Renault Clio RS Gordini im Fahrbericht: Aufgepeppter Sportzwerg mit 201 PS

Renault Clio Sport Gordini

Mit grellblauem Lack, Leder und allerhand Extras hübscht Renault den Clio Renault Sport zum Gordini auf. Schneller wird der kompakte 201-PS-Sportler dadurch aber nicht. Was er kann, zeigt der Fahrbericht.

Der Renault Clio Renault Sport ist ein echter Schlingel, bringt selbst Verwöhnte dazu, ihren vermeintlich schnelleren Wagen stehen zu lassen. Unter anderem, weil der Viermeter-Floh denselben auf kurvigen Pisten locker stehen lässt. Etwas breitere Kotflügel, Spoiler und Diffusor liefern zwar Anhaltspunkte für dynamisches Talent, insgesamt pflegt der 201 PS starke Kleinwagen aber das Understatement.

Renault Clio Sport Gordini knüpft an frühere Generationen an

Damit macht das Sondermodell Clio Gordini, das für 25.300 Euro eine fette Portion Renn-Folklore liefert, im Fahrbericht Schluss. Anknüpfend an die Gordini-Modelle der sechziger Jahre, sorgen eine grellblaue Lackierung mit weißen Doppelstreifen außen und damit korrespondierendes Leder innen für poppige Akzente. Statt Mehrleistung, Knallhart-Fahrwerk oder zupackenden Rennschalensitzen spendieren die Franzosen dem Clio Gordini unter anderem eine Stereoanlage mit Media-Anschluss, schlüssellosen Zugang, Klimaautomatik sowie einen Tempomat, der beim Clio Sport Gordini so zielführend ist wie eine Gehhilfe beim 100-Meter-Sprint.

Starker Saugmotor unter der Haube

Apropos Sprint: Bis Tempo 100 verpasst der Renault Clio RS Gordini im Fahrbericht die Werksangabe zwar um eine halbe Sekunde, macht dieses Manko aber umgehend mit spontanem Ansprechen und energischem Drehwillen wett. Unter der Haube brüllt noch ein richtiger Saugmotor. Nix mit Downsizing-Turbo, der langhubige Zweiliter saugt ebenso frei an, wie er auspufft. Sein Charakter erinnert Motorradfahrer an eine sportliche 600er - also sauberes, spontanes Ansprechverhalten und homogene Leistungsentfaltung ohne überfallartigen Power-Überschuss. Untenrum stark genug zum ambitionierten Mitschwimmen, läuft der Zweiliter jenseits 6.000/min im Fahrbericht zur Hochform auf, dreht feurig weiter, bevor eine funzelige Schaltlampe sowie ein praktischer Schaltpiepser um 7.500/min zum Gangwechsel bitten - dank langem Schaltstock, Aluminiumknauf und kurzen Gangsprüngen eine spaßige Sache.

Allerdings müssen sich Renault Clio Gordini RS-Piloten mit dem hohen Drehzahlniveau arrangieren, der Preis für knackige Anschlüsse und ordentlichen Durchzug ist permanenter Rabatz auf Landstraße und Autobahn. Selbst in der Stadt kann schon der fünfte Gang ran. 

Hervorragendes Bremsverhalten

Für Entschädigung sorgt das Handling. Der 1.263 Kilogramm schwere Renault Clio RS Gordini bremst enge Ecken mit seinen Brembo-Stoppern im Fahrbericht verlässlich und standfest an, lenkt punktgenau ein, zieht trocken durch. Weder störendes Untersteuern noch tückisches Lastwechselübersteuern trüben den reinen Kurvenspaß. Sogar der Federungskomfort fällt bekömmlich ohne unziemliche Härten aus. Nur die Sitze könnten etwas tiefer montiert sein. Wer bloß RS-Aroma zum günstigeren Preis sucht, wird aber schon beim spartanischen Clio Cup ab
19.990 Euro fündig.

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Jörn Thomas

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