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Porsche Cayenne GTS und Turbo S im Fahrbericht

Die neuen Power-SUV auf Schnee und Eis

Porsche Cayenne Turbo S 2015 Foto: Porsche 20 Bilder

Zum neuen Modeljahr erstarkt der Porsche Cayenne Turbo S auf satte 570 PS und im agileren Cayenne GTS ersetzt ein V6 den Achtzylinder. Wir konnten die Boliden auf Eis und Schnee bewegen.

06.02.2015 Michael von Maydell Powered by

Puh – das war knapp. Eben noch rauschten wir entspannt über die weißen Straßen Lapplands Richtung Flughafen. Der Schnee: reines Pulver, dazu passable minus 15 Grad draußen, drinnen kuschlige 22. Der V8 murmelt dumpf bei 1.500 Touren. Sehr gemütlich. Dann nähert sich uns ein großes weißes Ungetüm. Mein Beifahrer wird unruhig. „Ist das ein Truck?“ „Nee – das ist ein Räumfahrzeug“. In der Tat. Seine allzu breite Schaufel rückt rapide näher und näher. Wir gehen voll auf die Bremse. Grad rechtzeitig verdrücken wir uns eng an die Schneemauer, versinken im grellen Schneestaub. Sicht gleich null. „Alles klar – Spiegel noch dran?“ „Ja, passt“, erwidere ich möglichst cool und ziehe unseren Porsche Cayenne wieder auf die Strecke.

Vor einer Stunde hatten wir deutlich mehr Spielraum. Da tobten wir in Porsches SUV über die bestens präparierten Schnee- und Eispisten. Handlingkurs, Slalom-Parcours, Driftkreisel – alles da. Was für ein Spaß. Die Modelle: bestens ausgestattete Porsche Cayenne GTS und Turbo S. Dabei ging es gar nicht um Fahrkomfort oder Sprintvermögen. Dass ein Porsche Cayenne hier vorzügliches zu bieten hat, ist ja längst bekannt.

Unterwegs auf präparierten Eispisten

Nein, viel mehr galt es, den mittlerweile meistverkauften Porsche auf Traktionsvermögen und Handling auf eisiger Bahn abzuprüfen. Und wir konstatieren: Beide Porsche Cayenne lassen sich bei aktiviertem ESP sauber und sicher über den sehr glatten Kurs steuern. Lustiger geht es natürlich um die Ecken, sobald die Sport Plus-Taste gedrückt ist. Dann lässt der mächtige SUV den Fahrer an der langen Leine und greift spät, aber dennoch zurückhaltend ein. Manch einer kam da den harten Eiswänden doch beachtlich nahe. Schäden gibt es dennoch nicht zu vermelden. Und wer wirklich im Tiefschnee landete, den gruben die schwedischen Radlader gerne wieder raus.

Im direkten Wechsel zwischen Porsche Cayenne GTS und Turbo S reagiert der stärkere S noch sensibler auf jeden Gasstoß. Umso kniffliger daher, den Zweitonner mittels gefühlvollen Lastwechseln um die Pylonen zu scheuchen. Gegenüber stürmt derweil ein laut brüllender GTS mit voller Kraft über die Piste, die Sicht nach hinten sperrend mit einer riesigen Schneewolke – nur um im nächsten Moment den Anker zu werfen und möglichst vor der Hütchenwand zu verzögern. Ob nun Porsche Cayenne GTS oder Turbo spielte letztlich auf dem tief verschneiten Testgelände keine Rolle.

Porsche Cayenne GTS jetzt mit 400 PS starkem Biturbo-V6

In wärmeren Gefilden dürften sich die beiden Cayenne hingegen deutlicher unterscheiden. Der neue Porsche Cayenne GTS, den nun anstelle des 420 PS starken V8, ein 3,6 Liter großer Biturbo-V6 mit 400 PS befeuert, gibt sich mittels aktiven Dämpfern (PASM), Tieferlegung (24 mm) und Sportabgasanlage deutlich agiler. Porsche würde sagen: Performance orientiert. Dazu spendiert Porsche den mächtige Bug sowie die rot lackierte Bremsanlage des Turbo, betont auffälligen GTS-Schriftzüge an den Seiten, schwarze Kontrastelemente an der Karosse und feine Leder-Alcantara-Sportsitzen. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei respektablen 262 km/h. Nullhundert will der 2,1 Tonnen schwere SUV in 5,2 Sekunden erledigen.

Und der Turbo S? Na ja. Der liefert Werte, die selbst einen 520 PS starken 911er 4S erzittern lassen könnten. 4,1 Sekunden auf 100 km/h? Für ein mindestens 2.235 Kilo schweren Allradler? Respekt. Verantwortlich hierfür ist der bekannte 4,8 Liter große Bi-Turbo-V8, der es nun auf 570 PS und satte 800 Nm bringt. An Bord: Alles was Porsche zu bieten hat: Keramik-Bremsen, aktive Wankstabilisierung, Luftfederung, variable Drehmomentverteilung sowie eine elektronisch geregelte Sperre an der Hinterachse und so weiter. Kein Wunder also, dass sich der SUV im Slalom einerseits lammfromm (bei eingeschaltetem ESP) und zugleich doch sehr behände um die Hütchen zirkeln ließ.

Allerdings – so viel Zeit muss noch sein – der Porsche Cayenne Turbo S ist dafür auch ausgesprochen teuer. Satte 166.696 Euro. Allein der normale Turbo (520 PS) ist schon über 38.000 Euro günstiger. Oder noch eindrucksvoller: für einen Turbo S verkauft der Porsche-Händler 2,54 normale Porsche Cayenne. Da ist es doch gut, dass wir uns und das Schmuckstück vor dem lappländischen Schneepflug in Sicherheit bringen konnten.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes schrieben wir, der 3,6 Liter-Biturbo-V6 im neuen Porsche Cayenne GTS leistet 400 PS. Richtig ist natürlich die Leistungsangabe von 440 PS.

Technische Daten
Porsche Cayenne Turbo S
Grundpreis168.838 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4855 x 1954 x 1702 mm
KofferraumvolumenVDA670 bis 1705 L
Hubraum / Motor4806 cm³ / 8-Zylinder
Leistung419 kW / 570 PS (800 Nm)
Höchstgeschwindigkeit284 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,1 s
Verbrauch11,5 L/100 km
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