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Offroad-Fahrt Porsche Macan

Im Vierzylinder-SUV durch den Dschungel

Porsche Macan Vorne Links Seite Foto: Daniel Wollstein 27 Bilder

Die Frage nach dem Nutzen von Kompakt-SUV im Großstadt-Dschungel stellen wir schon gar nicht mehr. Aber was kann das Einstiegsmodell des Porsche Macan mit Vierzylindermotor im echten Urwald? Wir haben es in Kambodscha getestet.

10.06.2016 Natalie Diedrichs 1 Kommentar

Die Luft flimmert. Ihre Feuchtigkeit mischt sich mit dem roten Staub, aus dem die Straßen bestehen, bildet einen sandig-feuchten Film auf der Haut. Das Atmen fällt schwer. Die Sonne steht im Zenit: 40 Grad im Schatten, den die Palmen spenden. Farne und Wurzeln kreuzen die Schotterpiste, eine Gruppe Rhesusäffchen sucht nach Nüssen, vielleicht auch nach Bananen auf dem brüchigen Lehmboden. Manche von ihnen sitzen nur lethargisch herum, sogar ihnen scheint die Hitze zuzusetzen. Dem Porsche Macan weniger. Er schlägt sich durch das Buschwerk im südostasiatischen Dschungel Kambodschas.

An Leistung mangelt es im Einstiegs-Macan nicht

Ein Vierzylinder-Pseudogeländewagen mit 252 PS? Echte Park-Ranger oder Safari-Guides würden Porsches Kassenschlager zunächst einmal nur belächeln. Die Art von Wildnis, die der gut 55.000 Euro teure Zuffenhausener in seinem normalen Leben zu sehen bekommt, beschränkt sich ja meist nur auf grüne Verkehrsinseln oder Kartoffeläcker. Der Offroad-Modus, der das Fahrwerk um vier Zentimeter hebt, hilft vielleicht noch, über die anderen Möchtegern-Geländewagen im morgendlichen Berufsverkehr hinweg zu sehen, um die mögliche Stauursache zu ergründen. Im nördlichen Urwald Kambodschas aber soll der „Tiger“, so die sinngemäße Übersetzung von „Macan“, beweisen, dass er nicht nur sprinten, sondern auch kraxeln kann, wenn es darauf ankommt.

Porsche Macan Vorne Unten RechtsFoto: Daniel Wollstein
Richtige SUV-Qualitäten sollten im Dschungel geprüft werden. Der Vierzylinder-Macan im Härtetest.

Die Region Angkor ist Touristen vor allem durch ihre Tempelanlagen aus längst vergangenen Zeiten bekannt. Normalerweise befahren dreirädrige „Tuk Tuks“, kleine Motorräder oder Toyota-Pick-Ups die unbefestigten Straßen, die sich durch die mehr als tausend Jahre alten Ruinen schlängeln. Je weiter man sich von den üblichen Touristenpfaden entfernt, desto unwegsamer wird das Gelände. Vor allem in den so genannten „Conservation Areas“ wartet für den Macan die eine oder andere Herausforderung. Hier darf laut Gesetz nichts verändert werden, sprich: Auch Wege verbleiben in ihrem ursprünglichen Zustand.

Geländetaugliches Getriebe und Offroad-Modus im Porsche Macan

Beschleunigen und Bremsen auf der Schotterpiste funktioniert dank Allradantrieb ohne Verzögerung. Die 18-Zoll-Räder scheinen sich in den unebenen Boden zu festzubeißen wie eine Raubkatze in die Beute. Das Doppelkupplungsgetriebe sortiert die sieben Gänge zuverlässig, sodass man sich als Fahrer voll und ganz auf die exotische Umgebung konzentrieren kann. Also zunächst einmal die Scheibenwischanlage in Gang setzen – der vorausfahrende Cayenne in der Kolonne wirbelt im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich Staub auf. Immerhin sorgt die bronzefarbene Schicht auf dem ansonsten geschniegelten Porsche für die richtige Offroad-Optik. Aber es soll ja darum gehen, zu prüfen, ob der Macan nur nach Geländegänger aussieht oder ob er es auch ernst meint.

Porsche Macan Steigung AbfahrtFoto: Daniel Wollstein
20 Prozent Steigung nimmt der Porsche im Offroad-Modus locker: Die Karosserie hebt sich und der Macan regelt die Geschwindigkeit selbst.

Also ab über den Hügel: Der Steigungswinkel beträgt laut Funkspruch um die 20 Grad, dem Fahrer kommt es vor wie mindestens 40. Offroad-Modus eingeschaltet und der Porsche hat sich laut Anzeige hochgepumpt. Glaubt man jetzt einfach mal, denn im Cockpit ist davon nichts zu spüren. Nun langsam aufs Gas tippen und den äußerst beengten Durchfahrtsweg anpeilen, bei dem selbst Tarzan mit seiner Liane genau hätte zielen müssen. Zögerlich, aber homogen steigt er auf, der wuchtige Macan. Zwei Streckenposten draußen geben wild fuchtelnd Anweisungen. Mit der Übersicht ist es in dem Ding bei derartigen Steigungen so eine Sache.

Hinzu kommen die warnenden Worte am Morgen der Tour: Abenteuer-Fahrt, ja schon, aber mit der Versicherung sei das hier vor Ort etwas komplizierter, lautete die Einweisung. Also bitte das Auto wieder in einem Stück zurückbringen. Umso lauter hallen diese Worte durch den Kopf, als die Passagiere das deutlich hörbare Tätscheln der Äste und Zweige am Dach vernehmen. Wie Fingernägel, die über eine Tafel kratzen. Klingt nicht gerade nach guter Geräuschdämmung aber wir Abenteurer freuen uns anschließend über ein verwegenes Marmor-Muster in der edlen saphirblaumetallic-Lackierung.

Mit 12 km/h durch das Buschwerk

Der Gipfel des Urwald-Hügels ist erreicht, jetzt also wieder bergab – mit einer Extra-Prise Vertrauen in die Technik. Denn das Symbol des Offroad-Modus leuchtet hellblau auf, was dem Fahrer zeigt, dass der Macan sich nun selbst die adäquate Geschwindigkeit für den Abstieg aussucht. Und ja, das klappt tatsächlich. Mit 12 Kilometern pro Stunde tapsen wir geschmeidig durch die Böschung, bis der Assistent sich verabschiedet und man wieder eigenmächtig beherzt auf die Bremse tritt. Damit sich das Erlebnis festsetzt, wiederholen wir die bergauf-bergab-Prozedur siebenfach, mal steiler, mal flacher.

Porsche Macan KompetenzbildFoto: Daniel Wollstein
"Der Porsche Macan ist definitiv geländetauglich.", so unsere Autorin Natalie Diedrichs.

Durchdrehende Reifen, schwächelnde Traktion? Fehlanzeige. Der Tiger marschiert durchs Buschwerk. Lediglich höhere Gewalt kann ihn aufhalten – beispielsweise in Form einer Kuh, die es sich auf dem Offroad-Track bequem gemacht hat und die gesamte Kolonne nun pikiert ansieht, während sie auf einem Grashalm herumkaut. Wohlwissend, dass da scheinbar ein paar Pferdestärken mehr mit den Hufen scharren, setzt sie sich nach einer Weile dann doch beleidigt in Bewegung und lässt die Porsches passieren.

Kleine Verschnaufpause am Tempel: Ein Haufen mächtiger grauer Steine, aus dem die jahrhundertealten Gemäuer der Khmer, der Ureinwohner des Landes, ragen. Prachtvolle Säulen stehen parallel zu den vielen Urwald-Bäumen, die aus den Geröllhügeln herauswachsen. Die im Nachhinein eingelassenen Tür- und Holzrahmen zeigen durch ihre dunkle, raue Holzmaserung, dass auch sie bereits ein ganzes Stück Geschichte miterlebt haben.

Kein Wunder, dass sich auch schon Angelina Jolie für ihren Actionstreifen Tomb Raider durch diese Gegend geschwungen und gekämpft hat. Nur dass sie damals einem Land Rover den Vorzug gab. Gefühlt hätte es der Porsche auch getan. Denn auf dem Rückweg beweist der Macan immer wieder, dass er vor ein bisschen Dschungel nicht den Schwanz einzieht.

Technische Daten
Porsche Macan
Grundpreis55.669 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4697 x 1923 x 1624 mm
KofferraumvolumenVDA500 bis 1500 L
Hubraum / Motor1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung185 kW / 252 PS (370 Nm)
Höchstgeschwindigkeit229 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,7 s
Verbrauch7,2 L/100 km
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    Die Wege sehen nach Forstweg-Qualität aus, da dürfte jeder Golf gut durch kommen.

    Samus_Aron 18. Juni 2016, 06:21 Uhr
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