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Seat Toledo 1.9 TDI im Fahrbericht

Südländischer Charme und sportlicher Touch

Mit südländischem Charme und sportlichem Touch soll der neue Seat Toledo Kunden gewinnen, die mit einem Alfa Romeo 156 oder BMW 3er liebäugeln. Die technische Basis liefert einmal mehr der VW Golf.

02.04.2003 Bernd Stegemann

Einen angemessenen Platz in der Autowelt, der Seat schon von Namens wegen (englisch: Platz) gebührt, hat die spanische Marke bis heute nicht gefunden. Mit Lizenzproduktionen älterer Fiat-Modelle war in der Vergangenheit wenig Gewinn und noch weniger Image zu machen. Erst seit der Übernahme durch VW entwickelt sich ein eigenständiges Markenbild, das Emotionen, Dynamik und mediterrane Lebensfreude ausstrahlen soll. Wegen der aus Kostengründen zwingenden Verwendung von Konzerntechnik kommt dabei dem Design eine Schlüsselrolle zu. Deshalb hatten die Stilisten unter ihrem früheren Chef Gert Hildebrand beim neuen Toledo die seltene Freiheit, eine unverwechselbare Linie zu kreieren, die der neue, von Alfa abgeworbene Chefdesigner Walter de Silva weiter herausarbeiten soll.

So wird man die Front mit dem übergrossen S künftig bei allen Seat wiederfinden. Bei genauer Betrachtung drängen sich allerdings von vorne auch Vergleiche mit dem Alfa Romeo 156 und BMW 3er auf, während das hintere Leuchtenband für Familienähnlichkeit mit anderen Seat-Modellen sorgt. Beides verbindet ein kraftvoller, fließender Körper, dessen geschwungene Dachlinie in einem hohen Stummelheck ausläuft. Darin verbirgt sich ein 500 Liter großer, nach vorn erweiterbarer Kofferraum, dem aber gegenüber dem Vorgänger 50 Liter Volumen und die große Heckklappe fehlen. Trotz seiner Länge (4,44 Meter) ist im Seat Toledo auch die Beinfreiheit hinten nur ausreichend, weil mit der Plattform zugleich der Radstand (2,51 Meter) vom VW Golf übernommen wurde.

Ansonsten wirkt sich die Erbmasse des Seat Toledo durchweg positiv aus: Materialien und Verarbeitung sind erstklassig, die Spaltmaße gering, und selbst auf schlechtesten Straßen läßt sich der Aufbau nicht aus der Ruhe bringen. Für die Langlebigkeit der verzinkten Karosserie bürgt Seat mit einer zwölfjährigen Garantie gegen Durchrostung. Man kennt sie ebenso von anderen Konzernmodellen wie Stil und Elemente des Innenraums, die an Audi und VW erinnern. Das mindert zwar die formale Eigenständigkeit, kann aber in funktionaler Hinsicht nur von Vorteil sein. Denn hier ist alles am rechten Platz, vernünftig gestaltet und leicht zu bedienen.

Weder an der Position hinter dem Lenkrad noch an Größe und Zuschnitt der Sitze gibt es etwas zu mäkeln. Seat will – das zeigt auch die grosszügige Serienausstattung – mit dem Seat Toledo nach oben. Vier Modellinien werden bei der deutschen Markteinführung im April lieferbar sein, wobei schon die Basisversion Stella zwei Airbags, ABS, elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung, Radio sowie Höhenverstellung für Lenkrad und Fahrersitz bietet. Darüber rangieren der straffere Sport, der luxuriöse Signum und das Topmodell V5. Dessen besonders reichhaltige Ausstattung (Klimaautomatik, 16 Zoll-Alufelgen, elektrisch verstellbare Leder-Alcantara- Sitze) ist an den ersten Seat-Motor mit mehr als vier Zylindern gekoppelt.

Der 2,3 Liter-Fünfzylinder stammt aus dem VW Golf und bietet mit seinen 150 PS Fahrleistungen auf dem Niveau eines Alfa 156 2.0 oder BMW 320i. Zum kultivierten, spurtstarken Triebwerk paßt die straffere Fahrwerksabstimmung, die den Seat Toledo spürbar handlicher und dynamischer, aber zugleich etwas unkomfortabler macht. Mit der normalen Federung und Bereifung werden Querfugen jedenfalls kommoder und geschmeidiger absorbiert.

Obwohl im Gegenzug die Seitenneigung stärker und das Einlenkverhalten in Kurven weniger präzise ist, empfiehlt sie sich beim Seat Toledo als harmonische Ergänzung zu den schwächeren Motoren. Dies sind die bekannten Benziner mit 1,6 und 1,8 Liter Hubraum (100/ 125 PS) sowie die beiden TDI-Diesel mit 90 und 110 PS. Auch Radaufhängung (vorne einzeln an McPherson-Federbeinen, hinten mit Verbundlenkerachse) und Bremsen (Scheiben rundum) entsprechen weitgehend dem Golf.

Beim 1.8 und V5 sorgt eine elektronische Differentialsperre serienmäßig für bessere Traktion, während TCS (Antriebsschlupfregelung) und ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) nur gegen Aufpreis für den V5 und den starken TDI geliefert werden. Gut so, möchte man sagen, aber wenig aufregend. Das ist schon eher der Preis des Seat Toledo (ab 15.800 EUR). Wem der noch nicht heiß genug ist, der wird auf eine ganze Reihe sportlicher Versionen vertröstet, die in den nächsten Jahren folgen: Ein starker Sechszylinder gehört ebenso dazu wie ein Coupé und ein Cabrio.

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