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Pro & Contra

Speedster - Ihre Meinung

Speedsterfahren ist geil – der Speedster ist ein blöder Plastik-Blender. Es gibt Autos, die polarisieren. Und das ist gut so. Der kleine Sportwagen-Flachmann im Pro & Contra.

28.08.2002

Jürgen Wolff: „Der reine Fahr-Spaß“
Eigentlich taugt dieses Auto zu nichts. Der Sprudelkasten findet allenfalls auf dem Beifahrersitz Platz. Die Mittelmotor-Hitze in dem „Kofferraum“ genannten Verschlag lässt beim Wochenend-Einkauf jeden Käse schon auf dem Heimweg zu Fondue zerschmelzen. Wer mehr als zwei Tage verreist, sollte sein Gepäck besser per Bahn vorausschicken. Der Ausstieg bei geschlossenem Dach ist Dank der Tür-Luke ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Alltagstauglichkeit ist das Gegenteil von Speedster. Und dann die Verarbeitung: Da klappert’s, dort schabt’s und hier klebt’s nicht richtig.

Nur: Wen interessiert das bei diesem Auto? Mich nicht. Seit ich mein leichtes Übergewicht zum ersten Mal in seine engen Sitzschalen gequetscht habe, bin ich ihm hoffnungslos verfallen. Der Speedster ist der reine Fahr-Spaß. Wie auf Gleisen zieht er um die Kurven der Schwäbischen Alb. Bremsen? Hat er. Glaub’ ich. Irgendwo. Auf jeden Fall beschleunigt er sein Alu-Plastik-Fliegengewicht mit Schmackes. Selbst die volle Dröhnung bei offenem Tempo 210 ist nicht Krach sondern Ur-Erlebnis. Und in Sachen Aufmerksamkeitswert schlägt der Speedster jeden Porsche oder Maserati. Kein Tankstopp ohne ehrfürchtige Stauner. Ja, ich würde mir dieses wunderbare, unnütze Auto sofort kaufen. Als Zweitwagen zu meinem Kombi.

Holger Wittich: „Vorfreude vernichten, Versprechen brechen“
„Ja, ich bin die einzige, die wahre Fahrmaschine, ich bin reine Lust“, schreit der Speedster in die Welt hinaus. Und das ist auch alles, was er kann: Vorfreude vernichten und Versprechen brechen. Das schwache 147-PS-Motörchen kann nicht die optischen und akustischen Erwartungen an den Zweisitzer erfüllen. Anzug, Durchzug, Endgeschwindigkeit, Sound – eben alles nur Durchschnitt. Der Turbo mit 200 PS wird sicher Abhilfe schaffen. Aber erst im nächsten Jahr. Und das Turbo-Kraftwerk wird auch nicht die weiteren Unzulänglichkeiten kaschieren können. Das Fahrwerk lässt den Mittelmotor-Zweisitzer unangenehm über jeden Gullydeckel hüpfen, jede Unebenheit wird gnadenlos über das Lenkrad weiter gegeben, der Sitzkomfort ist eine Katastrophe und das klackende Plastik-Schaltgeräusch raubt einem schnell den letzten Nerv. Puristische Fahrmaschine? Bullshit. Wenn schon Racing, dann aber richtig, ohne Kompromisse – ohne ABS, ohne Airbag, ohne Radio, ohne aufpumpbare Lordosenunterstützung und vor allem ohne das lächerliche Carbon-Plastik-Interieur.

Was bleibt? An einem schönen Sommertag die dörfliche Promeniermeile entlang cruisen und neidische Blicke einfangen – für 32.500 Euro. Und gegenüber dem sozialneidischen Publikum bei dem Versuch, elegant und cool auszusteigen, seine letzte – ebenfalls leicht übergewichtige – Würde zu verlieren.

Speedsterfahren ist geil – der Speedster ist ein blöder Plastik-Blender. Es gibt Autos, die polarisieren. Schreiben Sie uns Ihre Meinung: redaktion@auto.t-online.de

Technische Daten 
 MotorReihen
 Zylinder4
 Hubraum2.198 cm3
 Leistung kW / PS108 / 147
 Drehmoment Nm 203 
 Leergewicht kg945
 0-100 km/h s5,9 
 Höchstgeschwindigkeit km/h217
 Verbrauch L/100 km8,6
 KraftstoffSuper
 Grundpreis32.500 Euro
(alle Angaben Werksangaben)

PRO:

Glückwunsch, Herr Wolff, Sie haben den Speedster kapiert.

Ich hatte das Vergnügen, ein verlängertes Wochenende lang. Klar, auf der Autobahn nervt der Speedster, buckelt wie ein Rodeo-Pferd, mit dem er auch die Spurtreue gemein hat, und bei Full Speed fühlt er sich an, als möchte er die Vorderhufe heben.
Aber auf der Landstraße! Dach runter, Mütze auf, Fuß aufs Gas. Es gab einmal Opel-Fahrer, die hatten das „Boah, ey“ für sich gepachtet, doch dieses Auto hat es wirklich verdient. Mit dem „schwachen 147-PS-Motörchen“, das Ihr Kollege Wittich wunderlicherweise beklagt (was fährt der Gute eigentlich im wirklichen Leben?), geht und liegt der Speedster nicht nur besser als jeder alte Manta, sondern auch als der Rest der modernen Auto-Welt, jedenfalls der diesseits der 50.000 Euro. Er räubert die Kurven spektakulärer und präziser als Ronnie Biggs einst die britische Post, fährt fast immer fixer als die Polizei erlaubt und macht das Duo in den handschellenengen (aber sehr bequemen) Schalensitzen süchtig nach mehr, mehr, mehr ...
Dass manches Plastik-Teilchen im Innenraum dabei ähnlich gut sitzt wie Schimmis Schlabberjacke, kann allenfalls Menschen stören, die sich lieber von Harry den Wagen holen lassen, als selbst zu fahren.

Speedster? Haben wollen!

Christoph Grothe, Hannover


Eindeutig „Geil“! im Gegensatz zum Porsche vermittelt dieser Wagen ein echtes Sportwagen-Gefühl. Ich fahre diesen Renner seit Anfang März und bin total begeistert. Der Fahrspaß lässt Schalt- und Klappergeräusche schnell vergessen. Ich denke, die Motorisierung ist ausreichend. Wozu sollte man die 200 PS (ohne Tragflächen!?) wirklich nutzen können? Allerdings würde ich mir wünschen, dass man vorne breitere Reifen montieren könnte.

M. Lange, Bremen


Hat man dieses Auto einmal verstanden und akzeptiert, vermittelt es Fahrspaß pur. Natürlich nicht auf der Autobahn, da darf er nur aus rein pragmatischen Erwägungen hin, wenn der Tag mal wieder weniger Stunden hatte, als der Speedster an Vergnügen bieten konnte. Habe dann die kleinen und winkligen Landstrassen des Sauerlandes so lange genossen, dass der Haussegen schief zu hängen drohte. Die Motorleistung reicht auf der Landstrasse völlig aus, das Fahrverhalten ist unter diesen Bedingungen auch bei forcierter Gangart gut beherrschbar. Auf trockener Strasse gibt es einen sauber definierten Grenzbereich, mehr Vorsicht ist bei Nässe angezeigt. Was aber nicht am Auto liegen muss, viel eher ist das den Schwächen im eigenen Reaktionsvermögen zuzuschreiben. Für mein eigenes Unvermögen kann ich niemanden anderes verantwortlich machen.
Manchmal hadere ich mit den Bremsen, nicht das diese schlecht wären, nein, auch das Problem ist objektiv betrachtet vorrangig mir anzulasten. Es kommt schon häufiger vor, dass ich meine, man müsse nicht so früh auf die Bremse treten. Dann rattert diese elektronische Stotterbremse, aber das muss wohl so sein. Nur glaube ich, dass mir der Speedster so etwas manchmal übel nimmt, ich weiß dann nicht genau, was er will.

Aber die Probefahrt mit dem Porsche Boxter in der letzten Woche hat mich wieder eines besseren belehrt. Der rattert elektronisch gesteuert selbst bei Kurvenfahrt, Stabilitätsprogramm nennt sich so etwas meines Wissens. Übrigens ein schönes Auto, welches ich in meine Kaufüberlegungen einbeziehen werde, so in etwa 12 Jahren, dann bin ich sechzig Jahre alt.

Werner Hüning


Kurz: Geil.

Genau SOLCHE Autos braucht Opel zur Zeit. Welche, die Aufsehen erregen, welche, nach denen man sich umdreht („DAS ist ein Opel?“). Nicht weiterhin dieses (weithin bekannte) Biedermann-Image à la Astra-A und Corsa-B etc.

kurz: Speedster? MEHR davon... ;-)

Manuel Karl


Der Speedster ist für mich ein Funcar, das eben nicht alle Funktionalitäten eines Alltagseinsatz aufweist. Schließlich hat das Auto nur zwei Sitze und einen kleinen Kofferraum. Die Ausstattungsvarianten sind außerdem vom Hersteller – leider – doch recht begrenzt. Dies ist aber der Reiz des Speedsters. Wer wie ich dieses Auto als Funcar gekauft hat, kann sich glücklich schätzen. Denjenigen, die einen vollwertigen familiären Alltagswagen suchen, muss ich nur abraten, denn die Defizite des Speedsters zum Komfortwagen sind offensichtlich. Also nichts für Warmduscher und Seitenscheitelträger. Der Speedster steht für extremen automobilen Minimalismus. Und das polarisiert natürlich. Den alten 11er liebt man auch oder man hasst ihn; ein Dazwischen gibt es nicht. Wer sich nur ein einziges Mal in dieses Auto, den Opel Speedster, hineinsetzt (was schon aufgrund der Türen ein Erlebnis ist, wie beim 300 SL Flügeltürer), kann dies erleben. Auf der Basis des Lotus Elise hatte ich vom Speedster nichts Anderes erwartet.

Rainer Dukat


CONTRA:

32.500,-Euro für 147 PS und 217 km/h? Im Leben nicht. Das kann ein entsprechend motorisierter Golf für weniger Kohle und ich kann damit auch noch in den Urlaub fahren. Die Verarbeitung ist da übrigens perfekt.

Jens Rollberg


Also, ich bin diese ’Schüssel’ probegefahren. Das hat vollkommen gereicht!!! Mir tun mittlerweile die leid, die das Auto vorab ohne Test bestellt haben ... Bei Tempo 80 meint man, (gerade auch durch die Lautstärke!!) man hat mindestens 160 drauf. Fahrkomfort gleich null. Und unter Fahrspaß versteh ich was anderes.

Stefan März


Tolles Auto (auf dem Foto). Leider haben die Macher das Wichtigste vergessen: Den Motor, das Fahrwerk, die Bremsen, den Sound ..... Ein Sportwagen sollte puristisch, minimal aber in den wesentlichen Dingen gediegen überdimensioniert sein.

Der Speedster ist so etwas wie ein alter Buggy mit optischen Reizen und VW-Motor. Schade.

Georg Pyttel


Meine Meinung zum Opel Speedster!

Die Blicke lenkt dieses Auto jeden Fall auf sich egal wo es auftaucht.

Also ich finde den Preis sehr übertrieben. Vielleicht sollte man sich dann fürs gleiche Geld einen Lotus kaufen, klar man hat den gleichen Wagen aber einen Namen, der zu dem Auto passt.

Toni Nitschke


Ich möchte mal meine Meinung zum Thema abgeben. Ich gehöre eindeutig zu der Autogemeinde, die den Speedster als „blöd“ empfinden. Mal davon abgesehen, dass ich die Marke Opel absolut nicht ausstehen kann, ist dieses Fahrzeug nur auf Optik gebaut. Der 08/15-Motor, die billige Innenausstattung und das völlig überforderte und total unkomfortable Fahrwerk spiegeln diesen Eindruck wieder. Die angegebene Beschleunigung von 0 auf 100 in 5,9 s ist ein Witz, und gehört in die Opel-Abteilung „Wunschtraum“.

Technische Daten
Opel SpeedsterOpel Speedster Turbo
Grundpreis32.500 €36.865 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3786 x 1708 x 1117 mm3786 x 1708 x 1117 mm
KofferraumvolumenVDA206 L206 L
Hubraum / Motor2198 cm³ / 4-Zylinder1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung108 kW / 147 PS (203 Nm)147 kW / 200 PS (250 Nm)
Höchstgeschwindigkeit217 km/h243 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,9 s4,9 s
Verbrauch8,6 L/100 km8,5 L/100 km
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