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Skoda Citijet im Fahrbericht

Projekt Discokugel

Skoda Citijet, Frontansicht Foto: Skoda 18 Bilder

Azubis der Skoda-Akademie bauen ihr Traumauto. Sie schneiden einem Citigo das Dach ab und motzen ihn zu einem flimmernden, lärmenden Spielzeug auf: dem Skoda Citijet.

29.08.2014 Bérénice Schneider

Es gibt Worte, über deren genauen Sinn du dir nie Gedanken machst. "Ohrenbetäubend" zum Beispiel. Erst wenn du in einer blinkenden Discokugel fährst und das Teil dank fehlendem Endschalldämpfer sprotzt und dröhnt, dass es wahrlich die Ohren betäubt, erkennst du die Bedeutung.

Die Discokugel ist in diesem Fall der Skoda Citijet. Ein Kleinwagen ohne Dach, der das Werk von 16 Auszubildenden der Skoda-Akademie ist. Seit November 2013 hatten die jungen Tschechen daran gearbeitet, pünktlich zum Wörthersee-Treffen Ende Mai wurde das Cabrio fertig. Stark erinnert es an sein Spendermodell, den Skoda Citigo – minus Dach und plus einige Extras wie Heckspoiler und Überrollbügel, der mit seiner Form das Skoda-Logo zitiert.

Skoda Citijet als Azubi-Projekt

Die Idee dazu hatte Christoph-Nikolaus Lerche, Leiter der Skoda-Akademie. Sein Ziel: Die Azubis sollten erleben, wie ein Auto entsteht, sich nicht nur mit ihrem eigenen Ausbildungszweig beschäftigen. Im Konzern gewinnt Lerche schnell Unterstützer wie Chefdesigner Jozef Kaban, der zusagt, den jungen Autobauern mit seinem Team zu helfen.

Nachdem Lerche 16 Freiwillige aus allen Studiengängen für das Projekt gefunden hat, muss ein passendes Modell aus der Skoda-Produktpalette her. "Ganz klar: Es sollte ein Cabrio werden", erzählt Lerche. Nach knapp zwei Monaten haben die 14 Jungs und zwei jungen Frauen alle Entscheidungen getroffen, alle Aufgaben verteilt. Die Teile sind organisiert, und die Arbeit kann beginnen. Sie strippen das Auto, entfernen das Dach und reißen die Rückbank raus. Alles entsteht in Handarbeit oder aus Serienteilen anderer Modelle. Den Überrollbügel schweißen die Jugendlichen aus 16 Einzelteilen zusammen; bearbeiten ihn immer wieder, bis er wie aus einem Guss wirkt. Der Heckspoiler dagegen entsteht aus der Motorhaube eines Octavia.

Mitte März ist die Karosserie fertig, jetzt folgt das Innenleben. Den 75 PS starken Dreizylinder-Benziner übernehmen die Azubis unverändert aus dem Citigo. Allerdings darf er hier ungehemmt aus den zwei Endrohren brüllen, obwohl Ausfahrten mit dem Einzelstück sicherheitshalber auf 25 km/h begrenzt sind. Der Skoda Citijet ist ein Auto für Jugendliche, also darf ein adäquates Soundsystem nicht fehlen. Dessen Boxen belegen den ehemaligen Fond und sind mit LED-Leuchten rund ums Auto gekoppelt, die im Takt der Musik blinken. Die LED-Leisten in den Scheinwerfern fielen allerdings der Endabnahme zum Opfer: "Sie flackerten nur. Da haben wir sie wieder rausgenommen."

Am Wörthersee fehlten diese zusätzlichen Lichter niemandem, selbst VW-Chef Martin Winterkorn inspizierte das Auto und zeigte sich zufrieden. "Es ist für uns ein Segen und ein Fluch, dass das Projekt so gut geklappt hat: Jetzt sollen wir es wiederholen", seufzt Lerche. Die Musik ist voll aufgedreht, und in der einsetzenden Dämmerung blinkt der Skoda Citijet bläulich. Jetzt müsste er nur noch wippen, dann wäre das Bild perfekt.

Die Skoda-Akademie

Seit 1927 bildet der tschechische Autobauer den Nachwuchs selbst aus – in der Skoda Auto Berufsschule für Maschinenbau. Inzwischen gibt es 13 Berufszweige, in drei Jahren lernen die jungen Menschen dort beispielsweise Kfz-Mechatroniker oder Autoelektriker. Sehr beliebt bei den vierjährigen Ausbildungen ist derzeit Industrielogistik. 2013 absolvierten etwa 280 Schüler die Skoda-Akademie; jeder von ihnen erhielt ein Arbeitsplatzangebot des Herstellers. Die Ausbildung ist kostenlos.

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