Renault Grand Scénic im Fahrbericht: Diesel-Van mit Doppelkupplungsgetriebe

Renault Grand Scenic

Renault bietet im Grand Scénic mit dem kleinsten Dieselmotor ein neues Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe für vergleichsweise günstige 1.300 Euro an. Lohnt sich diese Investition? Das klärt der erste Fahrbericht mit dem Familienvan.

Der Blick in die Antriebspalette des Renault Grand Scénic und seines 22 Zentimeter längeren Ablegers Grand Scénic offenbart eine ungewöhnliche Vielfalt an Automatikgetrieben. Drei völlig unterschiedliche Konzepte stehen zur Wahl, jedes an einen bestimmten Motor gekoppelt. Unter den Benzinern kommt für Automatikfahrer nur der Zweiliter mit 140 PS und gewöhnungsbedürftigem stufenlosem CVT-Getriebe in Frage.

Dieselfreunde mussten im Renault Scénic bislang den an eine Sechsstufen-Wandlerautomatik gekoppelten Zweiliter-dCi mit 150 PS wählen. Nun steht mit dem neuen, EDC genannten Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe eine dritte Automatikvariante bereit, die vorerst nur mit dem 110 PS starken 1,5-Liter-Diesel zu haben ist.

Renault Grand Scénic mit Verbrauchsvorteil gegenüber dem Handschalter

Gegenüber allen anderen Grand Scénic-Antriebsvarianten glänzt sie mit höchster Effizienz. Renault verspricht im Normzyklus fünf Liter/100 km – 0,2 Liter weniger als mit konventioneller Handschaltung. Das liegt unter anderem an den wenig Energie benötigenden elektrischen Stellmotoren. Sie kümmern sich im Renault Grand Scénic um die Gangwechsel der beiden Teilgetriebe mit jeweils einer Einscheiben-Trockenkupplung. Die elektronische Steuerung passt die Schaltpunkte an die Fahrweise an.

Das funktioniert im Renault Grand Scénic im Fahrbericht meist ebenso unauffällig wie nachvollziehbar – manuelle Korrekturen über die separate Schaltgasse sind nur selten nötig. Zusätzliche Schaltwippen am Lenkrad gibt es nicht, dafür ist der EDC-Mehrpreis mit 1.300 Euro knapp kalkuliert. Zum Vergleich: DSG-Vorreiter Volkswagen verlangt im Touran für eine vergleichbare Getriebeautomatik 1.800 Euro. 

Renault Grand Scénic über 2.000 Euro günstiger als der VW Touran

Bis auf eine spürbare Anfahrschwäche kommt der Einstiegsdiesel mit dem geräumigen Renault Grand Scénic gut zurecht. Allerdings kann der dCi speziell unter Last sein Arbeitsprinzip nicht verheimlichen, sorgt aber für ausreichend flottes Temperament, auch wenn der Sprint auf Tempo 100 gegenüber der handgeschalteten Version eine Sekunde länger dauert. An den Schaltpausen liegt es nicht: Die in der Regel ruckfreien Gangwechsel erfolgen im Renault Grand Scénic ohne Zugkraftunterbrechung innerhalb von 0,3 Sekunden. 

Im Gegensatz zum holprigen Abrollverhalten des Vans gibt es am Schaltkomfort wenig auszusetzen. Nur sensible Naturen spüren etwa nach einer Rollphase den Einkuppelvorgang beim Zurückschalten. Unter den bislang wenigen Kompaktvans mit Doppelkupplungsgetriebe empfiehlt sich der Renault Grand Scénic als preisgünstige Alternative zum VW Touran. Gut ausgestattet gibt es den Renault mit EDC-Getriebe bereits ab 24.100 Euro – für den Touran TDI mit DSG sind mindestens 26.350 Euro fällig.  

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Peter Wolkenstein

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