Skoda Yeti und VW Tiguan im Fahrbericht

Die verwandten Kompakt-SUVs im Vergleich

Skoda Yeti, VW Tiguan

Der Skoda Yeti fordert seinen Cousin, den VW Tiguan, zum Duell. Dieser war bisher König unter den Kompakt-SUV - stürzt ihn der Skoda? Ein Fahrbericht der 2.0 TDI-Modelle.

Rund 22 Milliarden Tonnen Schnee, informierte der Deutsche Wetterdienst, hätten bis vor kurzem auf Deutschland herumgelegen. Mehr als genug also, um sich mal wieder ausführlich festzufahren und sich beim Ausbuddeln zu schwören, das nächste Mal ganz sicher ein Auto mit Allradantrieb zu kaufen.

Etwa den Skoda Yeti, der den Namen eines Schneemonsters trägt und damit schon eine gewisse Verbundenheit und Umgangsfreude mit der eisigen Jahreszeit erwarten lässt. Er nutzt dafür dieselbe Basis wie sein Cousin, der VW Tiguan. Weil an dessen Erfolg bisher kein anderer Kompakt-Offroader herankam, kümmert sich der Volkswagen-Konzern eben selbst um einen ebenbürtigen Gegner.

Wobei der Skoda ausstattungsbereinigt rund 4.100 Euro und äußerlich gut 20 Zentimeter Abstand zum VW hält. Weniger Auto für weniger Geld also? Was das Raumangebot angeht, schon. Wobei die Platzmenge, die der Yeti aus seinen knapperen Dimensionen schafft, für vier Erwachsene ungedrängt ausreicht - auch weil er den Raum mit der aus dem Roomster geborgten Rücksitzanlage clever ausnutzt: Die zwei breiten Außenplätze und der schmale Mittelsitz sind separat längs verschieb-, neigungsverstell-, umklapp- und herausnehmbar. Zudem gruppieren sich
die Außensitze zu einer gemütlicheren Zweierkombi nach innen, wenn der mittlere Sitz draußen ist. Diese Variabilitäts-Akrobatik kontert der VW Tiguan mit einer kuscheliger gepolsterten Rückbank mit neigungsverstellbaren Lehnen. Asymmetrisch geteilt lässt sie sich ebenfalls längs verschieben. Beim Umklappen tauchen die Sitzflächen in den Fußraum, was aber nur mit dem optionalen, variablen Gepäckraumboden (165 Euro) eine ebene Fläche schafft. Im Gegensatz zum Standardmaß liegt das maximale Ladevolumen des Tiguan knapp unter dem des komplett ausgeräumten Skoda Yeti.

Skoda Yeti und VW Tiguan im Fahrbericht: Beide fahren sich wie Kompaktwagen

Größer fallen die Unterschiede beim Raumangebot für Fahrer und Beifahrer aus - was vor allem in der üppigeren Innenbreite des VW Tiguan gründet. Auf hoch montierten, im Sport & Style  serienmäßigen, hervorragenden Sportsitzen stellt sich viel eher das Gefühl ein, einen Geländewagen zu fahren, als auf den ebenfalls sehr bequemen Skoda Yeti-Sitzen. Deren tiefere Einbauposition integriert die Crew stärker in den Wagen, der so fast schon wie ein Kompaktauto scheint.

Ein Eindruck, der sich in unserem Fahrbericht bestätigt. Schunkelfrei, mit geringer Seitenneigung und ohne jede Tücke im Fahrverhalten kurvt der Skoda Yeti um Biegungen. Dem VW Tiguan gelingt das jedoch ebenso gut, vor allem, wenn er im Sport-Modus des optionalen adaptiven Dämpfersystems (1.045 Euro) unterwegs ist. Im Skoda Yeti genügt schon das normale Fahrwerk, um den ausgewogenen Federungskomfort des Tiguan noch zu übertreffen. Der VW Tiguan verschafft sich dagegen mit seiner präziseren, rückmeldungsfreudigeren Lenkung Vorteile beim Handling.

Beide, der Yeti und der Tiguan, taugen nur für kleinere Geländeausflüge

Ihre hervorragenden Onroad-Talente erkaufen sich die beiden mit leicht eingeschränkter Offroad-Tauglichkeit. Das zeigt sich im Rahmen unseres Fahrberichts beim VW Tiguan Sport & Style bereits an seinem großen vorderen Überhang, der den Böschungswinkel auf 18 Grad einschränkt, hinten beträgt er 25 Grad. Mit 19 und 26 Grad schneidet der Skoda Yeti minimal besser ab, hat jedoch 1,5 Zentimeter weniger  Bodenfreiheit. Trotzdem reichen auch seine 18 Zentimeter für kleinere Geländekraxeleien.

Dabei kümmert sich das bei beiden identische Allradsystem um Vortrieb, das bei VW 4Motion heißt, bei Skoda Yeti nur 4x4. Im Normalfall fließt fast die komplette Antriebskraft an die Vorderräder. Treten zwischen Vorder- und Hinterachse Drehzahlunterschiede auf, schließt die elektrohydraulisch gesteuerte Haldex-Kupplung und verteilt die Kraft zwischen den Rädern - bis zu 100 Prozent an eine Achse. Statt Differenzialsperren belässt es das System bei radselektiven
Bremseingriffen.

Skoda Yeti und VW Tiguan im Fahrbericht: Traktion ist immer ausreichend vorhanden

All das gelingt in der Praxis unauffällig und sehr effektiv. Der Vierradantrieb versorgt beide jederzeit mit hoher Traktion, selbst vereiste Auffahrten zum Skilift klettern sie unbeeindruckt hinauf. Abwärts greift die Bergabfahrhilfe ein - im VW Tiguan kostet sie 96 Euro.

Bei der Motorenpalette beschränkt sich die Überschneidung zwischen dem günstiger positionierten Skoda Yeti und dem VW Tiguan auf die Zweiliter-Diesel mit 140 und 170 PS. Schon die schwächere Version des Common-Rail-Vierzylinders genügt, bietet ausreichend Durchzugskraft und Temperament.

Der Skoda Yeti wirkt in unserem Fahrbericht kräftiger

Trotz fast identischer Fahrleistungen wirkt das Triebwerk im Skoda Yeti allerdings kräftiger, drehfreudiger und gleichzeitig kultivierter als im Tiguan. In beiden Wagen sind die Motoren
mit einem präzise schaltbaren und gut abgestuften Sechsganggetriebe verkuppelt. Auch das erklärt schließlich die geringen Differenzen bei Fahrwerten und Verbrauch. Das knapp 80 Kilogramm höhere Gewicht des Tiguan erweist sich im Alltag also nicht als Nachteil, eher die  größeren Dimensionen und die schlechtere Übersichtlichkeit wegen der breiten D-Säulen. Zu den besonders übersichtlichen Autos zählt dagegen der Skoda Yeti mit seinen großen Fensterflächen und dem kastigen Heck.

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Sebastian Renz

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Wäre der Skoda Yeti für Sie eine Alternative zu VW Tiguan, BMW X3 und Co.?
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