Renault Wind im Fahrbericht: Franzosen-Cabrio mit Auffall-Garantie

Renault Wind

Der neue Renault Wind garantiert Auffallen um jeden Preis. Die einen werden ihn für sein Design lieben, die anderen verschmähen. Was das Fahrverhalten angeht, bietet die Mischung aus Coupé und Roadster aber einen guten Kompromiss, wie der erste Fahrbericht von auto motor und sport zeigt.

Wenn ein Auto ein Zwitter sein könnte, dann würde der neue Renault Wind wohl zu dieser Gattung gehören. Und das in jeder Hinsicht. Angefangen vom Design, bei dem die Renault-Kreativen im geschlossenen Zustand die Linien eines Coupés zeigen wollen und im offenen Zustand auf die Reize eines Roadsters setzen. Bis hin zum Fahrverhalten des schnittigen Franzosen, das einerseits grundsolide ist, aber doch ein wenig Sportlichkeit vermitteln soll. Und wegen der extravaganten Dachlösung ist dem neuen Renault Wind der Sonderstatus ohnehin schon sicher.

Renault Wind ohne direkte Konkurrenz

Renault betritt mit dieser Art von Auto quasi einen Markt ohne Konkurrenz. Zwar gaben Autos wie der Opel Tigra Twintop oder der Ford Streetka Anleihen für das neue Fahrzeugkonzept, allerdings befindet sich momentan kein echter Konkurrent mit so einem Nischenprodukt auf dem Markt. Auf den ersten Blick mag man den Renault Wind zwar mit einem Mini Cooper Cabrio vergleichen, ruft sich dann aber wieder ins Gedächtnis, dass zwischen den beiden Modellen eine gehörige Preisspanne liegt. Abgesehen davon, dass die Extras beim Mini den Geldbeutel ja bekanntlich schnell erleichtern.

Basistriebwerk mit 100 PS

Renault startet mit dem Basismodell TCe 100 mit dem 100 PS starkem 1,2 Liter-Turbobenziner bei 16.900 Euro in der günstigeren Dynamique Ausstattung. Der ab September erhältliche Renault Wind 1.6 mit 133 PS liegt bei 18.300 Euro. In diesem Preissegment steht der Franzose damit etwas alleine da. Aber genau das ist vielleicht seine Chance.
 
Vor allem junge Kunden sollen sich vom Renault Wind begeistern lassen. Denen dürfte auch die Preiskategorie entgegen kommen. Und auf diese Kundschaft wurde auch das gesamte Auto ausgelegt. Mit dem Renault Wind fällt man schon im Fahrbericht bei der Durchfahrt an der Stamm-Eisdiele auch ohne prolliges Gas geben auf - allein wegen seiner ungewöhnlichen Formen. Im Innenraum wartet der Renault Wind zwar mit dem preislich entsprechenden billigen Kunststoff auf, gibt sich aber alle Mühe Dynamik zu versprühen. Zum Beispiel mit den peppig höhlenförmig gestalteten Instrumenten oder den extrem guten Seitenhalt bietenden Sitzen.

Dach auf, Dach zu - das Kofferraumvolumen bleibt gleich

Mit offenem Dach lädt der Renault Wind zum Cruisen ein. Zwar öffnet es nicht komfortabel während der Fahrt auf Knopfdruck, braucht im Stand aber immerhin nur zwölf Sekunden, um sich mit spektakulärer Akrobatik in den Kofferraum zu verziehen. Zum Öffnen schwingt der Deckel senkrecht nach oben, um dann im Heck zu verschwinden. Und selbst bei eingeklapptem Dach bleibt es beim Kofferraumvolumen von 270 Liter und damit fast soviel wie in einem Renault Clio. Wilde Haarfrisuren sind bei geöffnetem Fenster nicht an der Tagesordnung, jenseits der 130 km/h empfiehlt es sich aber zu brüllen, will man sichergehen, dass der Sitznachbar auch alles versteht.

Renault Wind will kein Hochleistungssportler sein

Während der Name Wind bei diesem Auto eigentlich Programm sein sollte, könnte der Motor allerdings noch etwas Rückenwind vertragen. Zumindest die 1,6-Liter-Version. Denn einen eklatanten Unterschied zwischen dem Vierzylinder-Turbo und dem Sauger gibt es nicht. Während der Turbo konstant Leistung bietet, kommt der Saugmotor erst ab 4.000/min so richtig in Schwung und erfordert in langsamen Ecken ständiges Runterschalten. Wenn es ums Sparschwein schlachten geht, ist die Basisversion also durchaus eine Überlegung wert. Eine noch stärkere Motorisierung wie der 1,6-Liter-Sauger ist laut Renault nicht geplant. Der neue Renault Wind sei schließlich kein Hochleistungssportler. Das zeigt sich auch im Fahrverhalten. Der Zweisitzer lenkt zwar zackig ein und freut sich auf jede Kurve, aber übermütige Leidenschaft lässt er dabei nicht aufkommen. Im Grenzbereich agiert er eher gutmütig.
 
Das ist der Renault Wind in seinem ganzen Wesen. Seinem Besitzer will er einfach nur Spaß bringen. Egal ob bei der Fahrt in den Urlaub mit viel Gepäck oder bei einer kleinen Spritztour über die Landstraßen.

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