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Skoda Yeti im Fahrbericht

Der neue Kompakt-Offroader

Skoda Yeti Foto: Michel de Vries 14 Bilder

Viel VW-Technik zum attraktiven Preis für jedermann: Auch der Kompakt-Offroader Yeti beherzigt die erfolgreiche Skoda-Strategie. Doch in einigen Punkten geht der Viertürer eigene Wege.

27.05.2009 Dirk Gulde

Als ob die Steigung allein nicht schon gereicht hätte. Aber es musste ja auch noch eine ganze norwegische Nacht lang durchregnen, um es Skodas erstem SUV ein bisschen schwerer zu machen. Doch der Yeti lässt sich von der matschigen Bergauf- Passage nicht abschrecken und wühlt sich mit fein dosiertem Krafteinsatz vorwärts.

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Fahrbericht Skoda Yeti
auto motor und sport 11/2009
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Allradantrieb und Bergabfahrhilfe im Skoda Yeti

Selbst Böschungen, in denen er bis zum Unterfahrschutz im Morast versinkt und die seinen Vortrieb auf Zeitlupentempo drosseln, bedeuten nicht das Aus. Oben angekommen äugt er triumphierend aus den runden Zusatzscheinwerfern: Wer mit unlackierten Stoßleisten auf Grobian macht und seinen Namen einem Himalaya-Wesen verdankt, will sich schließlich in Europas Gelände nicht blamieren. Selbst wenn es die Mehrheit seiner Fahrer wohl eher selten würdigen wird.

Auch Skoda-Entwicklungschef Eckhard Scholz ist auf die Antriebsschlupf- Elektronik ganz besonders stolz. Das zusammen mit Continental entwickelte ESP verfügt über ausgesprochen kurze Regelintervalle, wodurch sich Motorkraft ausgeklügelter an die Antriebsräder schicken lässt als bei vielen anderen Allradlern. Wie beim Konzernbruder VW Tiguan bildet eine elektronisch gesteuerte Haldex-Kupplung das Kernstück des Allradsystems. Auf trockener Straße leitet sie das Antriebsmoment fast ausschließlich auf die Vorderachse, um bei nachlassendem Grip die hinteren Räder immer mehr in die Pflicht zu nehmen – bei Bedarf bis zu 100 Prozent. Eine elektronische Abfahrhilfe sorgt zudem auf Knopfdruck dafür, dass der Yeti auch wieder sicher zurück ins Tal gelangt, indem sie sich ohne Zutun des Fahrers ums Bremsen kümmert – vorwärts wie rückwärts.

Der Schwerpunkt bei der Fahrwerksentwicklung galt freilich befestigten Straßen. Auch hier eignet sich Norwegen prächtig für die letzten Testfahrten, an denen auto motor und sport teilnehmen durfte: Schnell wechselnde Wetter- und Asphaltbedingungen sowie besonders tiefe Frostaufbrüche nach einem langen skandinavischen Winter sorgen nämlich für ein buntes Sammelsurium an Fahrbahnoberflächen binnen kürzester Distanz. Auch wichtig: In den dünn besiedelten Gebieten nördlich von Oslo fällt der ungetarnte Yeti kaum auf. Schließlich soll die eigentliche Präsentation Mitte des Jahres nicht vorweggenommen werden. 

Offroad-Charme und üppige Platzverhätnisse im Skoda Yeti

Zu enthüllen gibt es tatsächlich einiges, nicht nur, weil es sich beim Yeti um den ersten SUV von Skoda handelt. Anders als noch bei Octavia oder Superb spielen die Tschechen diesmal nicht den Part der geräumigen Alternative zum Plattformspender aus dem VW-Konzern. Mit 4,22 Metern baut er sogar 21 Zentimeter kürzer als der Topseller Tiguan, ohne im Innenraum spürbar enger zu wirken. Der kastige Aufbau sorgt nämlich nicht nur für robusten Offroad-Charme, sondern beschert fünf Passagieren auch üppige Platzverhältnisse samt luftiger Kopffreiheit.

Mit seinem 510 bis 1.760 Liter fassenden Gepäckraum schiebt sich der im tschechischen Werk Kvasini gebaute Yeti sogar vor seinen deutschen Bruder. Vom schnörkellosen Design mit großen Fensterflächen profitiert auch die Übersichtlichkeit. Zudem passen sich die Rücksitze, die serienmäßig einzeln demontiert, verschoben sowie in der Lehnenneigung justiert werden können, flexibel allen Freizeit-Expeditionen an. In vier großen Türtaschen sowie zahlreichen kleineren Ablagen findet außerdem reichlich Extra-Proviant Platz. Obwohl Perfektionisten im Interieur der Vorserienfahrzeuge hie und da zu große Spaltmaße und unharmonische Übergänge entdecken, die es bis zum Serienstart noch zu eliminieren gilt, nervt die Innenausstattung selbst bei groben Unebenheiten nicht mit Klappergeräuschen. 

Den Skoda Yeti soll es für unter 20.000 Euro geben

Umso erstaunlicher, da sich die Entwickler um Scholz für eine straffe Fahrwerksabstimmung entschieden haben: „Sonst federt er im Gelände zu stark ein und setzt auf.“ Als Entschädigung für das kernige Abrollen trollt sich der Yeti dafür auf der Straße mit geringer Seitenneigung und hoher Spurstabilität ums Eck. Letztere verdankt er freilich auch der breiten Spur, mit der er den längeren Octavia vorn um 20 und an der Hinterachse sogar um 40 Millimeter übertrifft. Was die Fahrdynamik betrifft, freut sich Scholz jedenfalls schon auf die ersten Vergleichstests: „Hier müssen wir uns vor keinem Mitbewerber verstecken.“

Mit Drehfreude und Durchzugskraft passt auch der 160 PS starke 1,8-Liter- Turbo bestens zum agilen Skoda Yeti. Zudem nimmt er bereits ab 1.000/min klaglos Gas an, was eine schaltfaule, entspannte Fahrweise unterstützt. Seine nicht zu leichtgängige Lenkung, die viel Fahrbahnkontakt vermittelt, und die sanft einsetzende Untersteuer-Neigung sorgen außerdem dafür, dass der 1,5- Tonner nicht zum Untier wird, sondern handzahm bleibt. Für das Einstiegsmodell sieht Skoda den ganz neuen 1,2-Liter-TSI mit 105 PS vor, der nahezu zeitgleich mit der Yeti-Präsentation auch im VW Golf angeboten werden soll. Auf Wunsch lässt sich der kleine TSI mit dem VW-Siebengang- Direktschaltgetriebe samt Automatik-Modus kombinieren. Neben den beiden Benzinern komplettieren drei Common-Rail-Diesel mit zwei Liter Hubraum zwischen 110 und 170 PS das Antriebsprogramm.

Sämtliche Aggregate erfüllen nicht nur Euro 5, sie machen auch deutlich, dass Skoda nicht mehr länger die älteren und rau laufenden Pumpe-Düse-Motoren auftragen muss. Bei der Preisgestaltung bleibt sich Skoda hingegen als günstige VW-Alternative treu: Obwohl das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, soll das Basismodell mit Frontantrieb unter 20.000 Euro bleiben und damit fast 6.000 Euro weniger kosten als der stärkere, aber ebenfalls nur frontgetriebene VW Tiguan 1.4 TSI. Als sicher gilt, dass alle Varianten serienmäßig mit ESP sowie dem variablen Sitzsystem ausgestattet sein werden, während Klimaanlage und Radio extra gehen dürften. Wie bei den Preisen streiten die Strategen jedoch noch um den Ausstattungsumfang der Varianten Basis, Comfort und Elegance. Keinen Streit gab es bei der Namensgebung. Obwohl anfangs nur als Arbeitstitel der Konzept-Studie von 2005 gedacht, hat sich Yeti fest in den Köpfen der Beteiligten eingenistet – was als gutes Zeichen für eine gelungene Bezeichnung gelten darf. Nur alibihalber wurden dem Vorstand daher weitere Namen präsentiert, erinnert sich Scholz. Unabhängig vom Namen oder der zurückhaltenden Preisgestaltung: Spekulationen, dass dem Top-Seller von VW eine kühle Himalaya-Brise ins Gesicht weht, dürften sich nicht ins Reich der Fabeln verweisen lassen.

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Technische Daten
Skoda Yeti 1.2 TSI
Grundpreis18.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4223 x 1793 x 1691 mm
KofferraumvolumenVDA405 bis 1580 L
Hubraum / Motor1197 cm³ / 4-Zylinder
Leistung77 kW / 105 PS (175 Nm)
Höchstgeschwindigkeit175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,8 s
Verbrauch6,4 L/100 km
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