Egal ob Land Rover oder Range Rover: Die Autos des britischen Offroad-Spezialisten haben was. Stil und Charakter zum Beispiel. Aus der Landschaft der SUVWelt ragen sie heraus wie Monolithen auf einer Kuhweide – Stonehenge auf Rädern. Andere geben sich weichgespült und androgyn, ein Land oder Range Rover aber steht aufrecht. Dazu gehört, dass man es mit der Bezeichnung Geländewagen ernst meint.
Die Hindernisse der Topographie meistern zu können, ohne dabei Schaden zu nehmen, ist bei den Produkten dieser Marke Ehrensache. So bleibt selbst der vornehme Range Rover im Kern ein Naturbursche, auch wenn seine Trekking-Sohlen meist nur über die Krawatten-Wege der Großstadt tänzeln. Pseudo-Offroader überlässt man der Konkurrenz. Das verdient Beifall, ändert aber nichts daran, dass auch bei Land Rover das Angebot mittlerweile ausufert. Da gibt es sowohl den klassischen Range Rover als auch den neuen Range Rover Sport. Letzterer ist freilich im Grunde seines Wesens eher ein Land Rover, denn technisch gleicht er im Gegensatz zum anderen Range Rover weitgehend dem größeren, aber billigeren Discovery.
Wer sich für die V8-Version entscheidet, bekommt aber bei allen drei Modellen den gleichen Motor – und der stammt vom Konzernbruder Jaguar. Konfus? Wen wundert’s. Da hilft am besten der direkte Vergleich. Drei Alternativen aus dem Land Rover-Gestüt: Welches Pferd für welchen Parcours? Die richtige Wahl fällt leichter als erwartet.
Für die Dressur, das ist schon optisch ganz klar, ist der klassische Range Rover zuständig. Das mächtige Gefährt paart Autorität mit unaufdringlichem Stil. Der Eindruck, geschmacklich einwandfrei unterwegs zu sein, verfestigt sich beim Besteigen des Fahrgastraums: „Tough luxury“ steht im Prospekt, das kommt den Tatsachen ziemlich nahe.
Anders als seine beiden Stallkollegen stammt der große Range Rover noch aus der BMW-Ära des Unternehmens, das merkt man ihm auch an. Es wurde sichtlich weniger gespart als bei den neueren Modellen. Das Material wirkt wertvoller, Details verbreiten die Aura teurer Exklusivität. Zugleich bleiben die traditionellen Merkmale intakt: Der Range Rover-Fahrer thront eine Etage höher als gewöhnliche SUVLenker, vier Personen können sich zwanglos ausstrecken.
Und beim Angeln bietet die untere Hälfte der geteilten Heckklappe die passende Sitzgelegenheit. Dass man im Range auch abgelegene Gewässer erreicht, versteht sich von selbst. Überraschender ist da schon der Komfort, mit dem die luftgefederte Edelkarosse durch die Wildnis stelzt – gepflegter lässt sich Mutter Natur nicht erforschen.
Zurück in der Zivilisation fällt auf, dass die jüngste Modellüberarbeitung punktgenau die bisherigen Schwächen adressierte.






