Skoda Superb 1.4 TSI im Fahrbericht: Großes Auto mit kleinem Motor

Skoda Superb 1.4 TSI

Großes Auto, kleiner Hubraum - kann das gutgehen? Sehr wohl, wie die Kombination des 4,84 Meter langen Skoda Superb mit einem 1,4-Liter-Turbobenziner beweist. Schon mit dem Basis-Benziner entfaltet der Skoda Superb volles Limousinen-Aroma.

Zugegeben, mit seinem Heck wird der Skoda Superb (der Skoda Superb im Einzeltest) keine Designpreise abräumen. Doch selbst die schärfsten Kritiker der ungewohnten Linie verstummen, sobald die Fondtüren hinter ihnen ins Schloss gefallen sind. Eigentlich müsste dieser Skoda ja Roomster heißen, denn mehr gefühlten Raum bieten nur wenige.

Skoda Superb mit Komplettausstattung für unter 30.000 Euro

Selbst wenn der Vordermann seinen Sitz weit nach hinten fährt, stoßen die Knie der Hinterleute noch nicht an die Lehnen. So bleibt volles Räkelgefühl erhalten - in der 29.750 Euro teuren Top-Version Elegance serienmäßig unterstützt durch Feinnappaleder-Polster, deren seidige Oberflächen sich mit wesentlich teureren Mitstreitern messen können. Solche, bei denen man unter 30.000 Euro nicht einmal an die nackte Basis kommt. Bei Skoda hingegen butlert ein komplett ausgestatteter Skoda Superb mit Bixenon-Scheinwerfern (mit adaptiven Lichtprogrammen), Zweizonenklima, Tempomat, elektrisch verstellbaren Komfortsitzen mit Memory, Stereoanlage und 17-Zoll-Alurädern.

Der 1,4 Liter-Basismotor ist limousinentauglich

Lediglich unter der Motorhaube herrscht Bescheidenheit in Form eines 1,4 Liter großen Turbobenziners mit 125 PS und 200 Newtonmetern. Im Leerlauf so zurückhaltend, dass Unbedarfte den Schlüssel nochmal rumdrehen. In Fahrt simuliert er an Ampeln flüsternd eine Start-Stopp-Funktion, die für ihn aber nicht zu haben ist. Dafür fährt er sauber an, zieht ordentlich durch und lässt sich frühes Hochschalten gefallen, ohne zu murren. So kommt man im Schnitt mit 9,2 L/100 km aus. Sicher gibt es ansprech- und drehfreudigere Benziner, Turbomotoren mit ausgeprägterem Drehmomentkick, doch die Stärke des 1.4 TSI liegt in seiner unauffälligen Dienstbarkeit, die ihn limousinentauglich macht.

Der Skoda Superb vereint Räumlichkeit mit gutem Fahrverhalten

Von wegen trockenes Sparbrötchen - der 1,5-Tonner beschleunigt unter elf Sekunden auf 100 km/h, schafft gut 200 km/h Spitze. In der letzten Stufe des mit recht langen Wegen arbeitenden Sechsganggetriebes dreht der Motor knapp 5.000/min, was den komfortablen Eindruck kaum schmälert. Auf Basis des VW Passat haben die Ingenieure somit nicht nur ein überzeugendes Raumkonzept mit viel Platz für Passagiere und Gepäck inklusive einer zweiteiligen Heckklappe geschaffen, sondern der Maxi-Limousine überdies ein agiles und sicheres Fahrverhalten mitgegeben.

Die Basisiversion ist ab 23.250 Euro zu haben

Mit seiner insgesamt ausgewogenen Abstimmung und dem langen Radstand nimmt er selbst rumpeligen Pisten den Schrecken, ohne es an Rückmeldung mangeln zu lassen. Ruhe und Rückmeldung zugleich vermittelt auch die elektromechanische Servolenkung, was zielgenaue Manöver erleichtert. Doch das sollte man von einer Rundum-sorglos-Limousine ja auch erwarten können. In zweckmäßiger Basisversion übrigens schon ab 23.250 Euro zu haben.

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Jörn Thomas

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