen neuen verschleißfreien hydraulischen Kettenspanner. Ab dem Frühjahr 1987 ist auch der 911 Turbo als Targa lieferbar, wodurch wir mit Nachdruck widerlegen können, der Porsche Targa sei nur etwas für Warmduscher und Mondschein-Rennfahrer.

Das müssen Sie über das Porsche Targa G-Modell (1973 bis 1989) wissen

Fette Stoßstangen für die USA: Laut US-Gesetz sollten massive Stoßstangen Unfallschäden an der Karosserie bis fünf km/h verhindern. Porsche wählte eine elegante Lösung, die erst 1990 mit dem Modell 964 abgelöst wurde.

Ab 1975 mit verzinktem Stahlblech: Es kommen feuerverzinkte Tiefzieh-Stahlbleche zum Einsatz. Verbesserte Rostvorsorge zusätzlich durch Hohlraumkonservierung. Porsche gibt sechs Jahre Garantie. Ab 1986 nochmals verbessert.

Bremsen und Fahrwerk: Mit dem 1977 eingeführten 911 SC gibt es Servobremsen ohne Aufpreis. Ständige Weiterentwicklung der Rad- und Reifengrößen. Sehr beliebt: Turbo-Look mit hinten 245/45 VR16 (Modelljahr 1986).

Targa durchgehend geöffnet: Trotz der Einführung des Cabrios zum Modelljahr 1983 bleibt der Targa eine beliebte Option. Von den insgesamt 196 932 produzieren G-Modellen sind 57 349 mit Targa-Dach ausgeliefert worden.

Bosch K-Jetronic, für 911 und 911 S: Es gibt keine Vergaser-Motoren mehr. Porsche setzt mit Ausnahme des Carrera (mech. Einspritzung) nur noch die K-Jetronic ein. Ab Modelljahr 1976 gibt’s den Carrera ebenfalls mit K-Jetronic.

Stärken: Die zweite Elfer-Generation ist ein besonders guter Alltags-Klassiker. Das Porsche 911 Targa G-Modell hat gegenüber seinen Vorgängern eine stabilere, besser gegen Rost geschützte Karosserie, standfestere Motoren und dank breiteren Reifen eine deutlich optimierte Straßenlage. Trotzdem stellt sich dank nahezu identischen Innen- und Außenabmessungen sowie durch den luftgekühlten Heckmotor noch immer echtes Elfer-Gefühl ein. Ganz besonders, wenn man im formschönen Targa offen fährt.

Schwächen: An die Ziehharmonika-Elemente der Stoßstangenecken hat man sich gewöhnt. Ebenso an den späteren Chromverlust, was den G-Modell-Elfer in Richtung Youngtimer rückt, obwohl er schon deutlich über 30 Jahre auf dem Buckel hat.

MOTOR KLASSIK-TIPP

Generell gilt: Die Targa-Preise ziehen an. Jetzt kaufen! Die PS-Zahl spielt keine so große Rolle wie der Allgemeinzustand. Der Porsche 911 Tagra G-Modell ist das richtige Auto für Romantiker mit Durchblick. Man genießt das Flair der frühen Elfer und die Robustheit und Sicherheit der 80er. Außerdem: Der Targa ist schöner als das Cabrio im Käfer-Stil.

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