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Fahrbericht des Porsche Cayenne Diesel

Den Porsche Cayenne gibt es nun auch als Diesel

17 Bilder

Porsche und Selbstzünder – das war 46 Jahre lang ein Tabu. Doch jetzt gibt der Porsche Cayenne Diesel ein überzeugendes Comeback. Wer den Porsche mit Audi-Diesel-Motor kaufen möchte, braucht allerdings auch mindestens 56.436 Euro.

11.04.2009 Powered by

Tuck, tuck, tuck – der Dieselmotor in dem roten Porsche nagelt aufdringlich laut und lässt über sein Motorkonzept keine Zweifel aufkommen. In seinem Alter darf man das: 1962 erblickte dieser Master 419 das Licht der Welt, gehört damit zur größten Modellreihe unter den von 1950 bis 1963 produzierten Porsche-Traktoren. Er protzt mit 3,5 Liter Hubraum, vier Zylindern, 60 PS, 2100 Kilo Leergewicht und einer Höchstgeschwindigkeit von 27 km/h. An der langen, schmalen Motorhaube blitzt ein Chromschriftzug: Porsche-Diesel.

Traktor-Besitzer Alexander Mauz mustert skeptisch dessen Enkel, der ab sofort die Diesel-Tradition in Zuffenhausen wieder aufleben lässt. Am roten Cayenne verrät optisch rein gar nichts, dass unter der Motorhaube ein Selbstzünder powert. Der sportliche Geländegänger sieht bis ins kleinste Detail genauso aus wie seine Benzin-Brüder. Viel Mühe haben die Zuffenhausener darauf verwendet, dass ihre Kehrtwende in der Motorphilosophie möglichst unhörbar bleibt. Schließlich ist das Turbo-Triebwerk keine Eigenentwicklung, sondern kommt aus Ingolstadt. Im Audi Q7 3.0 TDI beweist es seit Jahren mit brachialem Durchzug, wie behände selbst ein voll beladenes Dickschiff von rund drei Tonnen Gesamtgewicht auf volle Fahrt gebracht werden kann. Anders als im Audi summt der 240 PS starke Motor im Cayenne so leise, dass man schon sehr genau hinhören muss, um den Diesel zu erkennen. Dies liegt vor allem an dem neuartigen Vliesmaterial.
Es dämmt nicht nur besser, sondern wiegt auch noch weniger als das anderer Hersteller – laut Porsche eine stattliche Gewichtsersparnis von 20 Kilogramm. Ohne Turboloch schiebt der Sechszylinder den leer 2,2 Tonnen schweren Porsche stetig voran. In 8,3 Sekunden soll Tempo 100 erreicht sein – das wären noch mal zwei Zehntel weniger als beim Q7 . Die Sechsgang-Automatik schaltet sanft. Bei gedrückter Sporttaste spricht der Motor spontaner an, und die Gänge werden höher ausgedreht. Wer will, kann auch per Lenkradpaddel oder Wählhebel die Gänge von Hand einlegen. Im oberen Drehzahlbereich gibt’s dann auch ein bisschen was auf die Ohren. Wohl dosiert und fein komponiert – diese Melodie klingt nach Kraft, fernab jeder Nagelei. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 214 km/h an. Sicherlich kein Spitzenwert für einen Porsche, aber nur wenige Diesel-SUVs schaffen mehr.

Auf einer ersten Testfahrt ist laut digitaler Tachoanzeige erst bei Tempo 232 Schluss. Selbst dann schnürt der Koloss noch ruhig dahin. Entspannter kann man weder reisen noch rasen. Mit den 550 Newtonmeter Drehmoment, die ab 2000 Touren anliegen, dürfte der Cayenne jetzt noch besser fürs Gelände gerüstet sein. Die echten Offroad-Zutaten kosten allerdings wie bei den Benzinern extra. Mit dem Luftfederfahrwerk Porsche Active Suspension Management (PASM, 2963 Euro) kann die Karosserie in sechs Stufen um insgesamt 110 Millimeter angehoben oder abgesenkt werden. Die Bodenfreiheit beträgt mit PASM maximal 271 Millimeter, ohne sind es nur 218. Für weitere 2273 Euro soll der Cayenne noch besser kraxeln können: So viel kostet das Porsche Traction Management (PTM), das die Kraft variabel zwischen Hinter- und Vorderachse verteilt (im Normalmodus 62:38). Dazu messen Sensoren Traktion, Tempo, Querbeschleunigung und Lenkwinkel. In anspruchsvollem Terrain helfen starrer Durchtrieb und eine Geländereduktion von 2,7:1 weiter.

Zum Paket gehören auch Schwellerschutz, verstärkter Unterbodenschutz für Motor, Tank, Hinterachse und – falls doch tatkräftige Hilfe Dritter benötigt wird – eine zweite Abschleppöse. Mit 56.436 Euro kostet der Diesel-Cayenne knapp 4000 Euro mehr als sein Zwilling mit dem kleinsten Benzinmotor (3.6 V6, 290 PS, 385 Newtonmeter, 52.499 Euro). Bei solchen Preisen kann man allerdings kaum verstehen, warum ein Tempomat mit 440 Euro in der ohnehin schon ellenlangen Aufpreisliste steht. Wie bei der Leistung übertrumpft der Cayenne den alten Master-Traktor auch beim Durst. Begnügte sich der Diesel-Veteran mit fünf Litern in der Stunde, gibt Porsche den Normverbrauch für den Neuen mit 9,3 Litern pro 100 Kilometer an – was 244 g/km CO2-Emission entspricht. Gemessen an den 12,9 Liter teurem Super plus (310 g/km CO2) des Cayenne mit dem 3.6er-Ottomotor ist das nun wieder richtig sparsam.

Technische Daten
Porsche Cayenne Diesel
Grundpreis56.859 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4798 x 1928 x 1699 mm
KofferraumvolumenVDA540 bis 1770 L
Hubraum / Motor2967 cm³ / 6-Zylinder
Leistung176 kW / 240 PS (550 Nm)
Höchstgeschwindigkeit214 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,3 s
Verbrauch9,3 L/100 km
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