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Porsche 911 Turbo PDK

Überarbeitete Sportler-Ikone

Porsche 911 Turbo PDK Foto: Achim Hartmann 23 Bilder

Viel gab es nicht am bisherigen Porsche Turbo zu bemängeln. Das wenige hat nun eine Modellpflege ausgemerzt. Mit dem geänderten Allrad-System gleitet der 500-PS-Sportler verlässlicher durch den Grenzbereich.

07.11.2009 Marcus Peters

Da braut sich was zusammen, bricht gleich aus – die Vortriebsgewalt des Porsche Turbo. Während der rechte Fuß abrupt Vollgas gibt, steht der linke auf dem Bremspedal. Der Boxer brüllt bei 5.000/min, die Lader glühen bei 0,5 bar, dann lupft der Bremsfuß und löst das Katapult aus. Ein Überraschungseffekt: Trotz Ansage scheinen weder Massenträgheit noch Schlupf nachzukommen und stecken tatenlos auf. Genauso wie der Nacken; obwohl die Erwartungshaltung die Muskulatur vorspannt, kippt der Kopf nach hinten, schafft es auch im zweiten Gang kaum zurück in die Grundposition. Und schon wischt die Tachonadel über die Tempo-100-Markierung.

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Fahrbericht Porsche 911 Turbo PDK
auto motor und sport 23/2009
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In 3,4 Sekunden sprintet der Porsche Turbo PDK auf Tempo 100 km/h

Dass gerade 3,4 Sekunden vergangen sind, versichern die Porsche-Techniker glaubhaft. Unter perfekten Bedingungen soll sich der Porsche Turbo sogar noch weniger Zeit lassen, wobei der Fahrer darauf kaum Einfluss hat – er muss sich nur für das optionale Doppelkupplungsgetriebe entscheiden. Dann ist das Prozedere für die Rennstart-Funktion (Launch-Control) denkbar simpel: einfach in der Mittelkonsole den Schalter Sport plus drücken und den Bremse-Gaspedal-Tanz steppen. Das war’s. Den Rest mixt die ausgebuffte Elektronik aus Kennlinien, Sensordaten und Schalt-Automatisierung zusammen – eine beeindruckende Zurschaustellung von Abstimmungs-Kompetenz.

Erstmals in der 35-jährigen Turbo-Geschichte kommt ein neuer Motor zum Einsatz

Natürlich trägt das Kraftzentrum einen wesentlichen Teil zur kaum fassbaren Performance bei. Erstmals in der 35-jährigen Turbo-Geschichte kommt ein komplett neuer Motor zum Einsatz: der 3,8-Liter-Boxer des Carrera S, von zwei Borg-Warner-Turbos auf 500 PS und 650 Nm gebracht. Die Lader entsprechen denen des GT2, verfügen über größere Schaufelräder als der bisherige Turbo, was das Ansprechverhalten leicht verzögert. Dies gleicht die Benzin-Direkteinspritzung aus, weshalb sich der Neue ähnlich fährt wie der Vorgänger – nur noch breitflächiger anschiebt.

Das Doppelkupplungsgetriebe PDK ersetzt die ungeliebte Tiptronic S

Ab sofort könnte es sogar Automatik-Gegnern leichtfallen, auf ihre bislang geschätzte Sechsgang-Handschaltung zu verzichten. Denn das Doppelkupplungsgetriebe PDK (3.915 Euro) ersetzt die ungeliebte Tiptronic S. Für diesen Fünfgang-Wandler hatte sich bislang immerhin die Hälfte der Turbo-Kunden entschieden. Beim PDK erwarten die Strategen sogar eine Quote von 70 Prozent.

Neuer Porsche Turbo endlich mit Schaltpaddeln am Lenkrad

Carrera-Fahrer kennen PDK bereits in ähnlicher Form. Nun wurde es verstärkt und um zwei  zusätzliche Reibflächen erweitert: Außerdem bietet Porsche endlich optional Schaltpaddeln am Lenkrad (417 Euro) an; ein Zug am rechten lässt das Getriebe hoch-, einer am linken herunterschalten. Damit reagiert Porsche auf die anhaltende Kritik - nicht nur von auto motor und sport - an den Schaltblöcken und schließt sich der aus dem Rennsport abgeleiteten, einfach zu bedienenden Lösung der Sportwagen-Konkurrenz von Aston Martin, Ferrari und Lamborghini an. Die Schaltwippen werden übrigens sukzessive auch in den anderen PDKModellen wie Porsche Boxster/Cayman und Carrera gegen Aufpreis angeboten – doch die bisherige, ergonomisch ungünstigere Variante bleibt serienmäßig.

Porsche Turbo PDK: Überarbeiteter Allradantrieb entschärft Haftungsverlust

Dass Kritik nicht einfach an ihnen abprallt, beweisen die Entwickler auch beim Allradantrieb. auto motor und sport hatte im Grenzbereich eine unstete Momentenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse bemängelt. Bei abgeschaltetem ESP wechselte der Turbo sprunghaft vom Über- ins Untersteuern und erforderte schnelle Korrekturen des Lenkwinkels. Eine neue Kennlinie, die sich am Verhalten des mechanischen Visko-Systems des 996 Turbo orientiert, schafft nun Klarheit: Bei gedrückter Sport-Taste transferiert die elektromagnetisch betätigte Lamellen-Kupplung nur so viel Drehmoment nach vorn, dass auf keinen Fall Schlupf an der Vorderachse entstehen kann – Haftungsverlust in Form von starkem Untersteuern ist damit ausgeschlossen.

Tatsächlich lässt sich der überarbeitete Turbo auf der Rennstrecke deutlich bereitwilliger quer stellen. Unter Lastwechsel drückt er sein Heck weich, aber bestimmt heraus, wobei die beharrliche Traktion zunächst die Oberhand behält – bis bei Vollgas im Overboost 700 Nm über die Antriebswellen herfallen, die Hinterreifen aufgeben und der Porsche im sahnigen Drift ohne Konterneigung durch die Kurve gleitet. Wäre da nicht das zarte Zucken in der Lenkung, während Drehmoment an die Vorderachse fließt, man würde glatt auf Hecktriebler tippen. Zumal der Testwagen mit dem Porsche-Torque-Vectoring (PTV, 1.309 Euro) ausgerüstet ist.

Auch am Fahrwerk sahen die Ingenieure Spielraum für Verbesserungen

Diese einfache Form von variabler Verteilung des Antriebsmoments spitzt die Agilität weiter zu. PTV kombiniert eine mechanische Hinterachs-Quersperre mit Eingriffen der Bremse. Sie verzögert gefühlvoll das kurveninnere Hinterrad sobald der Fahrer einlenkt, und der Turbo biegt bestimmter ab. Natürlich kann auch diese Strategie Untersteuern nur bis zu dem Moment verhindern, in dem die Querkräfte das Vermögen der Vorderreifen übersteigen.

Auch am Fahrwerk selbst sahen die Ingenieure Spielraum für Verbesserungen und setzten an der Hinterachse statt linearer jetzt progressive Federn ein. Aus der bisher fixen Rate von 80 Nm pro Millimeter wird nun eine variable von 60 bis 90. Zunächst federt der Turbo einen Hauch besser an, hinterlässt dann aber einen etwas strafferen Gesamteindruck. Dickere Stabilisatoren (vorn 24,5 statt 22,5 Millimeter) reduzieren das ohnehin nicht gerade ausgeprägte Wanken bei schneller Richtungsänderung weiter.

Grundpreis für das Porsche Turbo Coupé bleibt bei 149.786 Euro

Trotz dieser zahlreichen und effektiven Änderungen verkneift sich Porsche eine Preiserhöhung - es bleibt bei nicht gerade wohlfeilen 145.871 Euro für das Coupé mit Sechsgang-Schaltgetriebe und 157.057 Euro für das Cabrio. Den Genuss maximieren allerdings erst zusätzliche 8.878 Euro - fürs PDK samt Lenkrad-Schaltpaddeln, Launch-Control und Sport-Chrono-Paket. Nur dann braut sich vor dem Katapult-Start so richtig was zusammen.

Download Fahrbericht Porsche Turbo PDK (PDF, 4,07 MByte) Kostenlos
Technische Daten
Porsche 911 Turbo
Grundpreis149.786 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4450 x 1852 x 1300 mm
KofferraumvolumenVDA105 L
Hubraum / Motor3800 cm³ / 6-Zylinder
Leistung368 kW / 500 PS (650 Nm)
Höchstgeschwindigkeit312 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h3,6 s
Verbrauch11,4 L/100 km
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