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Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid im Fahrbericht

Plug-in-Hybrid mit 680 PS für Spitze 310

Fahrbericht Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Foto: Frank Ratering 14 Bilder

Ab 2022 soll jeder zweite Porsche einen Elektromotor haben. Klingt nach ökologisch korrekter Langeweile? Falsch, ganz falsch. Nach ersten Erfahrungen mit dem neuen Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid können wir Entwarnung geben. 680 PS und 310 km/h Spitze sind nur zwei Kernzahlen des heißesten Panamera bisher. Rückblick auf einen unterhaltsamen Tag im Top-Panamera in 10 Kapiteln.

26.07.2017 Michael Harnischfeger 5 Kommentare
Fahrbericht Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Foto: Frank Ratering
Auch im Hybridmodell sitzt der Vierliter-V8-Biturbomotor.

1. Turbo S stand ja seit dem 993 bei Porsche immer für den heißesten der heißen Elfer, wenn wir mal die extremen GT3- und GT2-Kracher außen vor lassen. Der Panamera Turbo S läutet nun eine neue Ära ein. Turbo S steht für den E-Hybrid als Topmodell der Baureihe. In Zahlen: Der Panamera Turbo kommt auf 550 PS und 770 Newtonmeter aus einem Vierliter-V8-Biturbo, der Turbo S E-Hybrid setzt mit 680 PS und 850 Newtonmmetern nochmal eins drauf.

2. Die Hybrid-Komponenten sind klassisch übers Auto verteilt: 14 kWh-Batterie (Gewicht: 130 Kilogramm) hinten möglichst tief unterm Kofferraum, Kühlung, Steuergeräte und so weiter vorn. Der Elektromotor mit 136 Kilowatt und 400 Newtonmetern ist als Scheibe in den Antriebsstrang integriert zwischen der Trennkupplung und dem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Das alles pusht das Gewicht auf 2,4 Tonnen – rund 300 mehr als beim normalen Turbo. Klingt nach einem schlechten Geschäft in Sachen Dynamik? Nö.

3. Eben noch sind wir nahezu lautlos im E-Modus durch die Gegend gerollt. Das geht bei gefüllten Akkus bis zu 50 Kilometer. Und nun stehen wir an dieser großen Ampelkreuzung ganz links, müssen aber 300 Meter weiter ganz rechts abbiegen, um zu unserem Tagesziel zu kommen, dem Vancouver Island Motorsport Circuit. Aber keine Panik. Bei Grün tappen wir energisch aufs Gas, der V8 meldet sich bollernd zur Arbeit, und wie vom Katapult geschossen haben wir uns schon weiter vorn richtig eingeordnet, ehe die Jungs auf den anderen Fahrspuren nur die Kreuzungsmitte erreicht haben. 0-100 in 3,4 Sekunden, dazu schöner, fetter V8-Beat – wenn ein Hybrid so geht und klingt, ist er uns herzich willkommen.

Porsche Panamera Turbo
Schnellste Luxuslimousine auf der Nordschleife 1:24 Min.

4. So, da sind wir auf den Racetrack, dem 2,3 Kilometer langen Geschlängel mit zwölf Rechts- und sieben Linkskurven, bis zu 12 Prozent Gefälle sowie einigen nicht einsehbaren Kuppen. Dieser Track wäre eher was für einen Cayman, aber nicht für einen 2,4-Tonner, in dem vier Personen wirklich locker Platz finden und bei geringem Geräusch und bestem Federungskomfort ziemlich schnell und stressarm reisen können. Doch schon die erste Rechtskurve nach der kurzen Zielgeraden lässt uns staunen. Man merkt die Masse nicht. Weder beim willigen Einlenken noch in der Kurve selbst. Auch in den engeren Ecken wirkt der Panamera Turbo S E-Hybrid angesichts seines Kampfgewichts frappierend willig und leichtfüßig. Mit zu dem porschigen Sportwageneindruck tragen sicher die Hinterachslenkung für 1785 Euro bei und die sportwagenmäßige Sitzposition hinterm dem nahezu vollanimierten Armaturenbrett. Der Panamera ist eben der Sportwagen-Hecht im Teich der Limousinen-Karpfen.

5. Die Bremsen gefallen mit brachialer Verzögerung und einem transparenten, verlässlichen Druckpunkt nicht nur auf dem Track, sondern auch im Straßenverkehr. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn bei sanften Bremsungen sorgt ja bevorzugt der Elektromotor für Verzögerung, um die Akkus zu laden. Die Radbremsen werden, wenn nötig, dazugeschaltet. Dieses Miteinander hat Porsche sehr gut hinbekommen, aber das haben wir ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet. Erwähnenswert auch: Im Sport Plus-Modus wird die Batterie bevorzugt geladen, damit stets die volle Systemleistung bereitsteht. Das scheint tatsächlich zu klappen selbst auf dem Track. Auch nach vielen Runden ging dem Panamera niemals der Saft aus, er katapultierte sich stets mit schon fast derber Gewalt aus den Ecken.

6. Sollte der Fahrer in einem anderen Fahr-Modus die Akkus schonen, um am Ziel bis zu 50 Kilometer weit lokal emissionsfrei zu fahren, muss er sich nicht mit weniger Topspeed begnügen. Die angegebenen 310 km/h schafft der Panamera auch dann, wenn die Akkus wegen vorangehender Beschleunigungsorgien kurzzeitig entladen sind. Das dürfte wegen des sehr ausgegklügelten Lade-Managements aber sehr selten vorkommen. Und weil Verbrenner und Elektromotor eben zwei Fäuste für ein Beschleunigungs-Halleluja geben, gibt es Druck in allen Lebenslagen: Von 100 auf 200 km/h geht der Turbo S E-Hybrid laut Porsche in nur 8,3 Sekunden, während der Panamera Turbo hier 9,2 Sekunden benötigt.

Fahrbericht Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Foto: Frank Ratering
Bis zu 140 km/h sind rein elektrisch drin.

7. Reisen und Rollen? Ja, das kann der Power-Panamera auch. Bis maximal 140 km/h sind rein elektrisch möglich, und das macht sogar Spaß. Mehr Gaudi kommt natürlich auf, wenn sich der V8 diskret zuschaltet und mit immensem Druck, herrlicher Drehfreude und blitzschnellen Gangwechseln den Sportwagen fühlen lässt. Das Doppelkupplungsgetriebe hat übrigens acht Gänge, von denen die zwei letzten als Overdrive ausgelegt sind. Bei normaler Landstraßenfahrt entfernt sich die Drehzahlmessernadel dadurch nicht weit von der 1.000er-Marke.

8. Der Panamera Turbo S E-Hybrid soll aber nicht nur Meister in Sachen Performance, sondern auch in Sachen Ökonomie und Ökologie sein. Daher hier ein paar Zahlen: Für den Panamera Turbo nennt Porsche einen Normverbrauch von 9,3 Litern, dem Turbo S E-Hybrid reichen auf der Rolle 2,9 Liter und 16,2 kWh. Im Alltag wird das natürlich erheblich mehr sein. Ein paar Literchen sparsamer als der Panamera Turbo wird der Top-Panamera aber schon sein.

9. Die Plug-in-Komponenten gehen nicht nur aufs Gewicht, sie kosten auch Platz. Daher fasst der Kofferraum des Panamera Turbo S E-Hybrid nicht 500 Liter wie der des Normalo-Panamera, sondern nur 405 Liter. Bei umgeklappten Rücksitzen sind es 1.245 statt 1.340 Litern. Die erlaubte Zuladung schrumpft dadurch auch um knapp 100 auf 485 Kilogramm.

Technik des Porsche Panamera IIGeheimnisse schnellen Luxus'

10. Nicht unwichtig sind Zahlen auch, wenn es ans Bezahlen geht. Also: Der Panamera Turbo S E-Hybrid kostet 185.736 Euro – knapp 30.000 Euro mehr als der Panamera Turbo mit 550 PS. Ebenso ist das Verhältnis beim um 15 Zentimeter gestretchten Panamera Executive, der vor allem in China reißenden Absatz finden soll: 199.183 zu 169.195 Euro. In diesen Mehrpreisen enthalten ist aber auch eine erweiterte Serienausstattung im Gegenwert von rund 17.000 Euro mit Sport Chrono Paket, Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB), 21 statt 20 Zoll großen Turbo Design-Rädern, Aktiv-Fahrwerk Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) mit Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus) Servolenkung Plus und Standklimatisierung (Aktivierung per Smartphone-App).

Fazit

Der Panamera gilt zu Recht als Sportwagen unter den Luxuslimousinen. Als Turbo S E-Hybrid füllt er diese Rolle ebenso gut aus und fügt seinen bekannten Qualitäten eine grüne Seite hinzu: Leise und lokal emissionsfrei durch Stadt und Land zu cruisen, ist eine Option, die in Zukunft vielleicht ziemlich wichtig wird. Davon abgesehen: 13.000 Euro Aufpreis für 130 PS und 80 Newtonmeter mehr sind gar nicht mal so viel für den Schritt vom Turbo zum Turbo S. Schlag nach in alten und aktuellen 911-Preislisten.

Technische Daten
Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Turbo S
Grundpreis185.736 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5049 x 1937 x 1427 mm
KofferraumvolumenVDA495 bis 1304 l
Hubraum / Motor3996 cm³ / 8-Zylinder
Leistung500 kW / 680 PS bei 5750 U/min
Höchstgeschwindigkeit310 km/h
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    Im E-Modus ideal für den freudlosen Stadtverkehr und auf der Strecke der richtige Boot für den V8!
    Wer schon mal erlebt hat, was ein V8 in der Stadt so futtert, der wird froh über den Hybrid sein.
    Einzigartig, alles anderen Hersteller lassen es maximal bei einem freudlosen R4-Motor bewenden.
    Sicher, so ein Fahrzeug braucht man nicht wirklich, aber es macht mit Sicherheit viel Spaß!

    @Elektronaut: Zumindest bei dem PHEV, den ich fahre, ist der Start des Verbrenners jedes Mal ein Kaltstart.
    Deshalb versuche ich in der Stadt möglichst rein elektrisch unterwegs zu sein.

    kwb_hh 8. August 2017, 22:09 Uhr
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