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Schnitzer ACS1

Einser-Kandidat

Foto: Reinhard Schmid 6 Bilder

Die Tuner haben ein neues Baby – den BMW Einser. Auch AC Schnitzer konnte sich dem neuen Modell nicht entziehen. Heraus kam der 200 PS starke AC Schnitzer ACS1 2.0d auf Basis des BMW 120d.

30.11.2004

Schon traditionell achtet die Kundschaft der bayerischen Modelle sehr auf sportliches Auftreten. Das gilt erst recht beim kleinsten und modernsten BMW. Schnell wie kein Zweiter hat sich Tuner AC Schnitzer auf die Nachfrage eingestellt und einen Einser nach Art des Hauses angerichtet: den ACS1 2.0d.

Klein, kantig, kompakt, scheint der Schnitzer-Einser den Puls der Zeit nicht nur zu treffen, er beschleunigt ihn sogar. Wo der ACS1 auftaucht, verdrehen sich Hälse und weiten sich Augen. Zumindest bei den unter 35-jährigen Männern. Da behaupte noch jemand, BMW-Designer Chris Bangle hätte beim Entwerfen des Einser seinen Stift nicht unter Kontrolle gehabt. Die Schnitzer-Bodyart überzeichnet Dellen, Falze und Sicken völlig. Heraus kommt ein extrem eigenständiges Äußeres.

Gleiches gilt für den Innenraum. Sichtcarbon und Aluminium überall, selbst der i-Drive-Knopf aus Plastik trägt nun einen edleren Hut.

37-Mehr-PS per Chiptuning

Was jedoch wesentlich stärker nachgefragt werden dürfte, ist die Leistungssteigerung. Mit ihrer konservativen Motoren-Politik enthält die Firma BMW derzeit den Einser-Kunden ein richtig druckvolles Modell vor. Bei 163 Diesel-PS ist ab Werk Schluss. Klar, dass deshalb den Tunern die Euro-Zeichen in den Augen stehen.

Fehlende Power wird von Schnitzer in Form von Bits und Bytes nachgeliefert. Inklusive Montage kostet der kräftigende Chip fürs Motorsteuergerät 1.850 Euro. Dafür verspricht der Tuner beim Zweiliter-Diesel 200 statt serienmäßiger 163 PS.

Im mittleren Drehzahlbereich tobt der Zweiliter los, presst den Einser eine halbe Sekunde schneller von null auf 100 als das Serientriebwerk – ohne jedoch den schläfrigen Antritt zu verbessern, bis der Turbolader seine Backen aufgebläht hat.

Im Gegenteil: Die Drehmoment-Kurve hat sich verschoben, der Turbolader setzt nun später, aber vehementer ein. An dieser Abstimmung ist der Return-Knopf allerdings noch nicht final gedrückt; möglicherweise finden die Motor-Programmierer noch eine wachere Kennlinie.

Ein Kompromiss ist der Federnsatz, der den BMW 30 Millimeter tiefer setzt. Zwar schwebt der Kompakte damit geschmeidig über kleine Unebenheiten; doch ausgeprägte Bodenwellen schießen statt in die Dämpfer ins Kreuz der Insassen.

Top Fahrbahn, top Handling

Der Basis-Einser, den Schnitzer für das Tuning herangezogen hat, ist ab Werk mit dem so genannten M-Fahrwerk mit strafferen Dämpfern ausgestattet. Damit harmonieren die kurzen Schnitzer-Sportfedern nur bedingt, was zu katapultähnlichen Stößen führt. Das bringt große Unruhe ins Fahrverhalten – der Pilot muss häufig den Lenkwinkel korrigieren.

Anders auf ebener Fahrbahn: Hier ist der Grip herzerfrischend. Mit seinen 19-Zöllern stürzt sich der Schnitzer-Einser fast auf Fingerschnippen in die Kurve, lässt sich präzise über die Ideallinie dirigieren und hechtet ohne Schwänzeln auf die nächste Gerade. Diese Vorführung bietet in der Kompaktklasse bislang keiner.

So lautet der Tipp: Wer es sich leisten kann, kauft Chip und Räder (4.085 Euro) und fährt mit dem heckagilen Einser der frontscharrenden Konkurrenz um die Ohren. Wer sein Auto unbedingt tiefer setzen will, der sollte jedoch noch ein paar Wochen auf das Schnitzer-Komplettfahrwerk warten.

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