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Renault Mégane

Neuer Knickwinkel

Foto: Angelika Emmerling 14 Bilder

Ein Blick mit neuem Winkel: Nach dem Facelift kneift der Renault Mégane seine Scheinwerfer wie Augenbrauen zusammen, schaut wilder. Die grimmige Front harmoniert nun besser mit dem Rebellen-Heck.

14.02.2006

Ruhig ist es geworden um das Knick-Heck des Mégane. Nichts mehr von den Jubelstürmen der Avandgardisten und den Läster-Tiraden der Verständnislosen. Drei Jahre im Straßenbild haben den Quertreiber sozialisiert – Gift für einen Design-Rebellen: Er muss thematisiert werden. Deshalb will ihn Renault wieder ins Gespräch bringen – mit einer Front, deren stechender Blick in Sachen Selbstbewusstsein zumindest nicht mehr ganz so stark gegen den hinteren Handkanten-Schlag abfällt. Plötzlich menschelt das Mégane- Gesicht, erhält angriffslustige Züge. Scheinwerfer und Kühlergrill fluchten wie kritisch gekniffene Augenbrauen im Renault-Rhombus als Zornesfalte.

Dazu der untere Lufteinlass als breit grinsender Mund – ein Fingerzeig an alle, die dem Mégane die Aufmerksamkeits- Führerschaft in der europäischen Kompaktklasse aberkennen. Nur wenige, aber dafür charakterstarke Design-Kniffe: Lediglich Front-Maske und Heckleuchten wurden erneuert, das weiterführende Blech nicht angetastet. Dennoch wirkt der Querkopf damit noch selbstbewusster, eigensinniger und authentischer.

Schon erscheinen sie vor dem geistigen Auge, die frankophilen Käufer, die ihre Antennen auf die französische Lebensweise ausgerichtet haben. Mit klischeegerechter Gauloise-Kippe im Mundwinkel, die gebogene Asche kurz vorm Abfallen. Sie werden ihren runderneuerten Sendboten gegen die Formen- Eintönigkeit lieben. Denn eines ist klar: Auch der ausdrucksstärkere Mégane wird sich vorwiegend über seine unangepasste Form verkaufen, überträgt er doch ähnlich wie ein Citroën C4 Coupé die sympathisch- verschrobene Lebenseinstellung des Laisser-faire in die Autowelt.

Jenseits der Frankreich-Folklore ist der Mégane allerdings einfach ein Golf-Konkurrent, der kritischer Durchleuchtung standhalten muss. Vor allem innen war bei einigen Mégane der (Soft-)Lack schneller ab, als den Eigentümern lieb war. Ein verbesserter gummiartiger Hartplastik-Überzug der Mittelkonsole schmeichelt den Fingern nun mehr und soll sich gleichzeitig der Erosion durch Berührung länger als bisher widersetzen. Ohnehin verspricht der selbsternannte „Créateur d’automobiles“ Erfolge beim Bestreben, den Käufern zwar ein Auto mit frankophilem Lebensgefühl, aber teutonischen Qualitäten zu bieten. So seien in jüngster Zeit deutlich weniger Garantiefälle abzuwickeln gewesen.

Weil am Fahrwerk nichts geändert wurde, fährt sich der neue wie der alte Mégane – angenehm federnd, dabei nicht zu wankelmütig. Bereits 2004 verbesserte Renault die Lenkung. Gewichen ist die unbeholfene, grobmotorische Art der Servo-Unterstützung, geblieben sind die künstlichen Rückstellkräfte einer Spielekonsole. Immerhin spricht die Lenkhilfe seitdem harmonischer und weniger unvermittelt an. Zum Tête-à-tête trat ein Viertürer mit 1.5 dCi-Diesel (18 900 Euro) an.

Ein unauffälliger, langstreckentauglicher Begleiter, der mit 106 PS und 240 Nm im Alltag seinen Mann steht und dabei wenig Aufhebens um sich macht. Allerdings enthält ihm Renault den Partikelfilter noch vor, weshalb Dieselfans zum spürbar teureren (20 100 Euro), weil besser ausgestatteten 1.9 dCi mit 110 PS und wartungsfreier Entrußungsanlage greifen sollten. Noch ist die Motoren-Politik etwas undurchsichtig, gibt es den Zweiliter- Diesel mit 150 PS nur im Kombi Grandtour.

Das soll sich im Laufe des Jahres ändern, wenn der Partikelfilter verfügbar ist – auch für die 1.5 dCi-Varianten. Bei den Benzinern klafft eine Lücke zwischen dem Sportmodell RS mit 224 PS und dem Zweiliter-16 V mit 135 PS. Obwohl sich der Zweiliter-Turbo (163 PS) aus dem Laguna geradezu aufdrängt, verschmäht ihn Renault beim Mégane. Was gibt es sonst Neues am Kompaktmodell? Detailveränderungen: andere Sitzbezüge, Instrumente mit größeren, besser ablesbaren Ziffern, Regen- und Lichtsensoren, die feinsinniger ansprechen, eine überarbeitete Klimaanlage mit Aktivkohlefilter sowie das Navigationsgerät der zweiten Generation.

Das Gehäuse ist kleiner, der CD-Wechsler passt nun ebenfalls in die Mittelkonsole, der Rechner soll Ankunftszeiten selbst im Falle von Staus künftig verlässlicher angeben. Die optionale große Audio-Anlage (850 Euro) kann jetzt auch CD im MP3-Format (komprimierte Musikdaten) abspielen. Neu im Angebot: Die hintere Einparkhilfe (400 Euro) gibt es ab Werk und muss nicht mehr nachträglich vom Händler eingebaut werden.

Nach wie vor top ist die Sicherheitsausstattung. Bereits beim zweitürigen Einstiegsmodell ab 14 400 Euro (Viertürer plus 700 Euro) sind Front- und Seitenairbags vorne, seitliche Kopfairbags vorne und hinten sowie ABS und ESP serienmäßig. Seitenairbags hinten, Reifendruckkontrolle und Xenon- Scheinwerfer können zugekauft werden.

Die Vielfalt der Karosserievarianten wird von Renault weitergeführt. Neben dem zwei- und viertürigen Fließheck stehen der Kombi, das Stufenheck sowie das Blechdach- Cabrio zur Wahl. Die Entscheidung für eines dieser Modelle soll der Weltmeister-Bonus erleichtern. Händler setzen beim Beurteilen die rosarote Brille auf und nehmen Gebrauchte mit bis zu 5000 Euro über dem Schätzpreis in Zahlung – sogar dann, wenn man sich ab sofort für den frisch gemachten Mégane entscheidet. Möglicherweise entfacht das noch größere Jubelstürme als die neue Mimik der Front.

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