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Porsche Boxster im Fahrbericht: Und Downsizing kann doch Spaß machen!

Der neue Porsche Boxster rollt mit weniger Gewicht, weniger Hubraum und weniger Verbrauch an. Trotzdem fährt und brüllt er so lebendig wie nie und rückt nochmals näher an den heiligen Elfer.

Gute Nachrichten haben meist eine schlechte im Schlepptau. Beispiele? Kaum zahlt der Chef mehr Geld, schlägt die Steuer kräftiger zu. Kaum gewöhnt man sich das Rauchen ab, wächst der Bauch. Kaum wird die Liebste schwanger, ist der Kühlschrank ständig leer. Was das mit dem neuen Porsche Boxster zu tun hat? Nicht so ungeduldig, erstmal die gute Nachricht genießen: Im April kommt die dritte Generation des Zweisitzers. Das reizt doch wohl die meisten Sportwagen-Fans, denn im Gegensatz zum heißgeliebten, finanziell aber eher fernen 911 Cabrio verkörpert er den noch erreichbaren Porsche.

Andere rufen den Porsche Boxster liebevoll Bobbycar aus Zuffenhausen, weil er offen, erfrischend und bezahlbar ist – und das auch bleibt. Ab 48.291 Euro (plus 1.309 Euro zum Vorgänger, minus 52.241 Euro zum 911 Cabrio) knurrt der komplett neu entwickelte Roadster los. Aber bevor er das tut, umrunden wir ihn kurz. Es lohnt sich. Mit Zahlen kann man seine neuen Proportionen nicht so richtig erfassen: 4,37 Meter Länge (plus 32 Milli-meter) und 1,80 Meter Breite werfen ähnliche Schatten wie früher.

Neuer Porsche Boxster mit kürzeren Überhängen und breiterer Spur

Und trotzdem steht der neue Porsche Boxster nun stämmiger und eleganter auf seinen 18-Zoll-Rädern; die S-Version hat 19-Zöller. Zum markanteren Auftritt verhelfen 60 Millimeter mehr Radstand, kürzere Überhänge sowie eine breitere Spur. Außerdem steht die Frontscheibe flacher, ragt am Heck ein charismatischer Bürzel hervor, spannt sich das Akustikverdeck flacher. Es arbeitet nun vollautomatisch und wird von zwei Elektromotoren in nur neun Sekunden geöffnet oder geschlossen. Die Metamorphose funktioniert entweder per Fernbedienung am Zündschlüssel oder bis Tempo 50 per Knopfdruck in der Mittelkonsole. Der Verdeckkasten wurde entschlackt, was zwölf Kilogramm spart.

Weitere Diät-Tricks sind der Einsatz von Magnesium und Aluminium. Aus Letzterem bestehen nicht nur die Türen und die beiden Kofferraumdeckel, sondern auch Vorder- und Hinterwagen; insgesamt wächst der Alu-Einsatz auf 46 Prozent, was das Leergewicht des Porsche Boxster von 1.310 Kilogramm erklärt – immerhin rund ein halber Zentner weniger als bisher.

Und jetzt der Schock: Porsche verkleinert den Hubraum des Basistriebwerks erstmals wieder. Der Sechszylinder muss nun wieder mit 2,7 statt 2,9 Liter Hubraum auskommen, was den Vierventiler dank zahlreichen Modifikationen jedoch nicht davon abhält, mit 265 zehn PS mehr als zuvor zu leisten. Bei dem gefahrenen Porsche Boxster  S bleibt es bei 3,4 Liter Hubraum, wobei die Leistung um fünf auf 315 PS steigt.

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Startknopf kommt dem Boxster nicht ins Cockpit

Eins kommt dem Porsche Boxster jedoch nicht ins Cockpit: ein Startknopf, der nachweislich keine Vorteile bringt. Markentypisch wird auch die dritte Generation links vom Lenkrad per Zündschlüssel erweckt. Zuvor noch die vorzüglichen, vollelektrisch verstellbaren Sportsitze für unsportliche 2.261 Euro Aufpreis in Position gebracht, die nun besser konturiert und sowohl mit einer Lordosenstütze als auch mit einer Sitzflächenverlängerung ausgerüstet sind. Krasser Gegensatz dazu: die unhandlichen und billig wirkenden Kunststoff-Schalttasten am griffigen Lenkrad, die zum Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe PDK (2.826 Euro Aufpreis) gehören. Nix gelernt, Porsche: Das Thema wurde schon beim 911 kritisiert.

Die neue Mittelkonsole im Stil des größeren Bruders sieht zwar appetitlich aus, hat jedoch zwei Schwächen: Zum einen sind die Taster der Klimaregelung unterhalb des Navibildschirms teilweise etwas zierlich, zum anderen ragt die Konsole so hoch in den Raum, dass man sich schon mit einem längeren Abschiedsküsschen im Porsche Boxster schwer tut. Vermutlich aktiviert man dabei unbemerkt das optionale Dämpfersystem PASM per Knopfdruck hinter dem Schalthebel. Es wurde ebenfalls überarbeitet und kostet nun 1.428 Euro Aufpreis. Wie straff es den Boxster auf Kurs hält? Das probieren wir gleich während der Fahrt aus.

Mit eindringlichem Röcheln springt der Porsche Boxster an und verfällt in einen unruhigen Leerlauf, während sich seine zehn Liter Motoröl erwärmen. Es ist vor allem diese dunkle, chronisch kratzige Stimme, die diesen Sportwagen schon im Stand so besonders macht. Dem Asphalt wunderbar nah, die Fensterlinie auf Schulterhöhe, das Lenkrad optimal vor der Brust, den Motor im Rücken. Jetzt schnell den Wählhebel auf D schieben und alle schlechten Gedanken auf dem Parkplatz zurücklassen.

Autonis 2014

Porsche Boxster fühlt sich satter an, ohne fett zu wirken

Der neue Porsche Boxster gibt schon auf den ersten Metern die volle Dosis Glücksgefühle frei, weil er sich satter anfühlt, ohne fett zu wirken. Weil er mehr Sitzkomfort bietet und etwas luftiger geschnitten ist – aber trotzdem der athletische Mittelmotor-Sportler bleibt. Der kleine Elfer eben – direkt, leicht, agil. Im normalen Fahrmodus verkneift er sich jetzt übertriebene Sportlichkeit, brummt nicht zu laut und segelt auf Wunsch. Segeln? Gemeint ist damit der Marketing-Jargon für die automatische Entkoppelung von Motor und Doppelkupplungsgetriebe, sobald man vom Gas geht und ohne Motorbremse dahingleitet. Fühlt sich gut an und spart Kraftstoff. Letzteres schafft auch die Start-Stopp-Automatik (Serie), die bei unserer Ausfahrt wunderbar funktionierte. Laut Porsche soll der Boxster damit 8,0 L/100 km verbrauchen.

Wer Start-Stopp und Co. als Öko-Humbug verteufelt, der drückt den Sport-Knopf und beamt sich in eine Welt, in der sich der Porsche Boxster nicht einfach ungewollt abstellt, aber noch direkter mit seiner elektromechanischen Lenkung um Kehren wuselt. Die breitere Spur der Vorderachse erhöht dabei die Genauigkeit, das straff gestellte Fahrwerk die Bodenhaftung. Ab 4.000 Touren brüllt der Motor durch seine Sportabgasanlage (2.166 Euro) bereits fast so brutal, wie es Metallica bei Rock am Ring tun.

In rund fünf Sekunden soll der Porsche Boxster S auf Tempo 100 fliegen? Es fühlt sich eher nach drei an. Der Alu-Boxer hängt dabei jederzeit so spritzig am Gas, dass dagegen sogar neueste Turboherzen lethargisch wirken. Prächtige Arbeit haben die Soundingenieure beim Abtouren geleistet, denn das Frotzeln und Knistern in den Schalldämpfern lässt jedes Haar am Körper zittern. Am besten wirkt die Klangvorstellung ohne Dach, wobei es im Porsche Boxster nicht zugig wird. Dank tiefer Sitzposition und reichlich Abstand zur Frontscheibe genießt man bestes Roadsterfeeling.

So, jetzt kommen wir zur schlechten Nachricht: Dieser Porsche Boxster wird all jenen weh tun, die den Vorgänger hegen und pflegen, denn selten ist die Evolution eines Porsche so spürbar gelungen.

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