Porsche Boxster Spyder im Fahrbericht

Die radikalste Art, Boxster zu fahren

Die radikalste Art, Boxster zu fahren, stellt der neue Spyder dar: Leichter und schneller kann man mit dem Mittelmotor-Roadster nicht unterwegs sein.

Logisch: Weder James Dean noch Steve McQueen konnten dabei sein. Aber selbst wenn die prominentesten Porsche-Fahrer der Vergangenheit zur Premierenfeier des Porsche Boxster Spyder gekommen wären, hätten sie nur schwer weitere Massen mobilisieren können: Keine Pressekonferenz auf der Los Angeles Auto Show war besser besucht, kein Auto von den Fans stärker belagert. Der Porsche Boxster Spyder geht als dritter Stern innerhalb der Boxster-Reihe auf und setzt dort eigene Glanzlichter: Leichter, stärker, schneller, agiler - mit vielen Superlativen will Porsche Dampf in die zweite Hälfte des Boxster-Modellzyklus bringen.

Der Porsche Boxster Spyder hat kein elektrisches Verdeck

Rund 2.000 Einheiten, also etwa zehn Prozent des Porsche Boxster/Cayman-Verkaufsanteils, sollen künftig auf den Spyder entfallen. Nicht mehr - aber auch nicht weniger. Denn so schön der Mittelmotor-Roadster mit zwei auffälligen Hutzen auf dem neuen, durchgehenden Heckdeckel auch wirken mag: Mit dem leichten Sonnensegel, welches das klassische Cabrioverdeck ersetzt, ist es eher für "It-neverrains-in-southern-California"-Märkte geeignet als für die norddeutsche Tiefebene. Das Dach lässt sich nämlich nicht mit Hilfe der Elektronik innerhalb von 20 Sekunden schnell zumachen, es muss in zwei Teilen aufgeknöpft werden - eine etwas mühsame Prozedur, die Cabriofahrern des 21. Jahrhunderts längst fremd geworden ist. Immerhin leistet der abgespeckte Schutz vor den Elementen damit seinen Beitrag zur Gewichtsreduzierung.

Der Porsche Boxster Spyder ist ein abgespecktes Funcar

Mit 1.275 Kilogramm bringt der Spyder 80 Kilo weniger auf die Waage als ein Porsche Boxster S, wovon allein 21 auf das Dach entfallen. Leichte Alu-Türen sparen weitere 15 Kilogramm, der Verzicht auf die Klimaanlage 13 und der um zehn Liter verkleinerte Tank noch einmal sieben. Dass die Leichtbausitze gegenüber dem konventionellen Porsche Boxster-Gestühl zwölf Kilogramm weniger wiegen, gerät überhaupt nicht zum Nachteil. Man fühlt sich angenehm umschlungen und auf flotter Kurvenfahrt optimal unterstützt. Und genau da gehört der Porsche Boxster Spyder hin: Mit seinem um 25 Millimeter abgesenkten Fahrzeugschwerpunkt, dem erstarkten 3,4-Liter-Boxer (320 statt 310 PS) und dem auf 370 Newtonmeter (Boxster S: 360 Nm) erhöhten Drehmoment zählt er uneingeschränkt zur Kategorie der Funcars.

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Auch auf schlechten Straßen federt der Porsche Boxster Spyder akzeptabel

Die sehr direkt ausgelegte Lenkung und das ungewöhnlich neutrale Fahrverhalten sorgen dafür, dass das Herz schon auf den ersten Metern ein ganzes Stück schneller schlägt - zumal das Sechsgang-Schaltgetriebe kurz und knackig die Gänge flutschen lässt. Und die nächste gute Nachricht: Die erhöhte Agilität geht nicht zu sehr auf Kosten des Komforts. Selbst auf schlechten US-Straßen federt der neue Porsche (Preis: ab 63.404 Euro) akzeptabel. Der Aufpreis von rund 7.000 Euro gegenüber dem Porsche Boxster S dürfte ab Februar 2010 auf jeden Fall nicht nur Schauspieler-Legenden locken.

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Birgit Priemer

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