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Santana PS-10

Back to Basics

Foto: Achim Hartmann 14 Bilder

Wo immer in Spanien ein Land Rover auftaucht, steht Santana drauf. Das liegt daran, dass eine spanische Firma namens Santana in Santa Ana seit 1955 Land Rover-ähnliche Gefährte auf die Räder stellt, zunächst reine Lizenz-Produkte, seit 1999 aber vollständige Eigenentwicklungen.

20.04.2005

Der aktuelle Santana heißt PS-10. Die historische Nähe zum Land Rover sieht man ihm zwar noch deutlich an, aber viele Details zeigen die Handschrift der Spanier. Rein optisch übrigens nicht unbedingt zum Vorteil des Autos: Der Versuch zumindest, den Look des klassischen Land Rover mittels einer neuen Front zu modernisieren, darf als missglückt bezeichnet werden.

Landy-Gefühle weckt nach wie vor das Innere: Platz, soweit der Blick schweift. Allerdings begnügt sich der Santana damit, Fünfsitzer zu sein - Quersitze im Laderaum gibt es nicht.

Im Übrigen lässt der Santana keinen Zweifel daran, dass er als Arbeitstier geboren wurde. Er ist als Lkw zugelassen, und entsprechend sieht es innen aus: Fürs Auge wird so gut wie nichts geboten, stattdessen erwartet den Passagier Gulag-Ambiente.

Im Format hält sich der spanische Nachfahre eng an die Maße der Vorfahren. Unter dem Gehäuse ein schlichter Leiterrahmen, die Starrachsen hängen wie zu alten Land Rover-Zeiten noch an Blattfedern. Am vorderen Ende des Chassis findet ein Common-Rail-Diesel von Iveco Platz. 2,8 Liter Hubraum verteilen sich hier auf vier Zylinder. Das Aggregat erzeugt 125 PS und 275 Newtonmeter Drehmoment, die im Normalfall über ein Fünfganggetriebe an die Hinterräder weitergegeben werden.

Um zusätzlich die Vorderräder anzutreiben, muss der Fahrer einen Hebel zwischen den Sitzen in Bewegung setzen, mit dem sich auch eine Geländeübersetzung zwischenschalten lässt – einfache, klassische Allradtechnik also und ganz ohne Elektronik, was wie Offroad-Spezialisten wissen im Outback auch ein Segen sein kann.

Überhaupt ist der hochbeinige Santana für Exkursionen in Wald und Flur bestens geeignet. Zugeständnisse sind hingegen beim Fahren auf zivilem Terrain erforderlich, was in Anbetracht der simplen Technik auch nicht verwundert. So kann der rustikale Spanier mit der Fahrdynamik moderner Offroader nicht dienen.

Das Lenkverhalten erinnert an alte Hollywood-Streifen, wo die ausschweifende Armarbeit der Protagonisten in keinem Verhältnis zum Kurs des Autos steht und ABS durch Gefühl ersetzt werden muss.

Andererseits lässt sich nicht leugnen, dass selbst Blattfedern nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Kleinzeug zumindest verdauen sie heute mit unverhoffter Geschmeidigkeit, das Komfortniveau auf der Autobahn ist einem schraubengefederten Defender eher über- als unterlegen. Dann zeigt sich auch, dass die großen Töpfe des annehmbar zivilisierten Diesel ordentliche Kraftreserven mobilisieren. Tempo 140 fällt dem sperrigen 4x4 überraschend leicht. Für den Fünfsitzer sind rund 25.500 Euro fällig.

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