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Pro & Contra

Daewoo Matiz-Ihre Meinung

Quadratisch, praktisch, Matiz – der Matiz ist eine primitive Minimal-Lösung. Es gibt Autos, die polarisieren. Und das ist gut so. Der kleine Koreaner im Pro & Contra.

02.10.2002

Dina Roloff: „Quadratisch, praktisch, Matiz“

Wieso wird der Smart geliebt und der Matiz nur belächelt? Ich kann es nicht verstehen. So viel Mobilität für nur 8.600 Euro – einfach genial. Egal ob als Zweitwagen, Einkaufsrutscher oder gar als Klein-Familienkutsche: Der Matiz ist ein Allround-Talent.

Vier vollwertige Sitzplätze, vier Türen und ein variables Innenraumkonzept in Verbindung mit dem riesigen elektrischen Faltschiebedach lösen auch ungewöhnliche Transportprobleme – der Dachlaten-Großeinkauf beim Baumarkt beweist es. Sicher, verwöhnte Fahrer hochpreisiger Limousinen aus deutscher Fertigung werden sich am schlichten Interieur stoßen und den quirligen Dreizylinder als Dröhner ablehnen – mir persönlich geht Funktionalität über Prestige und teuer erkauften Komfort.

Zugegeben: Der 0,8-Liter muss ordentlich jubeln, bevor der Matiz in die Gänge kommt; aber ersteinmal auf Drehzahl – begleitet von einem Porsche-ähnlichen Sound – rennt der Floh auf der Autobahn bis zur 150-km/h-Marke. Mitschwimmen im Verkehr ist also kein Thema. Ärgerlich ist zwar das polternde Fahrwerk, doch bietet es genug Reserven, um auch flott gefahrene Kurven zu meistern.

Auch das Vorurteil, bei Koreanern klappere es überall und in puncto Qualität sei es nicht weit her, widerlegt der Matiz. Was an Ausstattung vorhanden ist, verrichtet klaglos und zuverlässig seine Arbeit, und der Dreizylinder bringt einen sparsam und ausreichend schnell an jedes Ziel. Seien wir doch mal ehrlich: Wo sonst trifft ein schmaler Geldbeutel heutzutage schon auf soviel Auto? Der (natürlich nur in der Basisversion) im gleichen Preissegment agierende Smart zum Beispiel ist im Vergleich nur ein überbewerteter Marketinggag.

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Malte Dringenberg: „Der Matiz ist eine primitive Minimal-Lösung“

Wenn überhaupt taugt der Daewoo Matiz nur für den Stadtverkehr. Längere Strecken macht der Korea-Winzling zur echten Zumutung. Die schwindsüchtigen Sitze bieten den Komfort eines Barhockers. Und der kleine Dreizylinder brüllt derart unter der Motorhaube, dass jeder Arbeitsschutz-Beauftragte den Matiz-Passagieren unverzüglich einen Gehörschutz verordnen würde. Von wegen Porsche-Sound. Und das mit den 150 km/h Höchsttempo klappt allenfalls bergab. Erst recht, wenn die Klimaanlage eingeschaltet ist. Dann nämlich reduziert sich das Matiz-Temperament auf Null.

In der kleinen Knutschkugel sitzend hopple ich also von Schlagloch zu Schlagloch, von Bodenwelle zu Bodenwelle über die Autobahn, und als wäre das nicht genug, gaffen die anderen Autofahrer von der Überholspur ständig zu mir herüber als wollten sie sagen „Du armes Schwein, kannst Du Dir kein richtiges Auto leisten?“

Auch das großzügige Schiebedach kann die Stimmung nicht heben, denn geöffnet wird es im Auto unerträglich laut. Also schnell wieder zu damit. Nach rund 200 Autobahn-Kilometern im Matiz beginnen die Nackenmuskeln allmählich zu versteifen – und noch 150 Kilometer bis nach Hause.

Trostlos auch der Innenraum: graues Plastik, wohin ich auch schaue. Und erst die Klappergeräusche von der Beifahrer-Seite – als läge dort eine offene Aktentasche, deren metallene Verschlüsse aufeinander schlagen.

Der Matiz ist eine automobile Notlösung wie einst die tolle Panda-Kiste von Fiat – doch das ist lange her.

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Daewoo Matiz SE 
 MotorReihen
 Zylinder3
 Hubraum796 cm³
 Leistung kW / PS38 / 51
 Drehmoment Nm 69 
 Leergewicht kg776-835
 0-100 km/h s17 
 Höchstgeschwindigkeit km/h144
 Verbrauch L/100 km6,1
 KraftstoffNormal
 Grundpreis8.600 Euro
(alle Angaben Werksangaben)

PRO:

Ich kann mich der Meinung von Dina Roloff nur anschließen. Der Matiz ist, zumindest für den Stadt- und Kurzstreckenverkehr, ein vollwertiges Auto. Was bietet der Smart zu einem wesentlich höheren Preis? Und – seien wir doch ehrlich – für die heutigen Verkehrsverhältnisse braucht man, wenn man es nüchtern betrachtet, auch nicht mehr Leistung.

Der Matiz sieht aus wie ein Auto – der Smart ist dagegen ein lächerliches Vehikel – auch wenn einige Schicki-Mickis der Meinung sind, er sei „in“.

Johann Mezgolits, Steinbrunn (Österreich)


In diesem Artikel sieht man klar den Unterschied Frau vs. Mann.

Sie sieht in dem Daewoo ein praktisches Auto, das kostengünstig seinen Zweck erfüllt und dabei ausreichend Platz bietet.

Er dagegen sieht scheinbar nur den Imageverlust. Zum Vergleich: ein Smart fährt nur 135 km/h, dagegen ist der Daewoo bald ein Sportwagen, und offen gesagt, geht die männliche Angst vor einem Imageverlust etwas zu weit. Meines Wissens nach, ist es in jedem Auto mit geöffneten Schiebedach oder Verdeck laut! Die Fahrgeräusche und den Wind kann noch nicht mal ein geöffneter SL von seinen Fahrern fernhalten – mein 206CC kann es jedenfalls nicht. Sich darüber zu monieren, finde ich deshalb ein wenig lächerlich.

P. Koebel


An Doppelkinn und Pausbacke von Kollegen Drigenberg erkennt man den wahren Autobedarf des Testers: Ein Behindertenfahrzeug vom Typ E-Klasse oder 7er BMW mit allen erdenklichen elektrischen Schikanen. Dank Lordosestütze, Klimaanlage, 27 E-Motoren im Sitz, lächerlichen verweichlichenden 60 Dezibel im Innenraum erreicht Malte den rettenden heimischen Herd und den guten Rotwein – das Navigationssystem leitet den kurzsichtigen Dickhäuter retour.

Der Matiz ist eben was für gesunde Geister – in gesunden Körpern. Für Malte gibt es einen Pkw wohl am besten auf Krankenschein.

Harry Assenmacher


CONTRA:

Vielen Dank, dass Sie sich auch mal mit der kleinsten Auto-Klasse beschäftigen. Mein Eindruck vom Matiz fällt jedoch auch ernüchternd aus: klapperig, laut, tempramentlos – und er hat keinen Charme! Da bietet ein Renault Twingo deutlich mehr fürs Geld: Mehr Sicherheit, mehr Leistung, das bessere Raumkonzept und vor allem Charme und eine gewisse Solidität.

Ulf Dreßler, Berlin


Matiz ist für alle gut, die für weniger Steuern im Jahr die Oma verkaufen würden, denen das Autofahren kein Spaß macht, für die Leute, die um Geld sparen zu können, selbst auf einem Nagelbrett schlafen würden.

Fiat und Seat haben es mit dem Panda und dem Marbella vorgemacht: PS-schwache Wackelkisten, die meistens von alternativen Frauen gefahren werden und im Verkehr auffallen, wie die Studie eines Autoherstellers. Nicht durch Design oder Sound, meistens durch Übersichtsprobleme oder Geschwindigkeiten die 50 Prozent unter des max. erlaubten Limits liegen. Natürlich wird eine Furie aus der kleinen Gurke, falls man es wagen sollte, sich lustig über das Erblickte zu machen.

Zum Auto selbst braucht man nicht viel zu erzählen: Bei einem Unfall über 10 km/h würde ich nicht für alles Geld der Welt den Fahrersitz einnehmen wollen. Man könnte denken, das Plastik in fünf Jahren rar wird und das Auto dann eine Goldgrube wäre. Alles beabsichtigt, aber darauf legt nunmal eine Person keinen Wert, blind vor Geldnoten. Den Luxus braucht der Mensch nicht im Auto, sondern nur auf der Bank – da liegt es gut und keiner kann ihm was anhaben.

David Arnold

Technische Daten
Daewoo Matiz 0.8
Grundpreis7.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3495 x 1495 x 1485 mm
KofferraumvolumenVDA145 bis 830 L
Hubraum / Motor796 cm³ / 3-Zylinder
Leistung37 kW / 51 PS (69 Nm)
Höchstgeschwindigkeit144 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h17,0 s
Verbrauch6,1 L/100 km
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