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Skoda Kodiaq (2017) im Fahrbericht

XXL-Tiguan mit sieben Sitzen

Skoda Kodiaq 4x4 TSI Fahrbericht Foto: Achim Hartmann 21 Bilder

Selten hat es Skoda so spannend gemacht: Der Kodiaq nahm erst getarnt an der Tour de France teil, dann stand er in Paris auf der Messe. Nun fährt er – und wie!

15.11.2016 Heinrich Lingner 1 Kommentar Powered by

Beginnen gleich mit dem Wesentlichen: Der Kodiaq fährt, und zwar richtig gut. Der gefühlte Unterschied zu den Konzernbrüdern VW Tiguan und Seat Ateca ist – wenig überraschend – recht gering. Alle drei basieren ja bekanntlich auf dem Modularen Querbaukasten, Ateca und Kodiaq laufen gar gemeinsam vom Band. Die üppige Raumfülle hat der Skoda den beiden anderen jedenfalls voraus, er fühlt sich innen einfach eine Klasse größer an.

Komfortorientiertes DCC-Fahrwerk

Apropos Klasse: Mit seiner Länge von beinahe 4,7 Metern ragt er aus der Kategorie der Kompakten mehr als nur ein wenig hinaus. Zum Vergleich: Tiguan und Ateca sind rund 20 und 30 Zentimeter kürzer, ein Touareg nur zehn Zentimeter länger. Kompakt ist was anderes, und auch das Laderaumformat (650 Liter, maximal 2.065 Liter) ordnet den Skoda eine Klasse höher ein.

Entsprechend groß, und zwar im besten Sinn, fühlt sich der Kodiaq beim Fahren an. Für die erste Ausfahrt stand der Top-Benziner mit 180 PS, DSG und Allradantrieb zur Verfügung, ein immerhin 1,7 Tonnen schweres Auto. Da ist es keine große Überraschung, dass es eher gediegen als nervös um Biegungen kurvt. Ein DCC-Fahrwerk gibt es natürlich ebenfalls im Testwagen, in den Positionen Comfort und Normal geht das nicht ohne leichte Karosserieschaukelei vonstatten, was am Lenkrad das Gefühl des großen, hochwertigen Autos eher noch verstärkt.

Mit gestrafften Dämpfern legt sich die Schaukelei etwas, allerdings kommt dann schon der ein oder andere Holperer durch. Die Lenkung bleibt dabei stets präzise und feinfühlig. Antriebseinflüsse? Fehlanzeige, der Allradantrieb und das serienmäßig in allen Varianten eingebaute XDS-Differenzial verteilen das Antriebsmoment so, dass es nie störend am Lenkrad zerrt.

Traktionsprobleme kennt der Kodiaq ebenfalls nicht, selbst wenn es auf rutschiger Fahrbahn mal etwas hurtiger ums Eck geht.

Skoda Kodiaq 2.0 TDI, erste FahrtFoto: Hans-Dieter Seufert
Cockpit-Perspektive: Erster Blick in den Innenraum des Skoda Kodiaq.

Harmonischer Antrieb, souveräne Automatik

Was nicht am mangelnden Leistungsvermögen des 180 PS starken Turbobenziners liegt. Der beschleunigt den schweren Skoda in flotten acht Sekunden auf 100 km/h, hängt gut am Gas und wird dabei nie laut, rau oder gar aufdringlich.

Das Triebwerk zählt zum Modernsten, was der Konzern zu bieten hat, arbeitet wie der fast baugleiche 2.0 TFSI von Audi nach dem sogenannten B- oder Miller-Zyklus: Durch die per früh schließende Einlassventile verkürzte Kompressionsphase arbeitet der Motor im Teillastbereich mit weniger Gasvolumen als ein hubraumkleinerer Motor. Bei 7,3 Litern je 100 km liegt der Normverbrauch des 2.0 TSI; in der Praxis zeigt sich, dass man mit acht Litern sehr zügig und entspannt fährt.

Zum gepflegten Gesamteindruck trägt das Siebengang-DSG bei, das die Fahrstufen eilfertig, aber nie hektisch wechselt. Eingriffe mittels Schaltpaddel dienen eher dem Spieltrieb als fixerem Vorwärtskommen.

Und was kostet so ein Kodiaq? Mindestens 34.490 Euro, 2.400 Euro mehr, wenn es ein 180-PS-Benziner in der Style-Version sein soll. Damit liegt der Skoda etwa auf gleichem Niveau wie ein identisch motorisierter Tiguan. Die preiswerteste Variante, der 1.4 TSI mit 125 PS und Vorderradantrieb steht übrigens ab 25.490 Euro in der Preisliste, ist damit 500 Euro billiger als ein vergleichbarer Tiguan. Auf den ersten Blick viel Geld für einen Skoda, doch der Kodiaq ist wie erwähnt eine Klasse größer und geräumiger als der Tiguan, und im Interieur sind auch auf den zweiten Blick wenig Billiglösungen zu entdecken.

Solide Verarbeitung, viele Assistenzsysteme

Im Gegenteil, die Verarbeitung wirkt sehr solide, die verarbeiteten Werkstoffe wertig und griffsympathisch. Die Bedienung erinnert an andere VW-Konzernprodukte, der große Touchscreen-Monitor gibt Zugriff auf die meisten Funktionen. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, doch die Menüstruktur ist logisch aufgebaut. Immerhin gibt es ja nicht wenig zu bedienen, auch das passt zur gehobeneren Preis- und Größenklasse des Kodiaq. So sind Apple Carplay, Android Auto und Mirrorlink immer an Bord, dazu das optionale Infotainment-System Columbus (1560 Euro) und ein komplettes Arsenal an Assistenzsystemen inklusive aktiver Spurhaltung, Stauassistent und Anhänger-Rangierhilfe.

Der Kodiaq öffne neue Türen für die Marke, sagen sie bei Skoda. Damit haben sie vermutlich recht.

Technische Daten
Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4
Grundpreis36.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4697 x 1882 x 1676 mm
KofferraumvolumenVDA650 bis 2065 L
Hubraum / Motor1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung132 kW / 180 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit207 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,0 s
Verbrauch7,3 L/100 km
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    Neuester Kommentar

    Bevor ich mir so einen Skoda Kodiaq kaufe wegen dem Platz, entscheide ich mich 100% eher für den neuen Ford Expedition. Viel mehr Raum bei voller Sitzplatzausnutzung und ein guter Benzinmotor. Ganz zu schweigen vom Design, dass absolut für den Ford und nicht für das verunglückte Design des Skoda spricht.

    Bronco60 20. November 2016, 12:54 Uhr
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