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Range Rover im Fahrbericht

Allrounder mit Stil, Charme und Sympathie

Range Rover, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 34 Bilder

Leichter, stärker und nochmals luxuriöser – mit dem neuen Range Rover sieht sich Land Rover als Hersteller des kultiviertesten, aber auch des besten Geländewagens auf Erden. Ob wir das auch so sehen?

16.11.2012 Michael von Maydell

Da. Da ist wieder eins. Ein Schlagloch. Und? Keine Reaktion. Gemütlich räkelt sich der Kollege im Fond des neuen Range Rover weiter auf den luftgekühlten, ledernen und elektrisch verstellbaren Massagesitzen, testet den Fernseher, nimmt ein eiskaltes Wasserfläschchen aus der gekühlten Mittelkonsole, beschnuppert das feine Leder und blickt versonnen aus dem riesigen Panoramadach.

Im neuen Range Rover wird über Stock und Stein gegleitet

Seit einer Stunde fegen wir schon im neuen Range Rover über Marokkos Schotterstrecken, vorbei an fröhlich winkenden Kindern, verlotterten Schafherden, überholen rostige Peugeot 504 Break mit einer ganzen Ladung Ziegen auf dem Dach und fühlen uns wie verwegene Dakar-Piloten. Doch im Gegensatz zu Robby Gordon, Stéphane Peterhansel und Konsorten spüren wir nichts von Geröll, Furchen oder Schlaglöchern. Das adaptive Luftfahrwerk mit eindrucksvollen Federwegen von 26 bis 31 Zentimeter dämpft gekonnt alles ab und überrollt jede Welle mit sanftem Wiegen.

Damit der fünf Meter lange neue Range Rover, der allein dank seiner Alubauweise rund 180 Kilogramm abgespeckt hat, nicht ins Schaukeln gerät, beherrscht er erstmals den aktiven Wankausgleich (Dynamic Response), der die Seitenneigung in schnellen Kurven spürbar reduziert. Eine je nach Tempo variabel ansprechende elektrische Lenkung unterstützt hierbei verhärtend und gibt je nach Traktion mehr oder weniger Feedback. Auf abschüssigen Schotterkurven ist so der Grat zwischen leichtem Wegrutschen und neutralem Grip perfekt zu ermitteln.

Neuer Range Rover ist gut für den Blutdruck

Das Schöne daran: Der Range Rover ist deswegen noch lange kein Dynamiker, der sich mit BMW X5 oder Porsche Cayenne anlegen möchte. Nein – all seine Systeme haben nur eins im Sinn: mit viel Komfort für eine entspannte Fahrt sorgen. Danke dafür!

Dank kann man übrigens auch dem V8-Diesel und der wunderbar weich schaltenden Achtgangautomatik von ZF aussprechen. 700 Newtonmeter Drehmoment ab 1.750 Touren sollten jegliche Ansprüche erfüllen, zumal das 4,4-Liter-Triebwerk kaum seine rauchige Stimme erhebt. Und wenn doch, ist man in 6,9 Sekunden auf 100 km/h. Etwas schneller schafft das nur noch der Fünfliter-Benziner mit Kompressoraufladung und 510 PS. Neu hinzugekommen ist der 600 Nm starke TDV6, der im Vergleich zum alten TDV8 rund 420 Kilogramm weniger auf die Waage bringt und entsprechend gute Fahrleistungen bietet. Dank Abspecken und Start-Stopp-Automatik unterbietet der neue Range Rover so erstmals die 200-Gramm-CO2-Schwelle (196 g/km). Mitte 2013 folgt noch ein Hybrid (TDV6 und 35-kW-E-Motor), der für einen Verbrauch um sechs Liter sorgen soll.

Land Rover verspricht, dass sich der neue Range Rover Hybrid im rauen Gelände genauso geschickt verhalten wird, wie es uns der TDV8 heute beweist. Nach einer unspannenden Durchfahrt durch einen wasserarmen Fluss, bei der wir die 90 Zentimeter Wattiefe leider nicht austesten können, folgen wir nun einer kleinen Karawane, kraxeln steile Pfade mit spitzen Felsblöcken und tiefen Löchern hinauf, bleiben aber ähnlich gelassen wie die Kamele. Denn eigentlich müssen wir nur folgen, den Rest erledigt der Range.

Vom Sanften zum Rauen per Knopfdruck

Dank dem optimierten Terrain-Response-System des neuen Range Rover, das nun über einen Auto-Modus verfügt und sich mit reichlich Sensoren über den aktuellen Fahrzustand ständig informiert, erhöht der Allradler selbstständig seine Bodenfreiheit (bis zu 303 Millimeter), sperrt falls nötig seine Differenziale (Mitte und Heck) und legt bis 60 km/h sogar die Untersetzung ein. Die Möglichkeit, den Systemknopf auf der prächtigen Mittelkonsole auf Fahrprogramme wie Sand, Schlamm oder Felsen einzustellen, blieb aber erhalten.

Die Kamele können wir dennoch nicht einholen, und nach einem Ausflug in die Dünen touren wir zurück ins trubelige Marrakesch. Fahrerwechsel. Soll sich doch der Kollege an der übersichtlichen Karosserie des neuen Range Rover, den edlen Holzintarsien sowie der deutlich entschlackten Bedienung erfreuen. Es ist Zeit, einmal nachzuschlagen, was unsere wohltemperierte Luxusoase so kostet. Der große Diesel? Ab 107.100 Euro. Xenon, Klimaautomatik, Navi, Kameras, Ebenholz – alles Serie. Die feinen Einzelsitze? 3.790 Euro. Wohl dem, der sich das leisten kann.

Technische Daten
Land Rover Range Rover 4.4 SDV8
Grundpreis112.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4999 x 1983 x 1835 mm
KofferraumvolumenVDA909 bis 2030 L
Hubraum / Motor4367 cm³ / 8-Zylinder
Leistung250 kW / 340 PS (740 Nm)
Höchstgeschwindigkeit218 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,9 s
Verbrauch8,7 L/100 km
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