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Mit dem Cadillac XT5 auf Kalifornien-Reise

Vom Suchen und Finden der Einsamkeit

Cadillac XT5 Front Foto: Dani Heyne 21 Bilder

Los Angeles ist laut und hektisch, doch im Nationalpark weiter südlich wartet eine ganz andere Welt. Fahren Sie mit uns im Cadillac XT5 an einen himmlisch ruhigen Ort mit unendlich vielen einsamen Straßen.

22.07.2017 Dani Heyne

Stau. Auf fünf Spuren! Auch wenn das auf dem Glenn Anderson Freeway täglich vorkommt – es lähmt und grämt dich, weil du die Spielregeln nicht beachtet hast. Und die sagen: Zwischen acht und 18 Uhr solltest du die Hauptverkehrsadern von Los Angeles möglichst meiden. Sonst schiebst du dich nur noch quälend langsam über die riesigen Betonplatten – wohl wissend, dass es keinen Ausweg gibt.

Die endlose Karawane flimmert in der Frontscheibe, als wäre sie eine Fata Morgana in Dauerschleife. Doch das ist sie nicht. Genau wie all der Lärm, der Stress, der Beat der Megacity Los Angeles. Ihr entkommen? Ein verlockender Plan!

Vor den 1.000 Windrädern links

Als dem Cadillac XT5 endlich wieder eine frische Brise um den Kühler weht, sind 124 Minuten vergangen. 124 Minuten, die sich wie 124 Tage angefühlt haben. Ob es die richtige Entscheidung war, diesen Ort zu suchen? Ob es sich lohnt? Während die ersten Windräder am Horizont ihre Kreise drehen, singt Elvis im Radio. Unbeschwert und zugleich mit einer Last in der Stimme, die den Plan ins rechte Licht rückt.

Cadillac XT5 Seite Foto: Dani Heyne
Ob sich die staulastigen 225 km von L.A. zum Joshua-Tree-Nationalpark lohnen? Und wie! Sobald man der Großstadt entkommen ist, zaubert die Natur solch traumhafte Landschaften.

Manchmal ist es richtig und wichtig, den Alltag zu verlassen. Um Einsamkeit zu suchen. Und um Ruhe und Frieden zu finden. Auf leeren Straßen, unter sternenklarem Himmel. Das ist der Plan. Das Internet mag voller Informationen stecken, voller Anleitungen und Hilfestellungen. Doch wie man Einsamkeit in Los Angeles findet, weiß Tante Google nicht. Dafür gibt sie etwas über Joshua Tree preis – dem ersten Ziel dieser Reise.

Der Cadillac muss sich nicht sonderlich anstrengen, um die weißen Windräder zu erreichen, die wie eine Armee in einer riesigen Ebene stehen und monoton ihre monströsen Flügel kreisen lassen, um Energie zu produzieren. Magisch, wie sie da zu Hunderten in Reih und Glied stehen und nach Los Angeles schauen – eine mächtige Wüste im Rücken.

Den Cadillac XT5 lässt das kalt, sein V6-Motor verpasst ihm genug Schwung, um die fette Verkehrsader zu verlassen, im Schatten der Windräder nach links abzubiegen und einen Pass in den Bergen zu erklimmen. Dabei demonstriert er eindrucksvoll die Evolution des American Cruising, das ja schon vor 50 Jahren die Paradedisziplin der Marke war – damals noch in üppigerer Form und mit reichlich Flossenschmuck.

Der musste zwar der Mode und verkopften Standards weichen, doch in unserer Erinnerung werden die ausschweifenden Karossen ewig leben. Spektakuläre Details hat aber auch der XT5, mit dem wir gemütlich an kargen Felsen vorbeistreifen. Und der uns trotz des bekannten SUV-Zuschnitts eine durchaus lässige Eleganz serviert, die ihn von der Konkurrenz abhebt. Ein Cadillac eben.

Farblose Magie

Während wir so vor uns hin sinnieren, verliert die Landschaft mit jeder Meile still an Farbe – bis nach einer Weile nur noch Gelb (Sand), Blau (Himmel) und Schwarz (Asphalt) übrig bleiben. Wir kommen dem Ziel näher. Es liegt zwischen Mojave- und Colorado-Wüste – und ist genau genommen selbst eine staubige Ansammlung von wunderbarer Stille, wenngleich mit einem feinen Unterschied – doch dazu später.

Cadillac XT5 Front Foto: Dani Heyne
Wir sind auch abseits der endlosen Highways unterwegs. Hier im Nationalpark mangelt es nicht an staubigen Strecken. Einsamkeit? Reichlich!

Zuvor genießen wir das Örtchen Joshua Tree Village, das auf den ersten Blick nur aus ein paar Tankstellen, Häusern und Holzhütten besteht, die sich an die Hauptstraße schmiegen. Kerzengerade schneidet sie das karge Land und bildet zugleich einen Fluss für die Zivilisation. Perfekt für alle, die schnell nach Palm Springs oder Los Angeles wollen und dabei den Weg durch die Wüste in Kauf nehmen.

All jene vergeben sich die Chance auf einen zweiten Blick, der die Magie dieses Örtchens offenbart. Es ist eine Oase für Aussteiger, für moderne Hippies, für Typen, die mit dem politischen und gesellschaftlichen Kurs der USA nichts anfangen können. Die keinen Bock haben auf Opa Trump, auf Deluxe-Menüs von McDonald’s. Die wissen, dass der Kaffee bei Starbucks nichts kann. Sie alle haben sich in Joshua Tree eine eigene Welt aufgebaut, in der sie freier leben können. In der es ruhiger zugeht und gemütlicher, aber auch deutlich verrückter.

Wir lassen den Cadillac auf dem Parkplatz vor dem Natural Sisters Cafe ausruhen, setzen uns mit einem wunderbar fruchtigen veganen Getränk in den Schatten und beobachten. Zum Beispiel den Typen, der einen Volvo 240 einparkt – oder zumindest, was von dem Wagen übrig ist. Das ist nicht mehr allzu viel, denn der junge Mann mit der Nickelbrille hat die schwedische Limousine in eine Art Mad-Max-Version verwandelt: Das Auto schwebt drei Zentimeter über dem Boden und trägt sein Dach eine Handbreit über der Motorhaube. Scheiben gibt es nicht mehr, auch die Türblätter hat der Typ entfernt und stattdessen große Schraubenschlüssel zur Versteifung eingesetzt.

Als er aus seiner straßenzugelassenen Kreation krabbelt, blitzen die Stars and Stripes auf seiner Unterhose hervor. Ob er weiß, wie wir unser Ziel erreichen? „Welcome to para-dise“, ruft er und erklärt uns den Weg – der ganz leicht zu finden ist, wenn man weiß, wo es lang geht. Ist das nicht immer so im Leben?

Diese Aussicht! Diese Ruhe!

Die Metallkapsel funkelt schon von Weitem oben auf dem Berg, die Straßen dahin tragen kein Teerkleid. Überhaupt ist es hier wunderbar wild und einsam, obwohl es keine fünf Meilen bis zum Ort sind. Als der Cadillac die letzten Meter bis zum polierten Airstream Caravan rollt, erstrahlen die gegenüberliegenden Berge im Glanz der untergehenden Sonne, als würden sie sich für uns rausputzen. So sitzen wir, berauscht von der Schönheit dieses Augenblicks – und sind angekommen.

Cadillac XT5 Heck Foto: Dani Heyne
Abgefahrene Unterkünfte? Auch daran mangelt es in dieser Gegend nicht. Wer dieses Fleckchen besucht, sollte sich ohne Plan treiben lassen.

Später am Abend knistert ein Feuer, wärmt ein Drink, funkeln die Sterne. Die Einsamkeit dieser Region wird zur Ladestation der eigenen Seele. Nach einer erholsamen Nacht im Airstream tanzt der Cadillac mit den ersten Sonnenstrahlen in den nahegelegenen Joshua-Tree-Nationalpark – ein über 3.000 Quadratkilometer großes Wüstenparadies mit witzigen Palmen (daher der Name), verlassenen Straßen und unfassbar schönen Aussichten. Es ist genau der richtige Fleck, um dem Stress und der Hektik eines Molochs wie L.A. zu entkommen.

Die unbebaute Natur zu genießen, all die Ruhe einzuatmen. Für einen ganzen Tag lassen wir uns treiben, erklimmen einige der rund gelutschten Felsen, wandern zu Fuß oder mit dem Cadillac über staubige Pfade und entdecken immer neue, wunderbare Aussichten. Ob sich der Abstecher gelohnt hat? Er war dringend notwendig.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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