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Ruf Rt 12 R im exklusiven Fahrbericht

Goldener Nachfahre des legendären Yellowbird

Ruf RT 12 R, Frontansicht, Fahrt Foto: FACT 17 Bilder

Der Ruf Rt 12 R wandelt mit zischelndem Biturbo, 730 PS und 940 Nm auf den legendären Spuren von CTR Yellowbird und Co. sport auto fuhr exklusiv das erste produzierte Fahrzeug der R-Version.

25.10.2011 Christian Gebhardt Powered by

Es knallt, es zischt, zu sehen ist nischt? Von wegen! Der Nachwuchs im Hause Ruf hinterlässt scheinbar ebenso wie seine legendären Vorfahren rund um CTR Yellowbird und Co. Schmauchspuren im Gehirn des Fahrers: Rasselndes Einmassen-Schwungrad, Biturbo-Fauchen, Notaus-Schalter und ein mächtiger Heckflügel - auch der neue Ruf Rt 12 R zaubert Rennsportgefühle in den Straßenalltag.

Abgespeckte R-Version darf auch auf die Straße

Auf Basis des bekannten Dampfhammers Ruf Rt 12 S entwickelte der Kleinserienhersteller mit Porsche-Verbundenheit eine gewichtsoptimierte R-Version mit Straßenzulassung. Dank großflächigem Carbon-Einsatz wiegt die abgespeckte Version Ruf Rt 12 R mit 1.495 Kilogramm rund 80 Kilo weniger als das S-Modell.

Neben der Frontschürze, der Dachpartie, dem Heckflügel und der Fronthaube verbaut Ruf außerdem die ebenfalls aus dem Verbundwerkstoff bestehenden Außenspiegel und Kotflügel des CTR 3. Die Kotflügel sind eine Herzensangelegenheit für Firmenchef Alois Ruf: Mit der höheren Wölbung als bei den normalen 911er-Modellen sollen die breiten Backen an die markigen Gesichtszüge der historischen Elfer-Garde erinnern.

Mit 370 + km/h an den Rand der Legalität

Weitere Pfunde purzeln durch den Einsatz einer Makrolon-Heckscheibe sowie den Verzicht auf Xenon-Scheinwerfer, die schwerer als die Halogen-Strahler sind. Auch die selbst entwickelte Titan-Abgasanlage spart Gewicht. Für Hardcore-Fahrer liefert Ruf den Rt 12 R zudem ohne Klimaanlage und nur mit Fahrersitz aus. Zündschlüssel in die linke Hand, mögen die Ladedruck-Festspiele beginnen.

Das manuelle und verstärkte Sechsganggetriebe aus dem 997 Turbo verlangt nach einem kräftigen Ruck. Bereits der zweite Gang katapultiert den Fahrer des Ruf Rt 12 R auf den idyllischen Landsträßchen rund um die Allgäuer Firmenzentrale in die Illegalität.

Ruf Rt 12 R für Porsche-Fans, die mehr wollen

730 PS und 940 Newtonmeter maximales Drehmoment benötigen kaum Worte. Klar, dass sich bei Volllast ein turborauschender Orkan im Motorraum zusammenbraut. Anders als beim Rt 12 S mit 685 PS arbeitet das Biturbo-Aggregat im Ruf Rt 12 R nicht mit Direkteinspritzung, sondern mit Saugrohreinspritzung und statt VTG-Ladern mit konventionellen Turboladern.

Der Schubeinsatz erinnert keineswegs an ein Turbomonster aus der Can-Am-Ära in den Siebzigern, sondern mit der brachialgleichmäßigen Leistungsentfaltung an einen Serien-Biturbo. Der Ruf Rt 12 R ist quasi etwas für Porsche-Fans, die gern auf hohem Niveau jammern. Wem der GT2 RS mit 620 PS etwas „untermotorisiert“ erscheint, findet bei Ruf die perfekte Ausbaustufe.

Adrenalinsteigernde Werksangaben

Innerhalb von 3,1 Sekunden soll die 100 km/h-Bastion fallen. Tempo 200 soll in 9,5 Sekunden erreicht werden. Mit längerem fünften und sechsten Gang liegt die Höchstgeschwindigkeit des Rt 12 R laut Ruf über 370 km/h.

Lassen wir das Punktegespenst aus Flensburg noch einmal kurz über dem Führerschein kreisen und rufen den maximalen Ladedruck von 1,4 bar noch einmal für Zehntelsekunden ab. Selbst mit kalten Michelin Pilot Sport Cup+ schiebt der Ruf Rt 12 R mit beeindruckender Traktion vorwärts. Allrad sei Dank.

Einladung zum Supertest

Für Hartgesottene bietet Ruf den automobilen Sprengsatz mit Straßenzulassung auch ausschließlich mit Heckantrieb an. Mehr Aussagen zum Fahrdynamik-Talent vertagen wir: Das würde auf der Landstraße einem Kamikaze-Einsatz ähneln. Wir sprechen lieber höflich die Einladung zum sport auto-Supertest aus.

Wir dürfen gespannt sein, was der Ruf Rt 12 R mit neunfach verstellbarem Bilstein-Fahrwerk und zahlreichen Fahrwerks-Komponenten aus dem 911 Cup-Rennwagen auf der Nordschleife leisten kann. Die Rundenzeit von 7:35-Minuten seines Ruf Rt 12-Vorgängers aus dem Supertest 2008 dürfte dann definitiv Geschichte sein.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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