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Smart Brabus Fortwo (2016) im Fahrbericht

Kleinwagen entpuppt sich als echte Rennsemmel

Smart Brabus Fortwo, Frontansicht Foto: Alexander Bloch 13 Bilder

Jetzt kneifen alte Smart-Recken schon mal vorsorglich die Pobacken zusammen. Doch es kommt anders. Fahrbericht.

21.09.2016 Alexander Bloch 1 Kommentar

Ralf Kraume näht seit 21 Jahren mit Hingabe bei Brabus die Ledersitze. Bis zu einen Tag braucht er für die optionalen Xclusive-Polster im Smart Brabus. Wenn du das weißt, kommen dir die 22.710 Euro, die Smart für den kleinen Renner im Individual-Paket aufruft, gar nicht mehr so teuer vor.

Dabei ist es sehr viel Geld für einen zweisitzigen Kleinstwagen mit 109 PS. Doch das Prinzip Smart funktioniert eben nicht bei einem Billig-Mobil. Trotzdem waren die früheren Kleinst-Brabusse fahrerisch eher von zweifelhafter Qualität. Bockhart, mit gar nicht mal so viel Dynamik und einem hyperaktiven ESP entstand eine wenig schlüssige Mischung.

Smart Brabus Fortwo, SeitenansichtFoto: Alexander Bloch
Neues Getriebe, ein straffes Fahrwerk und verbessertes Handling machen den neuen Smart Brabus Fortwo zur echten Rennsemmel.

Das soll sich jetzt dramatisch ändern. Der aktuelle Smart fortwo steht schon in der Basis auf einer viel breiteren Spur als früher und nutzt endlich ein vernünftiges Doppelkupplungsgetriebe anstatt des schaukeligen sequenziellen früher.

Echter Kurvenräuber

Und jetzt kommt Brabus und verpasst dem Getriebe noch mal bis zu 40 Prozent schnellere Schaltzeiten, strafft das Fahrwerk um 20 Prozent, verpasst der Lenkung ein höheres Rückstellmoment und dem Fahrwerk Yokohama-Sportreifen, nimmt der Abgasanlage Gegendruck und gibt dem Dreizylinder acht PS mehr. Klingt schon wieder nach ungehobeltem Kraftzwerg, das ist er aber nicht. Der Neue fühlt sich an, als hätte Smart zwei Generationen übersprungen. Sicher fehlt es der Lenkung immer noch an Rückmeldung, aber der Kleine lenkt so willig ein, dass du dich über jede engere Kurve freust. Vor allem, weil die angepasste ESP-Kennlinie nicht bei jedem Zucker des Heckantriebs zur Spaßbremse wird.

Smart Brabus Fortwo, CockpitFoto: Alexander Bloch
Ein sportliches Interieur mit einer Mischung aus Hardplastik und edlem Leder.

Es ist eine eigenwillige, aber sehr vergnügliche Kombination aus recht hoher Sitzposition und trotzdem wuseligem, wankarmem Handling. Selbst auf der Autobahn kannst du mit bis 165 km/h Spitze für Überraschungen im Rückspiegel sorgen. Dazu trötet der 0,9-Liter motiviert sein knorriges Dreizylinder-Liedchen.

Großer Sprung zum Vorgänger

Der Forfour läuft sogar 180 km/h, aber mit seinem höheren Gewicht und längeren Radstand funktioniert das Rennsemmel-Gefühl nicht mehr. Dafür schmiegen sich alle Smart-Brabusse mit – ja doch – Restkomfort über die Straße. Ein gewaltiger Sprung zum Vorgänger. Aber einen, den man sich leisten wollen muss.

Vor- und Nachteile

  • Viel Fahrspaß
  • erfrischende Agilität
  • schnelle Schaltung
  • überraschend guter Restkomfort
  • Gefühlsarme Lenkung
  • spürbares Turboloch
  • bei höherem Tempo laut
  • sehr hoher Preis
Technische Daten
Smart fortwo Coupé Brabus
Grundpreis22.710 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe2740 x 1663 x 1543 mm
KofferraumvolumenVDA260 bis 350 L
Hubraum / Motor898 cm³ / 3-Zylinder
Leistung80 kW / 109 PS (170 Nm)
Höchstgeschwindigkeit165 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,5 s
Verbrauch4,5 L/100 km
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    Neuester Kommentar

    Wieviel Geld hat ams fuer diese Promotion bekommen? 165 km/h lief schon mein VW Kaefer von 1963 mit 75 PS Porsche Dame Motor.

    henry 21. September 2016, 18:10 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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