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Porsche 911 Turbo Tuning

Fette Meute

Foto: - 19 Bilder

Wenn fünf getunte Porsche 911 Turbo ihr ausladendes Heck über den Kurs von L‘Anneau du Rhin peitschen, dann erschallt das Gebell von über 2.700 PS - und man erhält eine ziemlich konkrete Vorstellung vom kommenden Porsche GT2.

18.12.2006 Marcus Peters

Nur Vollgas beantwortet die Frage nach dem Sinn eines getunten Porsche 911 Turbo: Heißer Abgas-Atem weckt die dösigen Turbinen. Rot vor Glut reißen sie die Verdichter mit, welche den Druck an die Ansaugluft weitergeben. Diese rotiert gereizt, flutet die Brennräume. Es zischt. Es faucht. Es presst – dem Fragesteller die Luft aus dem Brustkorb. Sinnvoll hin oder her: bewusstseinsweitend ist das Tuning in jedem Fall. Man wünscht sich ein analoges Manometer, um dem Druckaufbau zuzusehen – als Vorfreude auf die Schub- Eruption.

Wenn Dampf auf dem Kessel ist und die Verdichter für den Vortrieb schuften, kann man sich das glühende Turbo-Inferno in den beiden Ladergehäusen richtig vorstellen. Die Porsche-Tuner 9ff, Gemballa, Speedart, Techart und Wendland heizen dem 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxer so richtig ein – alle beschleunigen besser als die Serie, der 9ff etwa ist eine Sekunde schneller auf 200 km/h. Das lässt die Fantasie erschaudern: Was werden erst künftige Tuning-Stufen bringen? Als Ansage stehen immerhin 600 PS und mehr im Raum.

Schon 1,25 bar verwischen den Übergang von Gegenwart zu Vergangenheit. Was eben noch formatfüllend in der Frontscheibe auftaucht, scheint ohne Zeitversatz in den Rückspiegel zu rutschen, herbstlaubige Bäume verzerren im Seitenfensv ter zu bunten Schlieren. So hat man sich als Enterprise-Zuschauer Warp 1 vorgestellt. Aus serienmäßigen 480 PS und 620 Nm werden zwischen 530 und 580 PS sowie 700 bis 780 Nm.

Der Weg zur Mehrleistung führt über Katalysatoren und Auspuffanlagen mit höherem Durchsatz sowie umfangreiche Arbeit auf dem Prüfstand: Das Motorsteuergerät wird neu abgestimmt, wobei das Kurbeln am elektronischen Dampfrad nur ein Leistungs-Baustein ist – viel mehr Ladedruck als 1,25 bar vertragen die Borg-Warner-Turbos nicht. Ebenso wichtig ist das Abmagern des Gemischs, ohne jedoch die Abgastemperatur in kritische Höhen schnellen zu lassen, was den Verstellmechanismus der Turbinenschaufeln zerstören würde.

Der Overboost des Serien-Turbo wird bei den Getunten zum Normalzustand, und bei gedrückter Sport-Taste setzen sie noch einen Extrakick obendrauf. Diesen erkaufen sie mit träger ansprechenden Ladern: die Rückkehr zum Turboloch mit anschließendem Bumms. Trotz modifizierter Fahrwerke übertrifft die Längs- immer noch die Querdynamik. Der Sog von über 700 Nm reißt selbst die Masse von 1,6 Tonnen fast auf das Rundenzeiten-Niveau eines GT3. Brutaler Schub in den unteren Gängen, fetter Drehmoment-Auftrag am Kurvenausgang – das brennt sich ein in die Emotions-Festplatte.

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